22 Wünsche von deinem Kind an dich
07.12.2007 von Diplom-Psychologin Felicitas
Heyne | Abgelegt in: Familie
Ein schöner Text, den ich dieser Tage von einer Kollegin bekommen habe (danke, Petra!) und den ich allen Müttern und Vätern sehr ans Herz lege! Er entstammt dem Newsletter der International Study Group vom November 1963. Der Text ist also über 40 Jahre alt - und immer noch aktuell ...
Betrifft: Mich
- Verwöhne mich nicht.
Ich weiß ganz gut, dass ich nicht alles haben sollte, worum ich Dich bitte. Ich prüfe Dich nur.
- Habe keine Angst, fest zu mir zu
sein.
Es ist mir lieb, wenn ich weiß, woran ich bin.
- Versuche es nicht mit
Gewalt.
Ich lerne sonst, dass es nur auf Gewalt ankommt. Ohne Gewalt bin ich viel bereitwilliger.
- Sei nicht inkonsequent.
Das verwirrt mich und ich versuche umso mehr, meinen Willen durchzusetzen.
- Mache keine Versprechungen.
Vielleicht kannst Du sie nicht einhalten. Das würde mein Vertrauen verringern.
- Fall nicht auf meine
Herausforderungen herein.
Manchmal sage ich Dinge und tue etwas, nur um Dich aufzuregen. Fällst Du darauf herein, werde ich versuchen, öfter solche „Siege“ zu erringen.
- Rege dich nicht zu sehr auf, wenn ich
sage: „Ich hasse Dich!“
Ich meine es ja nicht so, aber ich möchte dann, dass Dir Leid tut, was Du mir angetan hast.
- Mach mich nicht kleiner, als ich bin.
Sonst zeige ich Dir, was für ein „großes Tier“ ich bin.
- Tu nichts für mich, was ich selber
kann.
Denn sonst fühle ich mich wie ein Baby und halte Dich weiter auf Trab.
- Beachte mein schlechtes Betragen
nicht zu sehr.
Denn sonst lohnt es sich, damit weiterzumachen.
- Stauche mich nicht vor anderen
zusammen.
Du erreichst mehr, wenn wir ruhig unter vier Augen reden.
- Besprich nichts, wenn wir noch wütend
sind.
Dann höre ich nämlich nicht gut zu und ich arbeite nicht mit. Tu das, was nötig ist, aber rede erst später darüber.
- Fang nicht an zu predigen.
Du würdest Dich wundern, wenn Du ahntest, wie gut ich zwischen Recht und Unrecht unterscheiden kann.
- Mach mich nicht glauben, meine Fehler
seien Sünden.
Ich muss lernen, Fehler zu machen, ohne das Gefühl, selber nicht gut zu sein.
- Nörgle und meckere nicht.
Dagegen bin ich aus Selbstschutz taub.
- Verlange keine Erklärungen für mein
schlechtes Benehmen.
Mir ist oft genug selber nicht klar, warum ich das tue.
- Stell meine Ehrlichkeit nicht zu sehr
auf die Probe.
Manchmal erzähle ich dann aus Angst Lügen.
- Vergiss nicht, dass ich gerne Dinge
ausprobiere.
Dadurch kann ich eine Menge lernen.
- Nimm mich nicht vor unangenehmen
Folgen in Schutz.
Schließlich lernt jeder aus seinen Erfahrungen.
- Beachte meine kleinen Wehwehchen
nicht.
Wenn Du sie immer beachtest, lerne ich, in Krankheiten Vorteile zu suchen.
- Wenn ich ehrliche Fragen habe, schick
mich nicht weg.
Sonst frage ich nicht mehr Dich, sondern gehe woanders hin.
- Gib mir auf dumme und überflüssige
Fragen keine Antwort.
In dem Fall will ich nur, dass Du Dich mit mir beschäftigst.
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