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Mehr innere Ruhe durch Herzkohärenz

Angst, Freude, Trauer .. Alle unsere Emotionen haben ihren Sitz in einem Teil unseres Gehirns, den man als limbisches System bezeichnet. Dieser Teil des Gehirns ist entwicklungsgeschichtlich betrachtet sehr viel älter als der Neocortex, also der Teil, den wir als Sitz unseres Bewusstseins und Denkens kennen. Und er funktioniert weitgehend autonom, d. h. er unterliegt nicht unserem direkten willentlichen Zugriff. Das macht auch durchaus Sinn, denn Emotionen - beispielsweise Angst - haben eine lebenserhaltende Funktion: Vor einer Schlange Reißaus zu nehmen, hat zweifellos vielen unserer Vorfahren das Leben gerettet. Deshalb arbeitet das limbische System auch blitzschnell und quasi auf der Überholspur am Neocortex vorbei. Ein wahrgenommener Außenreiz wird emotional bewertet - gut, schlecht, gefährlich, ungefährlich - ehe der Neocortex überhaupt die Chance bekommt, sich mit ihm auseinander zu setzen. Das stellte das Überleben in kritischen Situationen sicher: Nicht lange nachdenken, sondern rennen, wenn es darauf ankommt!

Auch wesentliche Teile unserer Körperfunktionen werden vom limbischen System gesteuert, z. B. der Blutdruck, der Herzschlag, das Immunsystem, die Verdauung usw. Das macht ebenfalls Sinn - müssten wir immer daran denken, unser Herz regelmäßig schlagen zu lassen, wären die meisten von uns sicher schon unter der Erde, weil wir es irgendwann mal vergessen hätten!

Im Normalfall funktioniert dieses System so ähnlich wie ein Auto mit Bremse und Gaspedal: Ein Strang des autonomen Nervensystems - der Sympathikus - ist quasi das "Gaspedal" des Körpers; zuständig für Aktivierung und Anspannung. Er lässt das Herz schneller schlagen, den Blutdruck steigen und bereitet den gesamten Organismus auf eine Kampf- oder Fluchtreaktion in einem Notfall vor. Sein Gegenspieler ist der Parasympathikus, die "Bremse" im Körper. Dieser sorgt dafür, dass sich die Reaktionen wieder entschleunigen, der Körper in den Entspannungszustand zurückkehrt, wenn die Gefahr vorbei ist. Solange das System im Gleichgewicht ist, funktioniert das Ganze also reibungslos im Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung, je nach Bedarf.

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Chronischer Stress und / oder seelische Überforderung aber können das System aus dem Takt bringen. Wahrscheinlich hast du selbst auch schon Situationen erlebt, in denen du über längere Zeit nicht mehr wirklich zur Ruhe kommen konntest - vielleicht vor wichtigen Prüfungen oder weil du Liebeskummer hattest. Dann schläft man plötzlich nicht mehr richtig gut, bekommt Magen-/Darmprobleme oder ist anfällig für jeden Infekt, der des Weges kommt. Besonders deutlich spürt man die Überlastung oft an einem Organ, das schon der Volksmund stark mit der Entstehung von Gefühlen in Verbindung bringt: dem Herzen. "Das hat mir das Herz gebrochen" oder "das habe ich mir sehr zu Herzen genommen", "mir wird schwer ums Herz", "mir hat das Herz bis zum Hals geschlagen", aber auch "da hüpft einem ja das Herz im Leib" sind Beispiele dafür. Lange Zeit wurden diese Aussagen von der Wissenschaft nicht ernst genommen; in jüngerer Zeit jedoch zeigt sich, dass sie mehr Wahrheit enthalten, als man zuvor annahm. Das Herz ist weit mehr als ein Muskel, der sich stumpfsinnig zusammenzieht und wieder entspannt und dabei Blut durch unseren Körper pumpt. Es ist umgeben von einem Netzwerk von zahllosen Neuronen - besitzt also ein eigenes Nervensystem -, produziert Hormone, die aufs Gehirn einwirken und erzeugt ein elektromagnetisches Feld, das den ganzen Körper umgibt, dessen Bedeutung aber derzeit noch nicht klar ist. Damit hat das Herz und seine Aktivität eine Menge Einfluss auf unseren gesamten Organismus - nicht zuletzt auf unsere Emotionen.

Geraten wir unter Stress, haben wir Angst, sind wir traurig oder verärgert, wird der Rhythmus des Herzschlags ungleichmäßig. Umgekehrt führen positive Emotionen (z. B. Freude, Dankbarkeit, Liebe) dazu, dass der Puls regelmäßig wird und die inneren Rhythmen wie Atmung und Herzschlag sich synchronisieren. Auf einem EKG lässt sich das in Form von deutlich regelmäßigeren, sinusförmigen Wellenlinien ablesen. Diesen Zustand nennt man Herzkohärenz.

Mit Hilfe regelmäßigen Trainings kannst du lernen, deinen Herzrhythmus zu optimieren und öfter als vielleicht bisher in den Zustand der Herzkohärenz zu gelangen. Das soll dir helfen, mit Gefühlen wie Stress und Angst besser umzugehen, Anspannung abzubauen und im Alltag gelassener zu werden. Erste Studien zeigen, dass sich auf diesem Weg sogar Depressionen, Herzerkrankungen, Asthma und Angststörungen positiv beeinflussen lassen. Im übrigen ist der Zustand der Herzkohärenz für deinen Körper eine echte Erholung: energiesparend, entlastend, aber dennoch kein Ruhezustand im eigentlichen Sinne. In Experimenten zeigte sich nämlich, dass das Gehirn in diesem Zustand schneller und präziser arbeitet als bei "chaotischem" Herzschlag. Der Körper befindet sich sozusagen in einem optimalen Gleichgewicht und kann auf Anforderungen und Unvorhergesehenes ideal reagieren.

Mit Biofeedback-Geräten kann man den Herzschlag sichtbar machen und die Veränderung kontrollieren - natürlich hast du nicht unbedingt ein solches Gerät bei dir zu Hause stehen. Das ist aber auch gar nicht nötig. Nachfolgend findest du eine kurze Anleitung, um ein einfaches Kohärenztraining durchzuführen. Wichtig ist dabei (wie bei allen Entspannungsübungen), dass du es regelmäßig machst; es reichen einige Minuten täglich, aber diese Zeit solltest du dir dafür nehmen. Mit der Zeit wird es dir immer leichter fallen, deinen Herzschlag zu beeinflussen. Die positiven Folgen solltest du auch ohne Biofeedback-Gerät an dir feststellen können: niedrigerer Blutdruck, geringere Reizbarkeit, weniger Müdigkeit, verbesserte Immunstabilität und verbesserter Schlaf. Auch im Umgang mit negativen Emotionen wirst du sicher eine Veränderung bemerken.

Suche dir einen ruhigen Ort, nimm eine bequeme Haltung ein (du kannst dich hinsetzen oder auch hinlegen), schließ die Augen und atme zunächst fünfmal langsam tief ein und aus. Konzentriere dich dabei vor allem auf das Ausatmen und lass zwischen dessen Ende und dem erneuten Einatmen etwa drei Sekunden verstreichen.

Richte deine Aufmerksamkeit dann gezielt auf deine Herzgegend. Stell dir jetzt vor, dass du direkt durch dein Herz atmest - langsam und tief, ein und aus, ein und aus. Male dir aus, wie die frische Luft, die du einatmest, das Herz mit prickelndem, lebensspendendem Sauerstoff überspült. Stell dir vor, wie dein Ausatmen alles mit fortnimmt, was sich um das Herz an Abfall und Überflüssigem angesammelt hat. Lass ein Bild vor deinem inneren Auge entstehen, wie dein Herz sich in einem warmen, leuchtenden Strom von frischer, reinigender, belebender Luft dehnt und streckt. Es genießt dieses Geschenk von Lebenskraft und Energie, ohne dass es dafür etwas leisten muss, so wie du es im Urlaub vielleicht genießen würdest, dich von sanften Meereswogen schaukeln und tragen zu lassen. Spüre dabei, wie deine Brust immer wärmer wird und sich mehr und mehr ausdehnt, so dass dein Herz immer mehr Raum in ihr hat.
Wenn du die Übung noch weiter intensivieren möchtest, dann rufe dir ein Bild ins Gedächtnis, das für dich mit positiven Gefühlen von Liebe, Dankbarkeit und Freude verbunden ist. Schau dir das Bild in allen Einzelheiten an und vertiefe dich in seinen Anblick, so dass die positiven Gefühle sich ganz in dir ausbreiten können.

Beende die Übung schließlich mit fünf weiteren, bewussten Atemzügen, während derer du langsam von fünf an rückwärts zählst, und komm mit deiner Aufmerksamkeit in deinem Tempo zurück in den Raum, in dem du dich befindest. Öffne die Augen wieder. Wenn du magst, dehne und strecke dich - du fühlst dich jetzt wach, erfrischt und munter.

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