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Liebesritual Essen

Wer in einer Beziehung lebt (oder schon mal gelebt hat), weiß es wahrscheinlich: Rituale sind ein wichtiger Bestandteil der Liebe. Sie stärken das Wir-Gefühl und geben den Partnern Gelegenheit, sich immer wieder gegenseitig ihrer Partnerschaft und Zuneigung zu versichern. Das tut der Liebe einfach gut! Das Schöne an Ritualen ist, dass sie jedes Paar für sich neu erfinden und gestalten kann. Manche feiern jedes Jahr den Tag, an dem sie sich kennen gelernt haben, andere fahren immer wieder an denselben Ort, dasselbe Hotel und dasselbe Zimmer, in dem sie ihren ersten gemeinsamen Urlaub verbracht haben. Vielleicht bringt er ihr morgens immer die erste Tasse Kaffee ans Bett, oder das Fernbeziehungspaar beginnt jedes gemeinsame Wochenende mit einem Freitagabend bei Käse und Rotwein und erzählt sich dabei gegenseitig von der vergangenen Woche. Viele Rituale spiegeln auch die persönliche Geschichte des Paares wider und sind daher sehr individuell und für Außenstehende gar nicht unbedingt bedeutsam oder verständlich. Ich erinnere mich z. B., dass mein Vater meiner Mutter zeitlebens an einem Datum, von dem ich wusste, dass es nicht ihr Hochzeitstag war, morgens eine Rose schenkte, und ich mich darüber wunderte. Erst lange nach seinem Tod erzählte sie mir mal, dass das der Tag war, an dem ihre Liebesbeziehung fünfzig Jahre zuvor begonnen hatte...

Abgesehen von diesen ganz persönlichen Ritualen gibt es natürlich auch noch "offizielle" Rituale - das wichtigste für Paare ist sicherlich die Hochzeitsfeier, aber auch z. B. der Valentinstag, eine Verlobung oder dergleichen gehören dazu. Und dann gibt es da noch ein Ritual, das wir alle (normalerweise) mehrmals täglich vollziehen, das sogar lebensnotwendig ist (um das man sich also nicht dauerhaft aus vorgeschobenem "Zeitmangel" herumdrücken kann) und das man hervorragend zur Beziehungspflege einsetzen kann: Kochen und Essen! Der französische Soziologe Jean-Claude Kaufmann behauptet sogar, die Bedeutung gemeinsamen Essens sei für eine Beziehung ähnlich wie die von Sex! Er meint: An der Esskultur eines Paars zeigt sich, wie gut die Partnerschaft läuft. Gibt es überhaupt noch gemeinsame Mahlzeiten? Wo und wie werden diese eingenommen? So richtig nett mit Kerzen auf dem Tisch und einem Gespräch darüber, wie der Tag gelaufen ist? Oder mümmelt jeder einfach nur, wenn er nach Hause kommt, auf die Schnelle im Stehen am Küchentisch was in sich hinein? Vielleicht isst man ja auch noch gemeinsam, aber nur, wenn nebenher der Fernseher läuft und einen der Notwendigkeit eines Gesprächs enthebt? Und was gibt es zu essen? Standardmäßig Fertiggerichte, Chips und Pizza? Oder wird - wenigstens ab und zu - auch mal richtig gekocht? Von wem? Einer kocht, der andere muss hinterher schimpfend das Chaos beseitigen? Kochen beide gemeinsam? Wie klappt das - kann man sich gut zuarbeiten, sind die Aufgaben klar verteilt, übernimmt mal der eine, mal der andere die Rolle des Chefkochs? Oder hängt der eine immer den Bocuse raus und der andere darf grade mal Zwiebeln schneiden und Karotten putzen? 

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Naja, sicherlich kann man darüber streiten, ob die Verbindung ganz so direkt ist, wie er propagiert. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass etwas dran sein muss. Gemerkt habe ich das in der vergangenen Woche besonders deutlich - denn wir haben eine Saftfastenwoche eingelegt. So als kleinen "Frühjahrsputz" für die Innenwelt, als Start in die leichtere Sommerküche, und weil es sich nach dem Winter mit seinen Zusatzpfündchen hier und da einfach angeboten hat. Wir starteten auch ganz enthusiastisch und - sachlich betrachtet - sehr erfolgreich und ganz planmäßig in die ersten Tage: Entlastungstag, Abführen, und dann genau nach Anleitung nur noch Wasser, Kräutertee und eben die jeweiligen Säfte des Tages. Auf körperlicher Ebene funktionierte das prima. Auf seelischer eigentlich auch - ich hatte zumindest schon am Ende des zweiten Tages keinerlei Hunger und dafür sehr viel mehr Energie und Schwung mehr, ganz wie alle Ratgeber es versprochen hatten. Bloß: unserer Beziehung tat die Sache überhaupt nicht gut! Wir hatten nämlich leider nicht einkalkuliert, dass gemeinsames Kochen und Essen ein ganz wichtiges tägliches Ritual bei uns beiden ist, das sich so auf die Schnelle auch nicht durch ein andächtiges gemeinsames Karottensaft-Schlürfen ersetzen ließ. Da wir beide selbständig arbeiten und sehr unregelmäßige Tagesabläufe haben, sind die Fixpunkte der gemeinsamen Mahlzeiten für uns doppelt und dreifach wichtig. Während des Kochens und Essens besprechen wir alles Mögliche und nehmen uns richtig Zeit füreinander. Nun fiel diese gewohnte Struktur mit einem Mal weg - und wir trudelten trotz aller guten Vorsätze ziemlich orientierungslos durch den Tag. Denn selbst bei bestem Willen ließen sich Zubereitung und Konsum einer Tasse Kräutertees weder in zeitlicher noch in sinnlicher Hinsicht mit denen eines Hähnchens Tikka Masala vergleichen ... Jetzt kamen zum Essensentzug plötzlich auch noch völlig ungewohnte Missverständnisse und Spannungen zwischen uns auf, weil wir zu wenig miteinander kommunzierten. Da hätten wir uns vorher wohl besser ein Alternativ-Ritual zurechtlegen sollen!

Essen und Sex sind beides körperliche Grundbedürfnisse und auf der so genannten Maslowschen Bedürfnispyramide auf der gleichen Stufe angesiedelt. Bei beiden Aktivitäten kann man viel über den eigenen Körper (und den des anderen!) erfahren, das bewusste und intensive Genießen trainieren, und man balanciert in beiden Fällen häufig im Spannungsfeld zwischen "ich sollte eigentlich" und "ich möchte aber lieber" entlang. Bei beiden Aktivitäten zeigt sich auch schnell, ob die Partner gemeinsam genießen können. (Manche Menschen können nämlich gut für sich allein genießen, aber gar nicht mehr, so bald jemand anders in Spiel kommt.) Außerdem zeigt ein gemeinsames Koch- und Essensritual auch: Wir nehmen uns Zeit füreinander, wir umsorgen und verwöhnen uns (vielleicht abwechselnd) gegenseitig, wir räumen unserer Beziehung einen wichtigen Stellenwert ein. Dazu muss man allerdings dafür sorgen, dass Tischzeit nicht gleich Streitzeit ist (leider passiert das in vielen Beziehungen, vor allem dann, wenn die Partner sich selten sehen oder wenn Kinder dazu kommen - dann ist es so schön "praktisch": Endlich sitzen mal alle zusammen, und jetzt wird richtig losgelegt!). Stattdessen sollte man die gemeinsame Essenszeit lieber mit angenehmen Themen verbringen, oder zumindest nur auf Außenstehende schimpfen.

Die Fernsehköche beklagen ja unisono, dass zwar immer mehr Menschen Kochshows anschauen, aber immer weniger Leute wirklich selbst "richtig" kochen. Dafür boomt die Convenience-Küche in den Supermarktregalen. Schade, auch für viele Beziehungen, finde ich. Klar, wenn man täglich für fünf Leute kochen muss, hat man wahrscheinlich nicht allzu viel Sinn für "Terrine vom Flusskrebs mit in Honig sautierten Sojasprossen .." und dergleichen - mal ganz abgesehen davon, dass die lieben Kleinen ja bei allem, was allzuweit von Spaghetti mit Tomatensauce entfernt ist, die Nase rümpfen und das alles auch eine Preisfrage ist. Aber wenigstens ein Abend pro Woche sollte doch drin sein, an dem Mama und Papa auch mal wieder Paar sein und nur als Erwachsene genießen dürfen. Ganz zu schweigen von den Beziehungen, bei denen noch keine mäkligen Fünfjährigen mit am Tisch sitzen. All denen, die es mal probieren wollen, sei unsere neue Rezept-Suchmaschine rezpi.com ans Herz gelegt, die ihr hier ab sofort in einer Beta-Version finden könnt. Der Clou: Gesund ist sie auch noch! Sie orientiert sich in Zukunft nämlich an den "130 gesündesten Lebensmitteln der Welt". Und liefert sowohl ganz einfach nachzukochende, als auch etwas anspruchsvollere Rezepte, die auch mit bezahlbaren Zutaten arbeiten. Eben für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas. Es gibt also keinen Grund mehr, nicht einen Abend pro Woche ab sofort als "kulinarischen Paarabend" zu etablieren, an dem ihr entweder gemeinsam kocht, oder aber einander abwechselnd mit einem schönen Essen verwöhnt. Ihr tut damit nicht nur etwas für Eure und Eures Partners Gesundheit, sondern auch ganz viel für Eure Beziehung! Und das mit jeder Menge Spaß und Fantasie. Klingt doch gut, oder? Probiert es aus, ihr werdet sehen, es funktioniert!

P.S.: Wir beide sind übrigens mittlerweile mit der Fastenwoche durch und zu unseren täglichen Koch- und Essritualen zurückgekehrt. Und sämtliche Kommunikationsprobleme haben sich wie von Zauberhand in der Frühlingsluft aufgelöst. Zufall? Ich kann es irgendwie nicht ganz glauben ...

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