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Selbstvertrauen - sich selbst vertrauen lernen (Teil 4)

Beim letzten Mal habe ich dir zum Thema Selbstvertrauen den Vorschlag gemacht, in dir selbst eine Art „liebevolle innere Instanz“ als Gegengewicht zu deinem „inneren Kritiker“ zu etablieren, die dir im ganz normalen Alltag, aber auch in Stress- und Frustzeiten dabei helfen soll, mit dir selbst etwas nachsichtiger und freundlicher umzugehen, als du es vielleicht im Regelfall tust. Denn die meisten Menschen mit einem eher geringen Selbstvertrauen sind sehr gut darin, sich selbst herunterzumachen und zu beschimpfen, aber sehr ungeübt darin, sich selbst zu motivieren und aufzubauen. Heute nun möchte ich dich einladen, noch einen Schritt weiter zu tun und dein Selbstbild insgesamt noch mal zu hinterfragen. Wenn ich mit meiner Vermutung nicht ganz daneben liege, bist du darin nämlich wahrscheinlich mit den düsteren Farben ein bisschen sehr großzügig gewesen und hast eine Menge Helles und Schönes einfach übersehen.

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In der Praxis lasse ich Menschen, bei denen ich das Gefühl habe, dass ihr Selbstwert im Keller ist, meist relativ bald die Übung machen, die ich dir in Teil 1 auch schon vorgestellt habe. Typische Antworten in der Spalte, in der nach den selbstkritischen Gedanken gefragt wird, waren z. B. letzte Woche bei einigen Klientinnen zu finden:
  • Warum bin ich nur so antriebslos, faul und unstrukturiert? (Situation: Sie war am Sonntagmorgen im Bett geblieben, statt wie geplant zum Joggen zu gehen.)

  • Ich lasse mir von meinem Freund viel zu viel gefallen. (Situation: Er war ohne sie übers Wochenende weggefahren, obwohl ihr das eigentlich nicht recht war - was sie aber nur unterschwellig kommuniziert hatte.)

  • Ich bin viel zu empfindlich, immer nehme ich alles gleich persönlich! (Situation: Eine Bekannte hatte sie auf dem Weinfest im Vorübergehen nicht gegrüßt; das hatte sie sehr gekränkt.)

  • Jetzt habe ich schon wieder zu viel Geld für Klamotten ausgegeben! Dabei wollte ich doch sparen! (Situation: Sie hatte sich morgens über ihren Chef geärgert und nachmittags einen klassischen Trost-Shopping-Bummel unternommen.)

Wahrscheinlich kennst du diese und/oder andere Selbstvorwürfe auch. Menschen mit geringem Selbstvertrauen haben meist eine ganze Liste von großen und kleinen Schwächen und Sünden im Kopf, die sie sich selbst ankreiden können, sobald sich eine Gelegenheit dafür bietet - so nach dem Motto: Ha, hab ich mich wieder erwischt! Ich wusste doch, dass ich eine Flasche bin! Deswegen fällt ihnen die Übung, die ich dir hier vorgestellt habe, auch meist furchtbar schwer. Eine „Entdecke deine Schwächen-Reise“ würden sie dagegen mit Leichtigkeit unternehmen, schließlich ist das Territorium, auf dem sie sich gut auskennen!

Wenn du auch zu den Menschen gehörst, die mich ratlos anschauen, wenn ich sie frage, was sie gut können, aber sofort lossprudeln, wenn ich sie frage, was sie an sich selbst nicht mögen, dann habe ich deshalb heute etwas für dich, was dir bestimmt supereinfach erscheint: Heute geht es tatsächlich um deine Schwächen! Also das, was du an dir nicht magst, wofür du dich häufig kritisierst, was dich an dir ärgert. Im ersten Schritt der Übung darfst du jetzt mal so richtig auf dich einprügeln: Mach dir eine Liste von allen deinen Schwächen, von allem, was du an dir negativ findest. Lass deinen inneren Kritiker mal ordentlich auf die Pauke hauen! Je mehr du findest, desto besser! Egal, ob es Charaktereigenschaften oder Verhaltensweisen sind - immer rauf aufs Schlimme! Nur keine Gnade! (Übst du doch sonst auch nicht mir dir, oder?!)

Fertig? Gut! Ich wette, es ist eine ganz schön lange Liste geworden, hab ich Recht? Prima. Jetzt kommt der zweite Schritt. Der wird dir weniger gefallen - aber dafür mehr nützen, ich verspreche es! Kennst du die Redensart: „des einen Uhl ist des anderen Nachtigall“? Oder einfacher: Jede Sache hat (mindestens) zwei Seiten! Deine Aufgabe jetzt ist es, in jeder der von dir aufgelisteten Schwächen die „andere Seite“ zu entdecken - sprich: die darin versteckte Stärke, Kompetenz oder liebenswerte Eigenschaft. So ist das nämlich mit unseren vermeintlichen Schwächen; es kommt ganz drauf an, von welcher Seite und in welchem Licht man sie betrachtet. Zumindest ein paar positive Aspekte sind in jeder von ihnen versteckt. Nur leider neigen Menschen mit geringem Selbstwertgefühl dazu, immer nur auf die eine Seite der Medaille zu starren und die andere keines Blickes zu würdigen. Ich gebe dir für den Einstieg ein paar Beispiele (anhand der Listen meiner Klientinnen):
  • Wer (auch mal) faul ist, kann gut für sich sorgen und seine Bedürfnisse respektieren! Er übernimmt Verantwortung für sich und seine Gesundheits- und Energiebilanz. Ein bisschen Entschleunigen würde den meisten Menschen verflixt gut tun! Stattdessen rennen sie alle wie Hamster im Rad durch ihr Leben - von Arbeitsstress zu Freizeitstress und wieder zurück, und wundern sich dann, wenn sie eines Tages vom Stängelchen fallen ...

  • Wer sich viel gefallen lässt, ist ein rücksichtsvoller Mensch, dem die eigenen Bedürfnisse nicht automatisch über die der anderen gehen. Es ist eine ganz wichtige Eigenschaft, sich auch mal zurücknehmen und jemand anderem das Feld überlassen zu können. Wer sich nichts gefallen lässt und ständig seinen Kopf durchsetzt ist ein sehr unangenehmer, egoistischer Zeitgenosse!
    Wer empfindlich auf Feedback (in welcher Form auch immer) von außen reagiert, beweist damit, dass er kein unsensibler Klotz ist, an dem alle Einflüsse einfach abprallen. „Empfindlich“ hat etwas mit „Empfindungsfähigkeit“ zu tun und damit, dass man die Meinung anderer ernst nimmt, statt alles besser zu wissen. Außerdem zeigt es, dass man bereit ist, über sich selbst nachzudenken und sich auch mal in Frage zu stellen - eine Grundvoraussetzung für Entwicklungsfähigkeit!

  • Wer (gelegentlich) mal über die Stränge schlägt und sich etwas gönnt, was vielleicht nicht total vernünftig ist (sei es nun finanziell, kalorientechnisch oder sonst wie), beweist damit erstens, dass er nett zu sich sein kann - siehe erster Punkt! Er ist fähig zur Großzügigkeit sich selbst gegenüber, was in den allermeisten Fällen auch bedeutet, dass er anderen gegenüber ebenfalls großzügig sein kann. Und Genussfähigkeit im Allgemeinen und im Besonderen in Situationen, in denen es einem nicht so gut geht, ist sowieso der allerbeste Schutz vor Depressionen und ein wichtiger Pfeiler für ein glückliches Leben! (P. S.: Wer natürlich schon zum dritten Mal den Gerichtsvollzieher vor der Tür hatte, sollte geschwind mal ins Nachdenken kommen ... aber die Situation war ja eine andere!)

Na, Prinzip verstanden? Du musst es nicht ganz so ausführlich machen wie ich gerade, das war vor allem, um dir ein paar Inspirationen auf den Weg mitzugeben, wie du die Sache angehen kannst. Wichtig ist nur: Keine Schwäche auslassen, das wäre gemogelt! Jede, wirklich jede hat ihren „hellen“ Aspekt! Vielleicht musst du eine Weile überlegen und ein bisschen quer denken, um ihn zu entdecken, aber es gibt ihn! Wenn du gar nicht drauf kommst, frag deinen besten Freund oder deine beste Freundin. Und wenn du jetzt gerade stöhnst, weil deine Liste doch so lang ist und du jetzt bestimmt den Rest des Tages darüber grübeln musst, bis du für jedes Minus darauf ein Plus gefunden hast .. tja, vielleicht überlegst du dir dann beim nächsten Mal vorher ein bisschen gründlicher, ob du wirklich so viel an dir selber auszusetzen hast ....

Übrigens ist diese Übung sehr nützlich auch dann, wenn du gerade in einem Bewerbungsprozess steckst und dich auf Vorstellungsgespräche vorbereitest. Die Frage „was sind Ihre Stärken - was sind Ihre Schwächen?“ ist nämlich bei Personalchefs immer noch sehr beliebt. Und wenn sie kommt, ist es eine prima Idee, bei den Schwächen welche zu nennen, bei denen man quasi im Doppelpack gleich noch die positive Seite der Medaille mitliefern kann (oder wo diese so offensichtlich ist, dass sie sich von selbst aufdrängt).

Und da dieses Thema ein so unerschöpfliches ist, gilt auch diesmal wieder: Fortsetzung folgt!

Wer den Feind umarmt, macht ihn bewegungsunfähig!

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