Gesundheit
Länger und gesünder leben durch Freunde
05.08.2010
Regelmäßige Leser meines Blogs wird es nicht
überraschen: US-Forscher konnten jetzt noch einmal
eindrucksvoll belegen, wie wichtig gelingende
Sozialbeziehungen für uns Menschen sind. Sie
fassten in einer Überblicksstudie (einer so
genannten Metaanalyse) die Ergebnisse aus140
Untersuchungen mit insgesamt über 300.000 Probanden
zusammen und errechneten daraus den Zusammenhang
zwischen Sterblichkeitsrisiko und sozialer
Aktivität der Untersuchten. Das Resultat: Die
Überlebenswahrscheinlichkeit der Menschen erhöhte
sich um 50 %, wenn sie über einen guten Freundes-
und Bekanntenkreis verfügten!
Weiterlesen ...
Panikattacken - was man über Angststörungen wissen sollte
30.07.2007
Ein Thema, das bei mir im Praxisalltag gerade mal
wieder vermehrt auftaucht, habe ich (zu meinem
eigenen Erstaunen!) bisher noch gar nicht hier im
Blog behandelt: Angststörungen. Was mir dabei
persönlich immer wieder auffällt, ist die Tatsache,
dass diese psychische Erkrankung sehr oft nicht
oder falsch diagnostiziert wird, wenn die Klienten
ihren Arzt aufsuchen. Stattdessen bekommen sie sehr
oft Antidepressiva in die Hand gedrückt oder - wenn
es ein eher naturheilkundlich orientierter Arzt ist
- Johanniskraut oder dergleichen empfohlen.
Eigentlich dachte ich, das sei einfach ein
zufälliges Phänomen bei mir in der Praxis, aber wie
ich in der neuen emotion (http://www.emotion.de/)
gelesen habe, ist es das scheinbar nicht. Da wird
nämlich ein Professor für Psychosomatik an der Uni
Witten zitiert, der sagt, dass es im Durchschnitt
sieben (!!) Jahre bis zur richtigen Behandlung
dauert und - noch verblüffender für mich - dass
„sogar Psychiater lieber eine Depression als eine
Angststörung diagnostizieren“. Dabei sind
Angststörungen bei Frauen die am häufigsten
auftretende psychische Erkrankung und insgesamt
wird bei 15 % aller Deutschen irgendwann im Laufe
ihres Lebens mal eine Angsterkrankung festgestellt.
Alles andere als ein exotisches Krankheitsbild
also. Und höchste Zeit für mich, mal ein paar
Blogbeiträge zum Thema online zu stellen, habe ich
beschlossen!
Weiterlesen ...
Tiere als Therapeuten: wie Katze, Hund und Co. der Seele gut tun
18.07.2007
Ich gebe es zu: ich bin voreingenommen. Tiere haben
in meinem eigenen Leben schon immer eine große
Rolle gespielt, und ein Dasein ohne mindestens eine
Katze in meinem Haushalt kann ich mir schon lange
nicht mehr vorstellen. Wahrscheinlich kommt es auch
daher, dass ich in der Arbeit mit Klienten
gelegentlich auf vierbeinige Helfer zurückgreife,
wenn es sich anbietet - und zwar mit ausgesprochen
guten Erfolgen.
Weiterlesen ...
Träume sind Schäume? Anregungen zur Trauminterpretation
04.07.2007
Ein Thema, mit dem Klienten gerne in die
Psychotherapie kommen, sind Träume. Viele Menschen
sind davon überzeugt, dass sie irgendeine (tiefere)
Bedeutung haben, die sie unbedingt entschlüsseln
wollen, weil sie sich davon wichtige Informationen
versprechen. Andere wiederum behaupten steif und
fest, sie würden nie träumen. Und wieder andere
gehören zu den so genannten luziden Träumern - sie
sind sich während des Traums darüber bewusst, dass
sie träumen bzw. können den Trauminhalt teilweise
auch nach ihren Wünschen manipulieren. Gehörst du
auch zu denjenigen, die sich ab und zu fragen, was
diese merkwürdigen Bilder in der vergangenen Nacht
dir nun wieder sagen wollten?
Weiterlesen ...
Die Seele frei lachen - Ein etwas anderes Buch zum Thema Depression
18.06.2007
Im Urlaub habe ich ein wirklich schönes Buch ("Eine echt verrückte Story" von
Ned Vizzini) um Thema Depressionen in die
Finger bekommen und innerhalb eines Tages
nahezu gefressen - ich konnte und wollte es
nicht mehr weglegen. Klingt ziemlich krank,
oder? Liest im Urlaub auch noch Zeugs über
Depressionen ... aber du wirst es nicht
glauben, ich habe bei der Lektüre vor allem
eins getan: gelacht! Und das bei einem Buch
über dieses Thema; ich hätte nicht gedacht,
dass das geht!
Weiterlesen ...
Zum Psychologen? Ich bin doch nicht verrückt! (2)
12.06.2007
Die erste Frage, die du dir bei der Suche nach
einem Therapeuten stellen solltest, ist die nach
der Schwere der Problematik. Je nachdem, wie heftig
die Symptome sind, unter denen du leidest, ist auch
deine Funktionsfähigkeit im Alltag beeinträchtigt;
oft hat das auch damit zu tun, dass man zu lange
gezögert hat, überhaupt Hilfe in Anspruch zu
nehmen. Grundsätzlich ist zwar eine ambulante
Therapie erst mal das Mittel der Wahl, aber wenn du
das Gefühl hast, du kommst mit den ganz normalen
alltäglichen Dingen um dich herum bereits nicht
oder kaum noch zurecht und vor allem dann, wenn du
sehr stark unter suizidalen Gedanken leidest (also
sehr oft und sehr konkret über Selbstmord
nachdenkst), ist eine stationäre Therapie auf jeden
Fall vorzuziehen. Damit bist du erst mal in einem
geschützten Umfeld, in dem du dich um nichts außer
dir selbst kümmern musst. Beim Finden eines
stationären Therapieplatzes kann dir dein Hausarzt
helfen. An eine stationäre Therapie schließt sich
im Idealfall meist eine ambulante Therapie an, da
in den meist 4 Wochen Klinik nur erste
Weichenstellungen stattfinden können.
Weiterlesen ...
Zum Psychologen? Ich bin doch nicht verrückt!
05.06.2007
Wer hierzulande mit psychischen Problemen zu
kämpfen hat, hat meist gleich noch ein paar weitere
Probleme am Hals, stelle ich in meiner Praxis immer
wieder fest. Das fängt mit der Erkenntnis, dass es
so wohl doch nicht weitergehen kann, an und hört
mit der Suche nach einem geeigneten Therapieplatz
noch lange nicht auf. Deshalb heute hier mal ein
Blog zu ein paar ganz grundsätzlichen Fragen rund
um das Thema Psychotherapie.
Weiterlesen ...
Ein Blick in den Kopf einer magersüchtigen jungen Frau
05.03.2007
Vor einiger Zeit habe ich hier im Blog schon mal
über das Thema Magersucht
geschrieben. Dieser Tage bin ich im
Internet auf einen wirklich tollen Videoclip
zu dieser Problematik gestoßen, den ich
deshalb auch unbedingt hier verlinken will.
Der Clip lässt einen auf ungemein
eindringliche Weise einen Augenblick in den
Kopf einer betroffenen jungen Frau blicken -
mir zumindest hat er eine Gänsehaut über den
Rücken gejagt, obwohl ich mit dem
Krankheitsbild natürlich theoretisch vertraut
bin und auch mit Klientinnen gearbeitet habe,
die damit zu kämpfen hatten. Der Begriff der
„Körperschemastörung“ - man könnte auch sagen:
der Störung des Körperbildes - war mir
geläufig und ich wusste, dass er von den
diagnostischen Instrumenten ICD-10 bzw. DSM-IV
auch als eine Voraussetzung für eine Anorexie
angeführt wird. Unter einer
Körperschemastörung versteht man, dass
Betroffene sich selbst, wenn sie sich
anschauen, als dick wahrnehmen, auch wenn sie
objektiv betrachtet bereits untergewichtig
sind. Hautfalten erscheinen ihnen wie
Fettpolster, und lässt man eine von Magersucht
betroffene Frau die Umrisse ihres Körpers
aufzeichnen, kommt eine Silhouette dabei
heraus, die meilenweit von der Realität
entfernt ist. Das wusste ich alles - aber was
es für die Betroffene
wirklich bedeutet, das kann
ich mir, glaube ich, jetzt besser vorstellen.
Ich wünschte mir, dass möglichst viele
Angehörige und Freunde von betroffenen Frauen
diesen Clip sehen, dann würden sie verstehen,
wie sinnlos der Patientinnen gegenüber so oft
geäußerte Satz: „Nun iss doch endlich mal was
Vernünftiges!“ angesichts dieser subjektiven
Realität sein muss.
Weiterlesen ...
Weiterlesen ...
Kein Forum für die Magersucht
16.01.2007
Vor einiger Zeit hatte ich an dieser Stelle bereits
darüber berichtet, dass Spanien
dem Schlankheitswahn in der Mode den Kampf
angesagt hatte und zu dünne Models dort
nicht mehr auf die Laufstege dürfen. Jetzt
haben die Iberer zusätzlich zu dieser ohnehin
schon begrüßenswerten Maßnahme noch einen
drauf gesetzt und sich zu einer ziemlich
mutigen Zensur-Aktion im Internet
entschlossen. Im Netz der Netze gibt es
nämlich etliche hundert Websiten, die
Magersucht als erstrebenswertes Ziel und
speziellen Lebensstil verherrlichen. Und ein
erheblicher Teil davon meint das keineswegs
ironisch oder scherzhaft (was angesichts der
Todesrate unter Magersüchtigen ohnehin
geschmacklos genug wäre!), sondern völlig
ernst. Pro-Ana- oder Pro-Mia-Seiten nennen
sich solche Foren gerne: „Ana“ als Kosewort
für Anorexie, also Magersucht; „Mia“ für
Bulimie, also Fress-Brech-Sucht. Weiterlesen
...
Wenn die Seele hungert
06.12.2006
Neulich hat mich eine Zeitungsmeldung sehr gefreut:
Spanien sagt dem Schlankheitswahn den Kampf an! Auf
der Madrider Modewoche "Pasarela Cibeles" dürfen zu
dünne Models nicht mehr über den Laufsteg tigern.
Fast 30 - 40 % der Models, die noch letztes Jahr an
der Modenschau teilnahmen, sind dieses Jahr
gesperrt. Das Auswahlkriterium ist der BMI (Body
Mass Index), der bei mindestens 18 liegen muss.
Dünnere Models müssen zuhause bleiben. Die
Begründung: Zu schlanke Models seien ein schlechtes
Vorbild vor allem für Jugendliche und animierten
zur Magersucht. Weiterlesen
...
Wir sind die Roboter ...
30.11.2006
.. sang die Gruppe "Kraftwerk" schon 1976 auf ihrem
Album "Die Mensch-Maschine". Ganz schön visionär
vor dreißig Jahren. Mittlerweile sind wir auf dem
besten Weg zur Mensch-Maschine. Früher oder später
werden die technischen Geräte uns sagen, was wir
wann zu tun haben. Eigentlich tun sie es ja schon
bei allen möglichen Gelegenheiten. Zum Beispiel das
freundliche Navigationssystem im Auto, das einen
auffordert: "Nach hundert Metern bitte rechts
abbiegen!" Oder, noch etwas simpler, mein Trockner,
der mich mit höchst aufdringlichem Piepsen in die
Waschküche beordert, wenn er fertig ist, damit ich
gefälligst die Wäsche da raus nehme, bevor sie zu
knittern anfängt. Ich muss gestehen, so nützlich
ich das alles finde, weckt das alles in mir doch
gelegentlich eine gewisse Reaktanz. So einen
irrationalen Impuls, grade zum Trotz nach hundert
Metern eben nicht rechts, sondern links abzubiegen.
Nur, um dem System mal zu zeigen, dass ich hier
noch immer das Sagen habe. Albern, ich weiß.
Erinnert mich auch an meine Mutter, als sie vor
ewigen Zeiten die erste sprechende Minolta-Kamera
zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Das gute
Stück sagte bei Bedarf Sätze wie: "Bitte Blitz
einschalten!", wenn die Lichtverhältnisse ungünstig
waren. Eine Zeitlang quäkte sie bei jedem Bild, das
geschossen wurde: "Bitte Film einlegen!" Meine
Mutter war hell empört und behauptete, sie habe
natürlich einen Film eingelegt, sie sei ja nicht
doof, das Gerät müsse kaputt sein, und beschimpfte
die Kamera jedes Mal, wenn diese wieder beharrlich:
"Bitte Film einlegen!" forderte. Bis meine
Schwester dann doch mal - nur sicherheitshalber -
nachschaute. Natürlich war kein Film drin. Die arme
Kamera. Diskutieren konnte sie halt doch nicht mit
meiner Mutter. Weiterlesen
...
Körper und Seele in Einklang bringen
20.11.2006
Körper und Seele sind nicht unabhängig voneinander,
sondern beeinflussen einander gegenseitig. Du
kennst das sicher auch von dir selbst: Wenn du
krank bist, dich schwach und müde fühlst, ist auch
deine Stimmung eher niedergeschlagen und du fühlst
dich eventuellen Problemsituationen weniger
gewachsen als in gesundem Zustand. Umgekehrt findet
das, was deine Seele bewegt, auch seinen
unmittelbaren Ausdruck in deinem Körper: Bist du
glücklich oder stolz, wird deine Haltung vermutlich
eher aufrecht sein, du trägst den Kopf hoch und
wirkst auf andere größer. Traurigkeit oder Scham
dagegen drücken uns im buchstäblichen Sinne zu
Boden: Wir krümmen uns zusammen, lassen die
Schultern und den Kopf hängen, werden irgendwie
kleiner. So weit, so alltäglich. Weiterlesen
...
Mehr innere Ruhe durch Herzkohärenz
30.10.2006
Angst, Freude, Trauer .. Alle unsere Emotionen
haben ihren Sitz in einem Teil unseres Gehirns, den
man als limbisches System bezeichnet. Dieser Teil
des Gehirns ist entwicklungsgeschichtlich
betrachtet sehr viel älter als der Neocortex, also
der Teil, den wir als Sitz unseres Bewusstseins und
Denkens kennen. Und er funktioniert weitgehend
autonom, d. h. er unterliegt nicht unserem direkten
willentlichen Zugriff. Das macht auch durchaus
Sinn, denn Emotionen - beispielsweise Angst - haben
eine lebenserhaltende Funktion: Vor einer Schlange
Reißaus zu nehmen, hat zweifellos vielen unserer
Vorfahren das Leben gerettet. Deshalb arbeitet das
limbische System auch blitzschnell und quasi auf
der Überholspur am Neocortex vorbei. Ein
wahrgenommener Außenreiz wird emotional bewertet -
gut, schlecht, gefährlich, ungefährlich - ehe der
Neocortex überhaupt die Chance bekommt, sich mit
ihm auseinander zu setzen. Das stellte das
Überleben in kritischen Situationen sicher: Nicht
lange nachdenken, sondern rennen, wenn es darauf
ankommt! Weiterlesen
...
Burn-out - Nicht mit mir!
24.10.2006
Der Begriff Burn-out(-Syndrom) ist mittlerweile
längst fester Bestandteil unseres
Alltagswortschatzes geworden. Erstmals untersucht
wurde dieses Syndrom bereits 1976 von der
kalifornischen Psychologin Christina Maslach. Sie
stellte drei zentrale Komponenten des Syndroms
fest:
- Emotionale Erschöpfung: Das Gefühl, durch beruflichen Kontakt mit anderen Menschen erschöpft und ausgelaugt zu sein.
- Depersonalisierung: Gleichgültigkeit, Abgestumpftheit, Desinteresse an Menschen, Arbeitsprozessen und -ergebnissen.
- Reduzierte Leistungsfähigkeit: Das Gefühl, die Arbeit nicht mehr gut und erfolgreich ausführen zu können.
Abwarten und Tee trinken!
12.10.2006
Der Ratschlag unserer Mütter, wir sollten bei
Schwierigkeiten und Problemen erst mal abwarten und
Tee trinken, bekommt durch eine Studie des
University College in London eine ganz neue
Bedeutung. Darin wurde nämlich nachgewiesen, dass
täglich mindestens vier Tassen Schwarztee
tatsächlich beim Stressabbau helfen! Es ist noch
nicht ganz klar, welche Inhaltsstoffe des
Schwarztees genau für diesen Effekt verantwortlich
sind - im Gespräch sind derzeit Polyphenole,
Flavonoide und spezielle Eiweißbausteine. In jedem
Fall schafft es der Tee, dass das Stresshormon
Cortisol, das in unangenehmen Situationen vom
Körper ausgeschüttet wird, sehr viel schneller
wieder abgebaut wird. Das ist wichtig, denn das in
der Nebennierenrinde gebildete Cortisol wirkt
immunsuppressiv - macht also anfälliger für
Krankheiten - und beeinflusst bei langfristigem
Vorhandensein auch den Stoffwechsel ungünstig.
Außerdem wurden bei den Versuchsteilnehmern, die
echten Tee tranken (die anderen bekamen nur ein
Imitat, wussten das aber nicht), weniger
Blutplättchen in den angespannten Situationen
aktiviert. Diese spielen eine Rolle bei der
Entstehung von Herzinfarkten; sie sind nämlich für
die Bildung von Blutgerinnseln verantwortlich.
Weiterlesen
...