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Mythos schlägt Fakten - Warum Verschwörungstheorien funktionieren

Vielleicht hast du diese Woche ja auch im ZDF die Dokumentation zum Jahrestag der Anschläge des 11. September 2001 verfolgt. Praktisch unmittelbar nach den Attentaten tauchten damals die ersten Verschwörungstheorien jenseits der offiziellen Version der Ereignisse auf. In Zweifel gezogen werden in ihnen bis heute alle möglichen Aspekte des Geschehens: Passen die auf den Filmbildern zu sehenden Schäden am Pentagon tatsächlich zum Crash einer Boeing in das Gebäude - oder war‘s doch eher eine Cruise Missile, die da eingeschlagen ist? Ist Flug 93 wirklich nach einem Handgemenge zwischen Passagieren und Entführern abgestürzt - oder wurde das Flugzeug von Abfangjägern abgeschossen? Ist das WTC-Gebäude 7 infolge der Flugzeugeinschläge in die Twin Towers eingestürzt - oder wurde es kontrolliert gesprengt, um Beweise für ein dort stationiertes amerikanisches Befehlszentrum der Anschläge zu vernichten? Die Spekulationen sind schier endlos; laufen aber alle letzten Endes darauf hinaus, dass in Wirklichkeit die US-Regierung entweder als Urheber oder zumindest als Mitwisser der Anschläge hinter dem Ganzen steckt. Vermutete Motivationen dafür reichen von einer Vorbereitung bzw. Rechtfertigung späterer militärischer Aktivitäten der USA (getarnt als Bekämpfung des Terrorismus) bis hin zu wirtschaftlichen Interessen. Schließlich ist Krieg immer und zuallererst ein Milliardengeschäft ...

Mit einigem Aufwand haben die Macher der Dokumentation akribisch Fakten zusammengetragen und sie den Argumenten der Verschwörungstheoretiker gegenüber gestellt. Vor allem im Internet findet sich entsprechendes Material zuhauf - der bekannteste Film dazu stammt von Dylan Avery und trägt den Titel „Loose Change“. Will man das Fazit der ZDF-Dokumentation kurz zusammenfassen, lautet es wohl so: jaja, da wird eine Menge vertuscht und Geheimniskrämerei betrieben, wo es eigentlich unnötig und oft auch unklug ist, aber wirklich überzeugende Beweise für die Verschwörungstheorie gibt es trotzdem keine. Nicht, dass das Verschwörungsfans auf der ganzen Welt jemals ernsthaft ins Grübeln stürzen würde: die Mythen sind einfach viel zu faszinierend und auf den ersten Blick auch einleuchtend, als dass sie sich so einfach von ein paar trockenen Fakten vom Tisch wischen ließen.

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Warum das so ist, fand jetzt der Psychologe Norbert Schwarz von der University of Michigan in einer Studie heraus. Er griff dazu auf ein Flugblatt zurück, das das „Center for Disease Control and Prevention“ als Information zur Grippeimpfung an die Bevölkerung verteilt hatte. Auf dem Flyer wurden gängige Irrmeinungen zur Grippeimpfung (z. B. „Die Nebenwirkungen einer Schutzimpfung sind schlimmer als die Grippe selbst“) den wissenschaftlichen Fakten (z. B. „Leute können an Grippe sterben“) einander gegenübergestellt. Schwarz drückte das Flugblatt einer Gruppe von Probanden zum Durchlesen in die Hand. Bereits eine halbe Stunde nach dem Lesen konnten sich 28 % der älteren Leser nicht mehr richtig erinnern, welche der Aussagen wahr und welche falsch gewesen waren! Drei Tage nach dem Versuch lag die Zahl derer, deren Erinnerung sie diesbezüglich täuschte, bereits bei 40 %!

Nun könnte man ja meinen, es handele sich bei den ausgewählten Probanden um einen bedauernswerten Haufen früh vergreister Alzheimerpatienten - aber leider, leider schnitten jüngere Versuchspersonen nur kurzfristig besser ab als die älteren. Nach Ablauf der drei Tage war ihr Erinnerungsvermögen keinen Deut zuverlässiger als der der älteren Probanden. Und was am schlimmsten war: Versuchsleser aller Altersgruppen glaubten nun plötzlich, die Gesundheitsbehörde habe ihnen die falschen Informationen absichtlich untergejubelt, um sie zu täuschen! Schwarz‘ Erklärung dafür lautet, dass es vor allem dem Mythos zugute kommt, wenn man versucht, seinen Wahrheitsgehalt durch die Gegenüberstellung mit Fakten in Zweifel zu ziehen. Dazu muss man nämlich den Mythos erst einmal wiederholen, was bei den Zuhörern dazu führt, dass sie ihn besser im Gedächtnis behalten. Irgendwann stellt sich dann bei ihnen das Gefühl ein: „Das habe ich doch schon mal irgendwo gehört“, was dann wiederum zu der Überzeugung verleitet, die Behauptung sei wahr.

So werden wohl alle bekannten und beliebten Mythen der Neuzeit weiterhin fröhlich Urständ feiern, egal, wie viele Dokumentationen, gerichtliche Untersuchungen oder Quellenstudien noch gegen sie ins Feld geführt werden. Die USA wurden in Wahrheit vom Geheimbund der „Illuminaten“ gegründet (was sich durch die Pyramide auf dem Eindollarschein belegen lässt), die NASA landete 1969 gar nicht wirklich auf dem Mond, sondern drehte den angeblichen „großen Schritt für die Menschheit“ in einem Filmstudio (deutlich erkennbar daran, dass die US-Fahne, die Armstrong aufstellt, in einem Wind flattert, den es auf dem Mond nicht gibt), Lady Di starb nicht aufgrund eines von einem betrunkenen Fahrer verursachten Unfalls, sondern wurde von der Queen aus dem Weg geräumt, um die Geburt eines islamischen Halbbruders von William und Harry zu verhindern, John F. Kennedy wurde nicht von Lee Harvey Oswald (allein) erschossen, sondern fiel einer Verschwörung zum Opfer (deren Drahtzieher wahlweise Kennedy feindlich gesonnene Regierungskreise, Fidel Castro oder auch die amerikanische Mafia waren) ....

Und jetzt mal ehrlich: Macht ja auch viel mehr Spaß so, oder? Aber bitte im Kopf behalten: Sollte über dich mal ein Mythos irgendwo kursieren, versuche lieber nicht, ihn durch eine Gegenüberstellung mit den Tatsachen aus der Welt zu schaffen! Damit fütterst du ihn offenbar nur!

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