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Beste Freundinnen - eine ganz besondere Beziehung

Nie waren Freunde so wichtig wie heute. In Zeiten, in denen andere gesellschaftliche Bezugssysteme wie Ehe, Familie und Religionsgemeinschaften zunehmend brüchiger werden, gewinnt die Institution Freundschaft mehr und mehr an Stellenwert. In einer amerikanischen Studie bezeichneten zwar immer noch 47 % der Befragten romantische Partner als ihre engsten und intimsten Bezugspersonen; doch schon auf dem zweiten Platz lagen Freunde (36 %). Familie und Verwandtschaft dagegen landeten mit nur 14 % der Nennungen deutlich abgeschlagen auf einem hinteren Platz.

Freunde erhöhen nicht nur die Lebensfreude und das seelische Wohlbefinden, sondern fördern auch die Gesundheit und sogar die Lebenserwartung. Freundschaftliche Bindungen machen glücklich, stärken das Immunsystem, schützen vor den negativen Auswirkungen von Stress und wirken in vieler Hinsicht ähnlich wie ein Antidepressivum; das konnte in zahlreichen Studien nachgewiesen werden. So reduziert schon die bloße Anwesenheit eines guten Freundes oder einer guten Freundin beispielsweise in Belastungssituationen die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, wie der Freiburger Psychologieprofessor Markus Heinrichs 2003 in einer Untersuchung zeigen konnte.

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Interessanterweise ist dieser positive Einfluss von Freundschaften auf die Lebensqualität bei Frauen sogar noch deutlich ausgeprägter als bei Männern. Dies hat kürzlich eine Untersuchung der Universität Manchester, in der 6.500 Probanden befragt wurden, zeigen können. „Frauen brauchen vor allem Freunde zum Glücklichsein, Männer dagegen die Familie“, bringt es Tarani Chandola, einer der Studienautoren, auf den Punkt. Eigentlich daher nicht verwunderlich, dass 2010 eine repräsentative Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung eV (GfK) unter 1000 Frauen ergab, dass 92 % auf keinen Fall auf ihre beste Freundin verzichten wollen - damit rangierte die beste Freundin für Frauen in ihrer Wichtigkeit sogar noch knapp vor dem Partner (91 %).

In der Tat neigen Frauen im Gegensatz zu Männern dazu, auch in ihren Freundschaften sehr enge Zweierbeziehungen einzugehen. Während Männer eher Freundesnetzwerke pflegen (also mehrere nicht so enge Bindungen an verschiedene Freunde bevorzugen), hat fast jede Frau eine „beste Freundin“, mit der sie eine besonders intensive Beziehung pflegt - und die dann natürlich auch einen besonderen Stellenwert in ihrem Leben einnimmt. Die weibliche Vorliebe, gern eine enge Freundesbeziehung mit einer Geschlechtsgenossin zu pflegen, scheint sogar in unsere Gene eingeschrieben zu sein: Auch unsere nächsten Verwandten, die Schimpansinnen, verbringen gerne viel Zeit alleine mit einer von ihnen bevorzugten Gefährtin, während Schimpansenmännchen sich lieber in größeren Gruppen aufhalten.

Die Forscher aus Manchester fanden in ihrer Untersuchung zwar keine direkte Erklärung dafür, warum für das Lebensglück von Frauen ihre Freundschaften noch bedeutsamer sind als sie es für Männer sind. Möglicherweise spielt aber ja die unterschiedliche Qualität von Frauen- und Männerfreundschaften hier mit eine Rolle. Jaap Denissen, Psychologe und Freundschaftsforscher an der Humboldt-Universität in Berlin, formulierte es im Interview mit der Zeitschrift „psychologie heute“ so: „Bildlich gesprochen sitzen sich Frauen mit ihren Freundinnen gegenüber, reden, tauschen Gedanken aus. Wenn sich Freundinnen treffen, ist es nicht unbedingt notwendig, dass sie etwas unternehmen. Bei Männern ist das anders, sie unterhalten sich weniger über ihre Gefühle, sondern mehr über Ereignisse. Ihnen ist wichtig, mit dem Freund aktiv zu sein, Rad zu fahren oder in ein Konzert zu gehen. Männer sitzen sich seltener gegenüber und reden, sondern stehen eher nebeneinander, beobachten etwas und bewerten das Geschehen.“

In der Tat sind die wichtigsten Charakteristika von Frauenfreundschaften, wie verschiedene Studien zeigen, vor allem die intensive Kommunikation und hohe Intimität zwischen Freundinnen. Untersuchungen zufolge konzentrieren sich Frauen in ihren Freundschaften stärker aufeinander und tauschen sich nicht nur häufiger, intensiver, sondern auch über persönlichere Angelegenheiten miteinander aus, als Männer es mit ihren Freunden tun. Darüber hinaus haben gegenseitige Hilfe und emotionale Unterstützung bei Frauen in Freundschaften einen höheren Stellenwert als bei Männern. Ein großes Maß an gegenseitiger Empathie - die Fähigkeit, sich in die Freundin einfühlen zu können und so deren Gedanken und Bedürfnisse zutreffend zu erahnen, bevor sie überhaupt ausgesprochen werden - gehört ebenfalls zu den zentralen Kennzeichen einer Frauenfreundschaft.

Eine beste Freundin zu haben, bedeutet für eine Frau deshalb vor allem, sich umfassend verstanden zu fühlen, offen über alle Probleme, Sorgen und Nöte sprechen zu können, Rat und Unterstützung zu finden. "Frauen stellen im Vergleich zu Männern höhere Ansprüche an Bindung, Intimität, Selbstenthüllung und emotionale Unterstützung in ihren Freundschaftsbeziehungen", fasst es eine Studie von 1997 zusammen. Speziell das Thema Selbstenthüllung oder auch Selbstöffnung - also die Bereitschaft, miteinander Probleme zu teilen und auch kritische oder sehr intime Aspekte des eigenen Selbst preis zu geben und sich damit emotional verletzlich zu machen - spielt in Frauenfreundschaften eine wichtige Rolle: Indem beide Frauen ihre Schutzmechanismen innerhalb der Beziehung schrittweise aufgeben, entsteht eine tiefe persönliche Verbindung. Die beste Freundin ist für eine Frau deshalb nicht einfach nur jemand, mit dem man gut Tennis spielen oder den man beim nächsten Umzug als zuverlässige Helferin einplanen kann, sondern eine echte Seelengefährtin: jemand, dem man unbedingtes Vertrauen entgegenbringen und von dem man emotionalen Rückhalt erwarten kann. So entsteht ein besonderes Maß an Intimität und Nähe. Als Face-to-Face-Freundschaften werden diese Frauenfreundschaften in der Literatur deshalb häufig bezeichnet (im Unterschied zu männlichen Side-by-Side-Freundschaften). Oder, um Aristoteles zu zitieren: „Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern.“

Eine solche Freundschaft aufzubauen und zu erhalten, erfordert natürlich viel Zeit und Aufwand. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass wir im Durchschnitt laut einer Umfrage der Universität Chemnitz nur drei Menschen als wirklich enge Freunde oder Freundinnen bezeichnen. Wer von diesen drei Menschen dann zu unserer „besten Freundin“ avanciert, dazu lieferte eine Längsschnittstudie in Tacoma, Washington, einen Hinweis: Studenten wurden darin aufgefordert, ein Jahr lang ihre gleichgeschlechtlichen Freundschaften bewerten. Als beste Freundin oder besten Freund bezeichneten die Studenten vier Jahre später den Menschen, von dem sie sich am stärksten in der eigenen Identität akzeptiert und bestätigt fühlten. Eine wichtige Aufgabe der besten Freundin besteht also darin, uns das Gefühl zu vermitteln: „Ich kenne dich ganz genau - und ich finde dich toll!“

Um eine solche Verbindung entstehen zu lassen, ist ein hohes Maß an gegenseitiger Aufmerksamkeit und Zuwendung nötig: Man muss einander genau zuhören, aufeinander eingehen, sich füreinander interessieren, sich aufeinander einlassen, Zeit miteinander verbringen. Eine beste Freundin fällt nicht vom Himmel - eine solche Beziehung braucht Zeit, um wachsen und sich entwickeln zu können. Deswegen ist sie auch so besonders kostbar und schwer oder gar nicht zu ersetzen: Die gemeinsame Geschichte, die einen verbindet, gemeinsame Erinnerungen, gemeinsam geteilte freud- und leidvolle Erfahrungen machen sie einzigartig und unwiederholbar. Beste Freundinnen wissen oft mehr voneinander, als Liebespartner es tun, gerade was (scheinbar unwichtige) Kleinigkeiten angeht (wie z. B. Lieblingsfilm, Lieblingsblume, Lieblingslied oder Lieblingsbuch der Freundin). Das hat zum einen mit dem schon erwähnten hohen kommunikativen Charakter von Frauenfreundschaften zu tun (beste Freundinnen reden nun mal über alles, auch über vermeintlich Unwichtiges). Zum anderen aber hängt es oft auch damit zusammen, dass sich beste Freundinnen einander in der Regel in vieler Hinsicht sehr ähneln - nicht unbedingt äußerlich oder vom Temperament her, aber hinsichtlich ihrer Einstellungen, Vorlieben oder Abneigungen: Je mehr Ähnlichkeiten uns nämlich mit einer anderen Person verbinden, desto größer ist von Anfang an die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns gut mit ihr verstehen werden. In eine Person, die uns ähnlich ist, können wir uns leichter hineinversetzen, wir teilen ihre Weltsicht und es gibt weniger Konfliktpotenzial als mit jemandem, der sich sehr von uns unterscheidet.

„Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“, weiß der Volksmund, und damit hat er nicht Unrecht. Der Brauch, wichtigen Menschen im eigenen Leben Geschenke zu machen, findet sich in allen Epochen und Kulturen. „Beziehungszeichen“ nannte der Soziologe Erving Goffman Geschenke, weil sie in gewisser Weise der Beziehung zwischen Geber und Empfänger Ausdruck verleihen, sie sozusagen versinnbildlichen. Von jemandem, der uns persönlich sehr nahe steht - wie die beste Freundin - und von dem wir annehmen, dass wir ihm oder ihr wichtig sind, erwarten wir deshalb automatisch zum Beispiel ein sehr individuell ausgewähltes, besonderes Geschenk. Selbst wenn ein Präsent an sich einen recht hohen materiellen Wert besitzen sollte, macht es uns keine rechte Freude, wenn es ihm an der persönlichen Note mangelt, die zu erkennen gibt, dass der andere viel über uns weiß und sich viele Gedanken um unsere Person und die richtige Auswahl gemacht hat. „Gefühle (...) zum Anfassen“ nennt der Soziologe Helmuth Berking Geschenke deshalb auch sehr treffend. In Untersuchungen bevorzugen die Befragten deshalb regelmäßig persönliche und außergewöhnliche Geschenke deutlich vor teureren, aber weniger originellen Präsenten. Denn je individueller und persönlicher das Geschenk, umso mehr Wertschätzung des Schenkenden transportiert es: „Sieh her, ich kenne dich gut und habe mir viel Zeit genommen, mich in dich hineinzuversetzen!“

Ein so persönliches Geschenk auszuwählen, setzt natürlich ein sehr genaues, umfangreiches Wissen über den Beschenkten voraus, das eigentlich nur jemand haben kann, der dem Betreffenden sehr nahe steht. Das ist auch eine Erklärung dafür, warum wir ein eher unpersönliches Geschenk von entfernteren Bekannten ohne Murren entgegennehmen, aber sehr gekränkt wären, wenn uns dasselbe Geschenk von unserer besten Freundin überreicht würde. Von Letzterer erwarten wir zu Recht, dass sie uns gut genug kennt, um unseren Geschmack hundertprozentig zu treffen. Gelingt ihr das, drückt ein solches Geschenk Nähe, Aufmerksamkeit und Zuwendung aus. Es macht die Verbundenheit zwischen der Schenkenden und der Beschenkten greif- und sichtbar. Damit wird die Beziehung zwischen den beiden Beteiligten bestätigt und gewürdigt. Wählt man also beispielsweise die Lieblingsblume der Freundin richtig aus und schenkt sie ihr zum Geburtstag, versinnbildlicht und unterstreicht eine solche Gabe also gleichzeitig die Enge und Vertrautheit der Beziehung zwischen den Freundinnen auf ganz besondere Weise. Bei der Empfängerin löst so ein Geschenk das Gefühl des Geliebt- und Umsorgtwerdens aus, ebenso wie den (richtigen) Eindruck, dass die Geberin sie ganz genau kennt. Damit ist sozusagen das Gegenteil von Beliebigkeit eines Geschenks erreicht: diese Blume, dieses Geschenk nämlich passt nur zu dieser einen Person, für die es bestimmt ist. Im Idealfall - das fanden Studien heraus - gelingt der Schenkenden die Auswahl eines solchen Geschenks, ohne dass die Beschenkte selbst einen präzisen Wunsch geäußert hat - die Schenkende errät das Richtige aufgrund ihres Wissens über die Beschenkte, ihrer Bereitschaft, sich in diesen einzufühlen und ihr aufmerksam zuzuhören - auch bei vermeintlich unwichtigen Kleinigkeiten.

Übrigens kann man auf der Website http://www.tollwasblumenmachen.de/ derzeit gerade per Test herausfinden, welches vermutlich die Lieblingsblume der eigenen besten Freundin ist. Nur für den Fall, dass man es noch nicht weiß ...

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