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Ein Blick in den Kopf einer magersüchtigen jungen Frau

Vor einiger Zeit habe ich hier im Blog schon mal über das Thema Magersucht geschrieben. Dieser Tage bin ich im Internet auf einen wirklich tollen Videoclip zu dieser Problematik gestoßen, den ich deshalb auch unbedingt hier verlinken will. Der Clip lässt einen auf ungemein eindringliche Weise einen Augenblick in den Kopf einer betroffenen jungen Frau blicken - mir zumindest hat er eine Gänsehaut über den Rücken gejagt, obwohl ich mit dem Krankheitsbild natürlich theoretisch vertraut bin und auch mit Klientinnen gearbeitet habe, die damit zu kämpfen hatten. Der Begriff der „Körperschemastörung“ - man könnte auch sagen: der Störung des Körperbildes - war mir geläufig und ich wusste, dass er von den diagnostischen Instrumenten ICD-10 bzw. DSM-IV auch als eine Voraussetzung für eine Anorexie angeführt wird. Unter einer Körperschemastörung versteht man, dass Betroffene sich selbst, wenn sie sich anschauen, als dick wahrnehmen, auch wenn sie objektiv betrachtet bereits untergewichtig sind. Hautfalten erscheinen ihnen wie Fettpolster, und lässt man eine von Magersucht betroffene Frau die Umrisse ihres Körpers aufzeichnen, kommt eine Silhouette dabei heraus, die meilenweit von der Realität entfernt ist. Das wusste ich alles - aber was es für die Betroffene wirklich bedeutet, das kann ich mir, glaube ich, jetzt besser vorstellen. Ich wünschte mir, dass möglichst viele Angehörige und Freunde von betroffenen Frauen diesen Clip sehen, dann würden sie verstehen, wie sinnlos der Patientinnen gegenüber so oft geäußerte Satz: „Nun iss doch endlich mal was Vernünftiges!“ angesichts dieser subjektiven Realität sein muss.
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Kein Forum für die Magersucht

Vor einiger Zeit hatte ich an dieser Stelle bereits darüber berichtet, dass Spanien dem Schlankheitswahn in der Mode den Kampf angesagt hatte und zu dünne Models dort nicht mehr auf die Laufstege dürfen. Jetzt haben die Iberer zusätzlich zu dieser ohnehin schon begrüßenswerten Maßnahme noch einen drauf gesetzt und sich zu einer ziemlich mutigen Zensur-Aktion im Internet entschlossen. Im Netz der Netze gibt es nämlich etliche hundert Websiten, die Magersucht als erstrebenswertes Ziel und speziellen Lebensstil verherrlichen. Und ein erheblicher Teil davon meint das keineswegs ironisch oder scherzhaft (was angesichts der Todesrate unter Magersüchtigen ohnehin geschmacklos genug wäre!), sondern völlig ernst. Pro-Ana- oder Pro-Mia-Seiten nennen sich solche Foren gerne: „Ana“ als Kosewort für Anorexie, also Magersucht; „Mia“ für Bulimie, also Fress-Brech-Sucht. Weiterlesen ...

Wenn die Seele hungert

Neulich hat mich eine Zeitungsmeldung sehr gefreut: Spanien sagt dem Schlankheitswahn den Kampf an! Auf der Madrider Modewoche "Pasarela Cibeles" dürfen zu dünne Models nicht mehr über den Laufsteg tigern. Fast 30 - 40 % der Models, die noch letztes Jahr an der Modenschau teilnahmen, sind dieses Jahr gesperrt. Das Auswahlkriterium ist der BMI (Body Mass Index), der bei mindestens 18 liegen muss. Dünnere Models müssen zuhause bleiben. Die Begründung: Zu schlanke Models seien ein schlechtes Vorbild vor allem für Jugendliche und animierten zur Magersucht.  Weiterlesen ...