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Was ist Persönlichkeit?

Die Frage, was die menschliche Persönlichkeit ausmacht, wie sie entsteht und wie sie sich beschreiben lässt, beschäftigt Philosophen, Schriftsteller und Wissenschaftler bereits seit der Antike. Eines der ältesten Persönlichkeitsmodelle, die wir kennen, stammt von dem Arzt Hippokrates (460 bis 377 v. Chr.). Er teilte Menschen in die vier verschiedenen Temperamentstypen sanguinisch, phlegmatisch, cholerisch und melancholisch ein und ordnete jedem davon nicht nur bestimmte Charaktereigenschaften, sondern auch die Neigung zu bestimmten Krankheiten zu.

Hippokrates‘ Modell der Persönlichkeit ist natürlich längst überholt, aber bis heute haben sich Forscher nicht endgültig auf eine gemeinsame Definition dessen einigen können, was denn nun Persönlichkeit ist. Am ehesten könnte man wohl sagen, dass unsere Persönlichkeit ein komplexes Konstrukt ist, das sich aus unserem täglichen Wahrnehmen, Denken und Handeln in der Welt zusammensetzt. Umgekehrt wirkt sich natürlich unsere Persönlichkeit wiederum darauf aus, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen, wie wir denken und wie wir handeln.

Die meisten der heutigen Theorien zum Thema Persönlichkeit gehen von der Existenz dauerhafter und relativ stabiler Eigenschaften (Dispositionen) aus. Diese Eigenschaften beeinflussen unser Verhalten in den verschiedensten konkreten Situationen in gleicher Weise. Sie entscheiden z. B. darüber, ob sich jemand eher ängstlich oder eher zuversichtlich durchs Leben bewegt oder ob jemand ein eher geselliger oder eher zurückhaltender Mensch ist. Eine Frage, die dabei sehr lange heiß umstritten war, lautet: Sind diese Eigenschaften angeboren oder werden sie von unserer Umwelt geprägt?

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Anlage oder Umwelt?

Im Laufe der Zeit fand dabei immer wieder ein extremer Wechsel der Positionen statt, der vor allem durch die jeweilige Dominanz von Biologie bzw. Psychologie in der Wissenschaft geprägt war. Während Anlagetheoretiker glaubten, in den Genen des Menschen seine absoluten Grenzen und Möglichkeiten zu erkennen, argumentierten Milieutheoretiker, dass allein oder überwiegend die sozialen Einflüsse aus Umwelt und Gesellschaft den Menschen in seiner Entwicklung maßgeblich bestimmen.

Die Frage nach angeborenen Persönlichkeitsmerkmalen kann man natürlich relativ gut beleuchten, indem man sich mit Neugeborenen beschäftigt. In ihrer kurzen Lebenszeit waren Babys noch nicht den formenden Einflüssen von Erziehung und Gesellschaft ausgesetzt. Stellt man Verhaltens- und Reaktionsunterschiede zwischen ihnen fest, kann man deshalb ziemlich sicher von diesen auf angeborene Merkmale schließen. In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts entdeckten Forscher auch tatsächlich, dass es Babys gibt, die von Anfang an relativ regelmäßig essen und schlafen, während andere große Schwierigkeiten haben, einen Zeitrhythmus in diesen Aktivitäten zu entwickeln. Manche Babys reagieren neugierig und interessiert auf neue Reize, andere erschreckt und ängstlich. Es gibt Kinder, die sehr aktiv und anpassungsfähig sind und positiv auf fremde Menschen reagieren, während andere sich sehr viel zurückhaltender, zögerlich und schüchtern verhalten. Solche Temperamentsunterschiede beispielsweise sind nach dem Stand der heutigen Forschung tatsächlich sehr stabile Persönlichkeitsmerkmale, die sich im Laufe des Lebens kaum - und wenn, dann nur aufgrund großer Anstrengung - verändern. Forscher nennen sie „Traits“ - Persönlichkeitszüge.

Allerdings zeigen neueste Untersuchungen, dass die Persönlichkeit eines Menschen nicht nur eine Frage der Gene ist, sondern sich auch teilweise durch Lebensereignisse verändert. Die Daten zeigen, dass sich einschneidende Erlebnisse auf die Persönlichkeit auswirken. Junge Erwachsene werden zum Beispiel gewissenhafter, wenn sie ihre erste Arbeitsstelle antreten, mit dem Übergang in den Ruhestand lässt die Gewissenhaftigkeit dann in späteren Lebensjahren wieder nach. Umgekehrt nimmt aber auch die Persönlichkeit eines Menschen Einfluss darauf, ob bestimmte Ereignisse in seinem Leben eintreten oder nicht. So ziehen extravertierte Menschen zum Beispiel eher mit ihrem Partner zusammen als introvertierte. Es besteht also eine Wechselwirkung zwischen Anlage und Umwelt: Wie wir sind, beeinflusst unsere Sicht der Welt und unser Verhalten darin - und das, was wir wahrnehmen und erleben, beeinflusst wiederum, wie wir sind.

In der psychologischen Forschung wurden im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche, zum Teil sehr unterschiedliche Persönlichkeitstheorien und Modelle entwickelt und diskutiert.

Sigmund Freuds Dreiteilung

Sigmund Freud, der Vater der Psychoanalyse, entwarf beispielsweise ein Modell, das von einer Dreiteilung der Persönlichkeit ausging, und zwar in die Instanzen Es, Ich und Über-Ich. Das Es ist in diesem Modell die Instanz des Unbewussten; Sitz der Triebe und Impulse, die auf unmittelbare Befriedigung drängen und so Einfluss auf unser Verhalten nehmen. Im Über-Ich dagegen sind die Werte und Normen der Eltern und Gesellschaft verinnerlicht; es ist Sitz der Moral und des Gewissens und bewertet anhand strenger Maßstäbe unser Tun. Im Ich schließlich befindet sich die Instanz des bewussten Lebens und Handelns; hier wird zwischen Es und Über-Ich vermittelt, Entscheidungen werden getroffen und Verhalten gesteuert. Das Zusammenspiel der drei Instanzen - je nachdem, welche wie stark ausgeprägt ist und das Ruder führt - ist in Freuds Theorie die Grundlage der Persönlichkeit. Eine übermäßige Dominanz des Es kann beispielsweise zu sehr impulsiven, unkontrollierten und egoistischen Verhaltensweisen führen; ein Übergewicht des Über-Ich dagegen ist Basis von eher zwanghaften, rigiden und intoleranten Persönlichkeiten.

Freud ging davon aus, dass die Persönlichkeit vor allem in der frühen Kindheit und Jugend durch bestimmte Erfahrungen und Konflikte nachhaltig und nahezu unveränderlich geprägt wird.

Das Faktorenmodell von Cattell

Bahnbrechend in der Persönlichkeitspsychologie war die Arbeit von Raymond Bernard Cattell, der ein neues statistisches Verfahren, die Faktorenanalyse, bei seinen Untersuchungen von Persönlichkeiten einsetzte. Mit dessen Hilfe isolierte er 16 seiner Meinung nach grundlegende Eigenschaften - die Ausprägung der einzelnen Eigenschaft und der Kombination dieser verschiedenen Ausprägungen miteinander ergab sein Bild von Persönlichkeit. Die von ihm herauskristallisierten menschlichen Grundeigenschaften sind: Wärme, logisches Schlussfolgern, emotionale Stabilität, Dominanz, Lebhaftigkeit, Regelbewusstsein, soziale Kompetenz, Empfindsamkeit, Wachsamkeit, Abgehobenheit, Privatheit, Besorgtheit, Offenheit für Veränderungen, Selbstgenügsamkeit, Perfektionismus, Anspannung. Cattell ging davon aus, dass diese Eigenschaften stabil im einzelnen Menschen verankert sind und sich im Laufe des Lebens nicht oder kaum verändern.

Das Reiss-Profil

Ein anderes Persönlichkeitsmodell stammt von Steven Reiss. Seiner Überzeugung nach liegen allen menschlichen Verhaltensweisen 16 verschiedene Motive zugrunde: Macht, Unabhängigkeit, Neugier, Anerkennung, Ordnung, Sparen, Ehre, Idealismus, Beziehungen, Familie, Status, Rache, Romantik, Ernährung, körperliche Aktivität und Ruhe. (Vergleicht man die Motive mit den von Cattell gefundenen Eigenschaften, stellt man interessante Übereinstimmungen, aber auch Abweichungen fest.) Diese so genannten Lebensmotive bestimmen seiner Auffassung nach unser Leben - und 14 davon hält er für genetisch bedingt, da sie eine evolutionäre Bedeutung haben. Die Ausnahmen hiervon sind Idealismus und Anerkennung. Je nachdem, wie stark oder schwach die einzelnen Motive ausgeprägt und wie sie kombiniert sind, weist jeder Mensch ein charakteristisches Motivationsprofil auf. Rein statistisch kann das Reiss-Profil zwei Billionen solcher unterschiedlicher Profile abbilden.

Auch für dieses Persönlichkeitsmodell gilt die Annahme, dass das Motivprofil eines Menschen weitgehend stabil ist. Neugierige Kinder werden z. B. mit großer Wahrscheinlichkeit auch als Erwachsene offen und interessiert durchs Leben gehen. Es gibt offenbar auch geschlechtsspezifische Schwerpunkte in den Motivstrukturen, hat Reiss festgestellt: So wird männliches Verhalten stärker von den Motiven Macht, Rache und Romantik (Wunsch nach Sex) gesteuert als weibliches, Frauen messen dem Motiv „Ruhe“ (das übrigens auch emotionale Sicherheit beinhaltet) dagegen mehr Bedeutung bei als Männer. Mehr zu den Reiss-Motiven findest du im Artikel "Kennst Du Deine Lebensmotive?".

Die Big Five

Ein Modell, das sich in den letzten beiden Jahrzehnten in der Psychologie weitgehend durchgesetzt hat, sind die so genannten „Big Five“. Es versucht, den Charakter eines Menschen anhand von fünf Basisdimensionen zu beschreiben: Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit. Diese fünf Basisdimensionen werden noch einmal in verschiedene Unter-Facetten unterteilt; und jede Dimension und Facette wird dann jeweils auf einer zweipoligen Skala beurteilt. Jeder Mensch wird darauf dann hinsichtlich dieser bestimmten Eigenschaft irgendwo verortet: manche sind beispielsweise sehr extravertiert, andere sehr introvertiert, die meisten bewegen sich irgendwo zwischen den beiden Polen. Die Gesamtheit der Eigenschaften spiegelt dann das wieder, was wir Persönlichkeit oder Charakter nennen.

Untersuchungen legen nahe, dass die fünf genannten Traits in ihren Grundzügen bereits sehr früh gut erkennbar werden, etwa ab dem dritten Lebensjahr eines Kindes. Spätestens im Alter von 12 Jahren kann man Kinder dann eindeutig im Rahmen dieses Modells einordnen. Das heißt nicht, dass die Persönlichkeit damit bereits vollständig ausgereift ist, aber Tendenzen sind sehr deutlich erkennbar. Bis etwa zum Alter von 30 entwickelt sich die Persönlichkeit zwar noch weiter, verändert sich aber nicht mehr grundlegend: Aus einem sehr schüchternen Kind wird jetzt kein Partylöwe mehr werden, aus einem sehr gewissenhaften kein verantwortungsloser Hallodri.

Nur zwei Metazüge der Persönlichkeit?

In jüngerer Zeit gibt es eine Forschungsrichtung, die davon überzeugt ist, die Persönlichkeit nur durch die Ausprägung zweier Charakterzüge ausreichend abbilden zu können, so genannter „Metazüge“. Diese beiden Metazüge sind Stabilität und Plastizität.

Unter Stabilität verstehen die Forscher in diesem Zusammenhang das Ausmaß, in dem ein Mensch dazu neigt, sich eher im Vertrauten wohl zu fühlen, vorsichtig zu agieren und potenziellen Gefahren aus dem Weg zu gehen. Stabilität fasst also quasi die drei Pole „emotionale Ausgeglichenheit“ (der Gegenpol von „Neurotizismus“), „Verträglichkeit“ und „Gewissenhaftigkeit“ aus dem Big-Five-Modell zusammen. Plastizität dagegen steht für die Bereitschaft eines Menschen, ungewohnte Wege zu beschreiten, Neues auszuprobieren und auch einmal ein Risiko einzugehen (und summiert damit die beiden Pole „Extraversion“ und „Offenheit“ aus den Big Five).

Die Forscher, die dieses relativ neue Modell befürworten, vermuten einen Zusammenhang zwischen dem Merkmal Stabilität und der Aktivität des Serotoninsystems des Gehirns einerseits, und zwischen dem Merkmal Plastizität und dem Dopaminsystem andererseits. Das Serotoninsystem reguliert die Selbst- und Impulskontrolle, fördert Ausgeglichenheit und Freundlichkeit und dämmt negative Emotionen ein. Das Dopaminsystem ist fast so etwas wie dessen Gegenspieler, denn es sorgt dafür, dass wir nach dem „Kick“ suchen, dass wir neugierig auf Unbekanntes werden, dass Vertrautes irgendwann langweilig erscheint und wir nach Abenteuern Ausschau halten. Je nach der Ausprägung beider Merkmale in einem Menschen ergibt sich diesem Modell zufolge seine Persönlichkeit - die wiederum sein Verhalten im Alltag bestimmt: Menschen mit einem hohen Stabilitäts-Wert sind eher Risikovermeider, beherrschte und überlegte Naturen, die sich keine Exzesse welcher Art auch immer leisten. Menschen mit einem hohen Plastizitäts-Wert dagegen sind eher gesellige, tatendurstige und manchmal auch ein bisschen zügellose Genießer.

Das iPersonic-System

Unser iPersonic-System leitet sich aus einer Typologie ab, die ursprünglich vom Psychoanalytiker Carl Gustav Jung entwickelt und später von den Psychologinnen Isabel Meyers und Katherine Briggs weiter ausdifferenziert wurde. Auch diese Typologie geht von unterschiedlichen Temperamenten bzw. Grundhaltungen aus, die als weitgehend angeboren gelten, und die wesentlich mitbestimmen, wie wir auf unsere Umwelt reagieren, wie wir wahrnehmen, denken, fühlen und uns verhalten. Grundlage des Systems sind - ähnlich wie beim Big Five-Modell - vier zweipolige Skalen, auf denen der einzelne Nutzer eingeordnet wird. Die Dimensionen der Skalen lauten: extrovertiert-introvertiert, theoretisch-praktisch, logisch-fühlend und spontan-planend. Je nach Kombination der jeweiligen Ausprägung ergeben sich 16 verschiedene Persönlichkeitstypen, denen bestimmte Eigenschaften, Verhaltensweisen, Vorlieben und Abneigungen zugeordnet werden können.

Wir gehen in unserer Arbeit mit dem iPersonic-System dabei von zwei Prämissen aus:

Die iPersonic-Typologie bietet eine ausgezeichnete, leicht zu handhabende und griffige Grundlage zur Selbstreflexion: Wer bin ich? Wie wirke ich auf andere? Wo liegen meine Stärken und Schwächen in verschiedenen Lebensbereichen? Je besser man sich selbst kennt, desto besser kann man eigene Potenziale entfalten und nutzen - und glücklich leben.
Das iPersonic-System ist nicht gedacht als unveränderliches „Schubladensystem“ für Persönlichkeitstypen. Wir glauben im Gegenteil zutiefst an die Kraft von Entwicklungs- und Veränderungsmöglichkeiten - auch in Fragen der menschlichen Persönlichkeit. Im Idealfall liefert unser Typentest deshalb dem Nutzer eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes und dient ihm als Basis für eine erste Lebensanalyse: Bin ich zufrieden mit dem, was meine Persönlichkeit ausmacht? Welche Eigenschaften an mir würde ich gerne stärken, welche schwächen? Inwiefern ist für meine Persönlichkeit meine derzeitige Lebenssituation angemessen und günstig - und inwiefern blockiert sie mich vielleicht bei der Selbstentfaltung, macht mich sogar unglücklich? Und wie kann ich das verändern?

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