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Die Macht des ersten Eindrucks

You never get a second chance to make a first impression! Wie wahr, wie wahr. Personalchefs und Jobtrainer liegen uns schon seit Jahren damit in den Ohren, wie sehr es beim Bewerbungsgespräch auf den Händedruck und den Augenkontakt schon bei der Begrüßung ankommt. Klar, dass der erste Eindruck auch beim Flirten eine Rolle spielt. Wie schnell allerdings beim Gegenüber das - zumindest vorläufige - "Urteil" gesprochen wird, zeigte deutlich eine Untersuchung der Princeton University. Ihr zufolge haben wir lediglich eine Zehntelsekunde Zeit, das Interesse unseres Gegenübers zu wecken. Danach könnten wir schon auf dem Flirt-Müllhaufen der Geschichte gelandet sein, wenn wir Pech haben. Oder die Chance auf den neuen Job versemmelt haben.

Die Probanden der Studie sollten Portraitbilder nach Eigenschaften wie "attraktiv", "sympathisch", "vertrauenswürdig", "kompetent" oder "aggressiv" beurteilen. Die Fotos erschienen dabei zunächst eine Zehntelsekunde, dann eine halbe Sekunde und schließlich eine ganze Sekunde lang auf dem Bildschirm. Jedes Mal danach sollten die Versuchspersonen ihre Einschätzung abgeben und gleichzeitig benennen, wie sicher sie sich ihres Urteils waren. Bis auf eine Ausnahme änderten die Probanden ihre Bewertung nicht mehr ab, nachdem sie das Bild hatten länger betrachten können; sie wurden sich ihrer Bewertung nur sicherer. Halo-Effekt nennen Sozialpsychologen diesen Effekt, der eigentlich auf einem Wahrnehmungsfehler beruht: Einzelne Eigenschaften einer Person erzeugen einen Gesamteindruck, der sehr hartnäckig sein kann. Klassische Beispiele sind z. B. die Annahmen "attraktiv" = "liebenswert, nett", oder auch "Brillenträger" = "klug", „blond“ = „blöd“ .... etc. 

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In einer Zehntelsekunde hat das, was wir im Alltag gemeinhin als unser Gehirn betrachten - der Neocortex, die Hirnrinde - natürlich überhaupt keine Chance, seine Stimme zu erheben. So lange braucht das Bild nämlich allein, um überhaupt dort anzukommen. Der Neocortex ist der entstehungsgeschichtlich jüngste Teil unseres Gehirns und sozusagen unser "Denkhirn". Er ist zuständig für die bewusste Wahrnehmung und alle kognitiven Prozesse. Sehr viel älter ist ein anderer Teil unseres Gehirns, das so genannte limbische System und als ein wesentlicher Teil dieses Systems die Amygdala, der "Mandelkern". Das limbische System existierte schon vor Millionen von Jahren, lange bevor der Neocortex auf den Plan trat. (Dr. Eckart von Hirschhausen hat in einem seiner Kabarett-Programme übrigens mal sehr nett formuliert, der Cortex sei so was wie der Regierungssprecher in unserem Gehirn: erfährt als letzter, was für Entscheidungen vom Rest getroffen wurden, hat aber den blöden Job, das Ganze nach außen zu kommunizieren und zu vertreten. Das trifft seine Rolle ganz ausgezeichnet, finde ich!)

Die Amygdala nun ist dafür zuständig, eintreffende Informationen im Gehirn emotional zu beurteilen; und hierbei kennt sie im Prinzip nur zwei Kategorien: positiv und negativ. Und zwar im Blitztempo, denn das sicherte das Überleben. Man stelle sich hier bitte einen frühzeitlichen Menschen vor, der sich plötzlich dem von mir immer wieder gern bemühten Säbelzahntiger gegenüber sieht. Bis das Bild des Tigers im Neocortex angekommen, dort analysiert, bewertet, logisch darüber entschieden und ein Signal an den Körper zurück gemeldet ist ("oh, das sieht aus wie ein ungemütlicher Zeitgenosse, große Zähne hat er auch, der wiegt sicher mehr als ich, guckt auch irgendwie hungrig, vielleicht sollten wir lieber .."), hat sich das Problem vermutlich erledigt und der Tiger ein lecker Mittagessen. Gut, dass es da den Bypass über die Amygdala gibt. In Sekundenbruchteilen kann sie entscheiden: "negativ - weg hier!" und das mag manchem unserer Vorfahren Kopf und Kragen gerettet haben.

Ziemlich erschreckend, wenn man sich die Konsequenzen so vorstellt, oder? Aber keine Angst - dankenswerterweise sind Säbelzahntiger ja heutzutage eher selten geworden. Vor allem im Flirt-Kontext. Auch Personalchefs sind meist gar nicht so schlimm, wie sie aussehen. Und der erste Eindruck kann - allen gegenläufigen Sprichwörtern und Coaching-Weisheiten zum Trotz! - sehr wohl revidiert werden, wenn der Neocortex erst einmal die Gelegenheit bekommt, sich ebenfalls zu Wort zu melden. Schließlich bestehen wir ja nicht nur aus dem Gesicht. Ein typisches Beispiel dafür kennt bestimmt jeder: Man sieht jemanden zum ersten Mal und denkt: Wow, die sieht ja toll aus, die ist bestimmt eine klasse Frau! - und dann macht diejenige den Mund auf und piepst in Micky-Maus-Stimmlage: "Hallo, ich bin die Tina und heute zum ersten Mal hier!" Und man selbst denkt: Si tacuisses - hättest du bloß die Klappe gehalten! Den umgekehrten Fall gibt es natürlich auch - jemand fällt uns vom Gesicht her zunächst überhaupt nicht als sonderlich attraktiv auf, aber die Art, wie er sich auf der Tanzfläche bewegt, lässt uns weiche Knie kriegen. Oder der Typ, der da auf den ersten Blick wie der letzte Penner aussah, überzeugt im Vorstellungsgespräch durch präzise und zielorientierte Problemanalysen.

In den allermeisten Alltagssituationen bekommt man ja glücklicherweise doch etwas mehr Zeit als eine Zehntelsekunde mit dem Gegenüber vom Schicksal zugeteilt - vielleicht mal abgesehen vom Ampelflirt am Steuer, aber da soll man sich ja eh lieber auf den Verkehr konzentrieren ... Die kann man dann nutzen, um von innen ein bisschen an der Schublade zu rütteln, in die man per Mandelkern-Votum gesteckt wurde. Das lohnt sich allemal!

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