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Helfen macht glücklich! - Wie uns ehrenamtliches Engagement verändern kann

„Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu anderer Glück, denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück.“

Diesen kleinen Sinnspruch - zweifellos kein Meisterwerk der Weltliteratur, aber dafür einfach zu merken! - schrieben wir uns neben anderen mehr oder weniger anspruchsvollen Ergüssen vor dreißig Jahren gerne gegenseitig in unsere Poesiealben. (Gibt‘s die eigentlich so noch? Oder sind sie ganz von den Diddl-, HelloKitty- und sonstigen Freundschaftsbüchern abgelöst worden?) Bei mir war es meine Klassenkameradin Daniela, die ihn in kindlich-runder Schönschreibschrift und mit bunten Herzchen und Sonnen verziert liebevoll hinein malte. Wahrscheinlich haben wir uns damals nicht allzu viel dabei gedacht, aber aus heutiger Perspektive betrachtet, fasst das Sprüchlein doch tatsächlich eine ganz wichtige Erkenntnis der Glücksforschung kurz und bündig zusammen: Wenn wir anderen helfen, ist das nicht nur für diese gut, sondern ganz besonders auch für uns selbst. Schon in den 90er Jahren wiesen Forscher der Universität Michigan in einer Studie an über tausend Personen nach, dass Personen, die sich freiwillig in irgendeiner Form für andere Menschen engagierten, sich besonders glücklich und wohl fühlten. Das schlägt sich offenbar sogar in unserer Lebenserwartung nieder: Die freiwilligen Helfer hatten eine um 40 % höhere Chance auf ein langes Leben als jene Probanden, die sich nicht für andere einsetzten! Auch in einer Studie des englischen Sozialpsychologen Michael Argyle zum Thema Freizeitgestaltung gaben die Befragten fast einhellig an, dass ihnen ehrenamtliches Engagement die größte Freude von allen Beschäftigungen bereite (höher punkten konnte nur noch das Tanzen). Warum ist das so?

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Martin Seligman, ein Glücksforscher, dem du auf iPersonic schon häufiger begegnet bist, hält vor allem den Effekt für wichtig, dem eigenen Leben durch den Einsatz für eine gute Sache und/oder für andere Menschen eine höhere Bedeutung zu verleihen. Wer den Eindruck hat, es mache sehr wohl einen Unterschied, ob er auf der Welt sei oder nicht, hat für sich selbst eine Antwort auf die dem Menschen eigene Frage nach dem Sinn des Daseins parat - eine ganz wichtige Voraussetzung für dauerhafte Lebenszufriedenheit. Die Gewissheit, etwas von sich selbst zurückzulassen, wenn man diese Welt eines Tages wieder verlässt, nimmt der eigenen Endlichkeit den Schrecken. Der Entwicklungspsychologe Erik Erikson nannte das die Lebensaufgabe der „Generativität“, der Schöpferkraft, die sich dem Menschen vor allem in den mittleren Lebensjahren stellt (was aber nicht heißt, dass man nicht schon früher damit anfangen oder nicht auch im höheren Alter damit weitermachen könnte!). Etwas an andere weiterzugeben und damit Spuren auf der Welt zu hinterlassen, befriedigt unseren Wunsch nach Generativität. Das kann durch das Zeugen und Großziehen eines Kindes passieren, durch kulturelles Schaffen, durch das Weitergeben von Wissen an die nachfolgenden Generationen - oder eben auch durch das Engagement für ein wichtiges Projekt, das einem am Herzen liegt. Von anderen gebraucht zu werden ist nun mal so ungefähr das Gegenteil von einem sinnlosen Leben.

Ein anderer Aspekt, der in der Forschung immer wieder auftaucht, ist ein direkter Zusammenhang zwischen dem Erleben von Gerechtigkeit in der Gesellschaft und Lebenszufriedenheit. In internationalen Vergleichen zeigt sich immer wieder, dass nicht der absolute Wohlstand, sondern vor allem die gleichmäßige Verteilung der Güter einen wichtigen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit (und auch die Lebensdauer!) der Einwohner hat. Anders gesagt: In einem Land, in dem die Einkommensunterschiede zwischen den Bürgern gering sind (gern zitiert wird dabei als Beispiel das kleine Kerala, ein sehr armer Bundesstaat in Südindien) sind die Menschen zufriedener und leben im Durchschnitt acht (!) Jahre länger als die Menschen in Brasilien, die im Schnitt zwar sechsmal so viel verdienen, unter denen aber enorme Unterschiede zwischen Armen und Reichen klaffen. Solche Effekte auf Lebenszufriedenheit und -erwartung lassen sich sogar innerhalb von Staatengebilden wie den USA nachweisen. Sie erklären zumindest teilweise die immer wieder erstaunlichen Ergebnisse der Glücksforschung, in denen oft Einwohner aus bettelarmen Regionen der Welt die Listen derjenigen anführen, die sich selbst als die zufriedensten Menschen bezeichnen. In Europa schätzen sich beispielsweise die Skandinavier und Niederländer besonders glücklich - genau diejenigen Länder, in denen das Einkommen am ausgeglichensten verteilt ist. Offensichtlich ist es so, dass es uns nicht gelingt, in einer sehr ungerechten Welt unseren Kontostand 1:1 in Zufriedenheit umzuwandeln, und sei er noch so hoch. Die Forscher vermuten höheren Stress in solchen Gesellschaften als Gegenspieler, der zu einer Reduktion der guten Gefühle führt. Vielleicht hatte aber auch Epikur Recht, der schon von 2300 Jahren schrieb: „Die schönste Frucht der Gerechtigkeit ist Seelenfrieden.“ Wer sich ehrenamtlich engagiert, tut dies sehr oft in dem Gefühl, die Gesellschaft durch seinen Einsatz ein kleines bisschen besser zu machen. Man muss ja vielleicht nicht gleich so weit gehen wie Stella Deetjen, der „Stern von Benares“, die während einer Indienreise von zehn Jahren ihr Herz für Leprakranke und Waisenkinder entdeckte und seitdem ihr ganzes Leben der Arbeit für sie gewidmet hat - mit großem Erfolg. Manchmal sind es kleine, persönliche Ereignisse, die Menschen dazu bringen, sich für andere einzusetzen. Bei uns in der Region ist es derzeit ein kleines krebskrankes Mädchen, das eine Welle der Hilfsbereitschaft von Benefizkonzerten, -fußballspielen und dergleichen ins Leben gerufen hat, bis hin zum Spendenflohmarkt, der von ihren Klassenkameradinnen organisiert wurde. Persönliche Betroffenheit (eine an Leukämie erkrankte Schwägerin) war es auch, die bei Claudia Rutt den Anstoß gab, die deutsche Knochenmarkspenderdatei ins Leben zu rufen. Oder mein Zahnarzt, der regelmäßig mit seiner halben Belegschaft in ein kleines Bergdorf nach Chile fliegt und dort während seines Urlaubs kostenlos die Bevölkerung behandelt, nachdem er bei einem Besuch dort einmal gesehen hatte, welch katastrophale Zustände dort herrschen. Oder einfach all diejenigen, die jede Woche ohne großes Tamtam ins Tierheim marschieren und einen heimatlosen Hund mal so richtig ausgiebig Gassi führen. Oder all diejenigen, die bei Wind und Wetter und Nacht und Nebel als Schülerlotsen morgens und mittags den Kindern sicher über die Straßen helfen, oder die wöchentlich einen Altenheimbewohner im Rollstuhl spazieren fahren. Oder ... oder ... oder ... die Liste könnte man natürlich endlos fortsetzen. Und der eigenen Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. Oder ist dir noch nie der Satz „da müsste man eigentlich mal was tun ...“ durch den Kopf gegangen? Es ist dabei egal, wie groß oder klein das Projekt ist, für das man sich engagiert, wichtig ist vor allem, dass es im direkten Kontakt mit anderen und regelmäßig passiert, haben die Forscher herausgefunden. Anders gesagt: einfach nur anonym für „Brot für die Welt“ zu spenden, ist zwar auch eine gute Sache, hat aber keinen so positiven Effekt auf die eigene Zufriedenheit wie die Sache mit der Rollstuhlgruppe ...

Sicherlich auch eine Rolle bei der Gleichung „anderen helfen = eigenes Glück“ spielt die Tatsache, dass Aktivität uns erwiesenermaßen glücklicher macht als Nichtstun. „Trägheit macht traurig“, wusste schon Thomas von Aquin, und dafür gibt es auch einen evolutionären Hintergrund: Einen Überlebensvorteil hatten vor allem unsere besonders aktiven und unternehmungslustigen Ahnen. Entsprechend wurde unser Gehirn in Jahrtausenden darauf programmiert, uns Aktivität schmackhaft zu machen (mit Hilfe der Ausschüttung von Botenstoffen wie Dopamin und körpereigenen Opioiden). Wir fühlen uns daher zwangsläufig besser, wenn wir beschäftigt sind, als wenn wir einfach nur faulenzen (kurze Phasen der Erholung nach großer Erschöpfung mal ausgenommen). Nicht umsonst ist Beschäftigung in allen möglichen Formen wesentlicher Bestandteil aller Anti-Depressionstherapien. Dass Nichtstun krank macht, wissen auch alle, die jemals mit Langzeitarbeitslosen zu tun hatten (oder gar selbst betroffen waren). Das Setzen von Zielen löst dagegen im Gehirn bereits über das Erwartungssystem gute Gefühle aus - die Vorfreude -, und wenn wir sie erreichen, wird noch mal eine Extraportion an Glückshormonen ausgeschüttet. Es ist also allemal sinnvoller auch für die eigene Zufriedenheit, seinen freien Nachmittag mit dem Anstreichen des neuen Klettergerüsts auf dem Kinderspielplatz um die Ecke zuzubringen als sich die dreihundertfünfzigste Wiederholung von „Kerner kocht“ auf dem Sofa reinzupfeifen.

Last but not least gilt: Der zentrale Dreh- und Angelpunkt für unser Wohlbefinden ist unser Verhältnis zu anderen Menschen. Liebe, Freundschaft und Anerkennung sind für uns alle sozusagen genauso wichtig wie die Luft zum Atmen. Und wo könnte man schneller und intensiver in positiven Kontakt mit anderen Menschen kommen als in einem ehrenamtlichen Projekt? Dabei denke ich gar nicht nur an diejenigen, die sich über deine Hilfe freuen und dir Dankbarkeit entgegenbringen, sondern auch an diejenigen, die mit dir gemeinsam an einem Strang ziehen (wenn du dich nicht gerade für ein völlig isoliertes Arbeiten entscheidest). Die gemeinsamen Ziele und Interessen verbinden und die Freude über zusammen Erreichtes und Erkämpftes schafft eine unvergleichliche Atmosphäre. Man lernt viele nette neue Menschen kennen, die ähnlich ticken wie man selbst. Mehr als einmal habe ich es erlebt, dass Klienten, die in ziemlichen Stimmungstiefs gefangen waren, geradezu aufblühten, nachdem sie erst mal über ihren (trägen und skeptischen) Schatten gesprungen waren und sich für ein Projekt ehrenamtlich zu engagieren begannen. Wer anderen positive Aufmerksamkeit schenkt, bekommt auch selbst positive Aufmerksamkeit zurück, so einfach ist das.

Also, wenn du selbst manchmal das Gefühl hast, dir fehlt noch ein kleines Stück zum Glück - versuche es einmal mit etwas in dieser Richtung! Mach andere ein wenig glücklicher, und du selbst wirst es auch sein. Ganz im Sinne von Mahatma Gandhi: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt!“

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