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Glück ist lernbar!

Vor einiger Zeit habe ich hier ja schon mal über die Kraft der Gedanken geschrieben, als ich dir das Konzept der sich selbst erfüllenden Prophezeiung erklärt habe. Heute gibt es eine Art „Fortsetzung“ dazu. Mittlerweile sind sich nämlich Neurowissenschaftler und Psychologen darin einig, dass auch die Frage, ob wir uns eher als glücklich oder unglücklich erleben, ganz zentral durch unsere Gedanken mit entschieden wird. Äußere Umstände mögen unser Leben beeinflussen und sind natürlich nicht unwichtig (es ist schwierig, sich glücklich zu fühlen, wenn man sich am ersten Tag des lang ersehnten Skiurlaubs das Bein bricht!), dennoch spielt die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen und mit dem, was wir in ihr vorfinden, umgehen, eine viel wichtigere Rolle, als wir westlichen Menschen es uns oft bewusst machen.

Östliche Philosophien, z. B. der Buddhismus, haben schon lange erkannt, dass die Quelle des Glücks nicht im Außen, sondern im Innen liegt; und dass die Gabe des Glücklichseins nichts ist, was man geschenkt bekommt, sondern etwas, was man sich hart erarbeiten muss. Der Dalai Lama schreibt z. B. in seinem Buch: „Der Weg zum Glück“: "Es gibt zwei Wege, die Ursache für Glück zu schaffen. Der erste ist äußerlich. Der zweite Weg besteht in geistiger Entwicklung (...) Wir müssen Ärger minimieren sowie Güte und Warmherzigkeit kultivieren (...) Die wichtigste Methode, ein glückliches Leben zu erreichen, besteht darin, unseren Geist in täglichen Übungen zu schulen, die negatives Verhalten schwächen und positives Verhalten stärken. (...) Die eigentlichen Geheimnisse auf dem Weg zum Glück sind Entschlossenheit, Anstrengung und Zeit."

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Neurowissenschaftler und Psychologen würden ihm da sicher aus vollem Herzen zustimmen. Bereits 1949 vermutete Donald Hebb, ein kanadischer Forscher, dass alles Lernen durch Verknüpfungen zwischen einzelnen Neuronen, den „Bausteinen“ unseres Gehirns zustande kommt. Jedes Neuron steht mit anderen Neuronen in Verbindung, empfängt von ihnen Signale und leitet diese weiter. Neurowissenschaftler nennen das „feuern“, weil die Signalweitergabe in kurzen Salven erfolgt, nicht als gleichmäßiger Strom. Wenn zwei Neuronen immer wieder zur gleichen Zeit ihre Signale senden, also gleichzeitig feuern, verstärkt sich zwischen ihnen die Verbindung (die so genannte Synapse). Wenn du beispielsweise beim Lernen für eine Prüfung immer wieder den gleichen Text durchliest, bringst du die Neuronen in deinem Kopf dazu, die Verknüpfungen zwischen sich so zu verändern, dass eine Art „Muster“ im Gehirn entsteht. Auf diese Weise kannst du dich später an den Text erinnern. Und wie du aus Erfahrung sicher weißt, werden die Verbindungen immer fester (und du erinnerst dich immer besser), je öfter du den Text liest. Natürlich lernen deine Neuronen auch dann, wenn du nicht gerade für eine Prüfung paukst. Alles, was du erlebst, fühlst, denkst und tust, hinterlässt seine Spuren in deinem Gehirn. Und damit hältst du praktisch schon den Schlüssel zum Glücklichsein in den Händen: Je öfter es dir gelingt, positive Emotionen in dir wachzurufen, desto fester gräbt sich das „Muster“ Glück in dein Gehirn ein. Ein Muster aber, das tief verankert ist, lässt sich durch Außenreize auch schnell aktivieren (du kennst das sicher von ganz gewöhnlichen Alltagsbeispielen: es reichen die ersten drei Töne von „Jingle Bells“, damit du das ganze Lied im Kopf parat hast). Genauso funktioniert es auch mit Gefühlsmustern: Bist du eher gewohnt, glücklich zu sein, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass du es noch öfter sein wirst. Bist du eher gewohnt, traurig und niedergeschlagen zu denken, wirst du immer mehr unglückliche Stunden verbringen.

Nun denkst du vielleicht: Ich kann doch nichts dafür, wie ich fühle! Aber das ist ein Irrtum, dem ganz viele Menschen aufsitzen. Gefühle fallen nicht vom Himmel, sondern sie resultieren vor allem aus zwei Quellen: aus unserem Denken und aus unserem Verhalten. Du setzt dich ja ständig mit deiner Außenwelt auseinander und unterhältst dich dabei gleichsam im Stillen mit dir selbst darüber, was du da so wahrnimmst - sprich, du bewertest das, was da an Geschehnissen auf dich zukommt als positiv oder negativ. (Und da gibt es in der Regel eine Menge an Interpretationsspielraum, wenn man mal darauf achtet! Ganz viele Ereignisse kann man sowohl positiv als auch negativ sehen, je nachdem, welchen Standpunkt man einnimmt!). Wer eher dazu neigt, in allem das Schlechte zu sehen, darf daher getrost mit vorwiegend negativen Gefühlen wie Angst, Trauer und dergleichen rechnen. So etwas ist aber nicht angeboren, sondern wird erlernt (und die gute Nachricht des heutigen Tages ist: es kann auch verlernt werden!). Neben den Gedanken unterliegt auch unser Verhalten unserer Willenskontrolle und ist eine wichtige Quelle für Gefühle. Vielleicht kennst du es von dir selbst: wenn du eigentlich keine Lust hast, joggen zu gehen, dich aber dann doch dazu aufraffst, dann fühlst du dich hinterher meist zufrieden, im besten Fall sogar glücklich. Das ist ein einfaches Beispiel dafür, dass Gefühle dem Verhalten folgen (und eben nicht nur das Verhalten dem Gefühl folgen muss).

Langer Rede, kurzer Sinn: Wer seine Aufmerksamkeit vor allem auf Positives richtet, wird sich eher glücklich fühlen als derjenige, der seine Aufmerksamkeit vor allem auf Negatives richtet. Aus der Schmerzforschung weiß man, dass die Beschäftigung mit Schmerzen zu Veränderungen in der Großhirnrinde führt, die einen noch schmerzempfindlicher werden lässt. Das hat unter anderem die Neuropsychologin Herta Flor nachgewiesen. Sie konnte vermittels Hirnscan-Verfahren zeigen, dass die Areale im Gehirn, die sich mit der Schmerzverarbeitung befassen, immer größer wurden, je eingehender die Versuchspersonen sich mit ihren Schmerzen befassten. Auch die Aktivität ihrer Hirnströme wurde immer stärker. Die Versuchspersonen empfanden die Schmerzen dadurch als immer intensiver. Personen dagegen, die sich weniger mit ihrem Unwohlsein beschäftigten, sondern sich eher anderen Dingen zuwandten, zeigten im Gehirn geringere Signale der Schmerzwahrnehmung. Sie beschrieben die gleichen Schmerzen als weniger stark. Wir können also unser Hirn gleichsam „programmieren“ durch das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten - im Guten wie im Schlechten. Oder anders gesagt: Die Fähigkeit zum Glücklichsein ist trainierbar wie ein Muskel!

Wie bei einem Muskel auch braucht es - der Dalai Lama hat ganz recht - allerdings einiges an Ausdauer, Geduld und Anstrengung, um unser Gehirn umzupolen, wenn es beispielsweise jahrelang eher daran gewöhnt war, mit „Negativschaltungen“ zu reagieren. Am besten stellst du dir dein Gehirn dabei vor wie eine viel befahrene Straße: Jedes Mal, wenn du mit deinen Gedanken auf der „Negativspur“ unterwegs bist, graben sich die Spurrillen hier noch etwas tiefer ein. Versuche doch einmal, über einen längeren Zeitraum hinweg ganz bewusst auf der „Positivspur“ zu fahren. Das heißt übrigens nicht, dass du dir Unangenehmes krampfhaft schönreden sollst. Es heißt vielmehr, dass du erstens Positivem ganz gezielt mehr Aufmerksamkeit schenken sollst, als du es bisher vielleicht getan hast, und zweitens Negatives zwar registrierst, deinen Emotionen aber möglichst selten die Zügel schießen lässt. Einfaches Beispiel: Wenn dir morgen früh auf dem Weg zur Arbeit wieder mal ein unangenehmer Zeitgenosse die Vorfahrt nimmt und du gerade noch auf die Bremse steigen kannst, dann brich nicht in eine wütende Tirade über Sonntagsfahrer aus (damit vertiefst du nur die Spurrille für Wutanfälle und Ärger!), sondern klopf dir innerlich auf die Schulter, weil du so ein tolles Reaktionsvermögen an den Tag gelegt hast! Wahrscheinlich funktioniert das nicht von heute auf morgen, aber wenn du dran bleibst und hartnäckig immer wieder einen neuen Versuch startest, werden sich die Spurrillen nach und nach in die gewünschte Richtung verschieben!

Hilfreich dabei ist für dich vielleicht auch die Übung mit dem „Glückstagebuch“, die ich bei der Traumatherapeutin Luise Reddemann abgeschaut habe und vielen meinen PatientInnen mitgebe: Kauf dir ein hübsches, gebundenes Büchlein oder eine Kladde, die dich vom Aussehen her spontan anspricht, und erkläre sie zu deinem Glückstagebuch! Schreib jeden Tag mindestens ein kleines Ereignis oder eine Beobachtung hinein, die dich an diesem Tag glücklich gemacht hat (natürlich dürfen es auch mehr sein, eine ist aber das Minimum!). Es muss nichts Spektakuläres wie der Sechser im Lotto sein, es reichen Kleinigkeiten, vielleicht ein besonders nettes Kompliment, das du bekommen hast, eine besondere Leckerei, die du dir gegönnt hast oder auch die ersten Schneeflocken, die dich für einen Moment in deine Kindheit zurückversetzt haben. Wichtig ist: Das Tagebuch ist nur für die glücklichen Momente da - Negatives hat darin nichts verloren! (Du darfst gerne ein zweites Tagebuch führen, in dem auch dunkle Gedanken ihren Platz finden, aber das Glückstagebuch selbst darf nicht von ihnen „verunreinigt“ werden!). Probiere es aus - du wirst mit ein bisschen Übung staunen, wie viele Momente des Tages dir Anlass geben, innerlich zu lächeln! Und blättere ruhig von Zeit zu Zeit mal in deinen Aufzeichnungen herum - du bist mit ihnen auf jeden Fall auf der richtigen Spur unterwegs!

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