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Nimm mich, wie ich bin

... steht bei manchen Möbelhäusern auf den Aufklebern der Möbelstücke, die man verbilligt in der Fundgruben-Ecke findet, weil sie kleinere Macken haben oder mal als Ausstellungsstück gedient haben. Die kann man dann auch nicht umtauschen, weil man zu Hause feststellt, dass einen die Schramme am linken Tischbein doch mehr stört, als man eigentlich dachte. Manchmal wünschte ich, die Menschen würden sich bei der Partnerwahl auch vorab ein paar Gedanken mehr über die Schrammen des anderen machen - und nicht immer denken, „ein bisschen Politur drüber, dann wird das schon!“

Meine Mutter hat mal einen klugen Satz zu mir gesagt. Sie meinte, über jeder Standesamts-Tür eingemeißelt gehöre der Satz: “Er wird sich kein Haar breit ändern.” Trifft übrigens genauso auf Frauen zu. Menschen ändern sich nicht in wesentlichen Punkten ihres Charakters. Aus einem notorischen Einzelgänger macht niemand einen Partylöwen. Und wenn der eine Unordnung besser aushält, als der andere, dann wird das auch so bleiben, wenn man zwanzig Jahre verheiratet ist. Am heftigsten ist die Enttäuschung, meint der Paartherapeut Jürg Willi, wenn man insgeheim schon von Anfang an mit der Idee in die Partnerschaft eingestiegen ist, dass man aus dem anderen schon das machen wird, was man sich wünscht. Aus Tarzan macht man nun mal keinen Brad Pitt, auch wenn man noch so viel Zeit und Beziehungsarbeit investiert.Erinnerst du dich noch an die Zeit, als du und dein(e) Partner(in) euch kennen lernten? Wahrscheinlich ihr euch da gegenseitig mal die beliebte Frage gestellt: “Warum liebst du mich?” Und euch vermutlich die Antwort darauf gegeben, die wir alle am liebsten darauf hören möchten: “Weil du so bist, wie du bist.” Irgendwann im Laufe einer Beziehung wird aus diesem schönen – und wahren! – Satz häufig ein- oder beidseitig mal der Satz: “Du sollst mich lieben, wie ich bin, aber ich liebe dich nicht so, wie du bist. Ändere dich, sonst liebst du mich nicht wirklich!”

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Ich rede hier nicht von wirklich schwer wiegenden Partnerschaftsproblemen. Natürlich sollst du es nicht hinnehmen, wenn dein Partner beispielsweise körperliche oder seelische Gewalt gegen dich anwendet oder dich durch andauernde Untreue kränkt oder durch sein Suchtverhalten euer beider Leben zerstört. Aber es sind erstaunlicherweise relativ selten so dramatische Verhaltensweisen, die Beziehungen zerstören. Viel öfter wird eine einstmals große Liebe durch Kleinigkeiten zermürbt. Die meisten dieser Kleinigkeiten haben – wenn wir ehrlich sind – ihre Wurzel in einer ganz einfachen Feststellung, um die kein Liebespaar früher oder später herumkommt, nämlich der Erkenntnis: Aha, du bist anders als ich! Du bist weder ein Teil von mir, noch eine Verlängerung oder Erweiterung meiner selbst, sondern du bist eine eigenständige Person, mit einer eigenen Geschichte, eigener Identität. Deshalb magst du manche Sachen, die ich nicht mag, sind dir manche Sachen wichtig, die ich unwichtig finde, und manchmal verstehe ich dich eigentlich gar nicht wirklich.
Jetzt kommt es darauf an, welche Entscheidung du für dich persönlich triffst. Kannst du es deinem Partner erlauben, anders als du zu sein? Kannst du das akzeptieren? Und mehr noch – kannst du es vielleicht sogar als Bereicherung für eure Beziehung ansehen, dass er oder sie anders ist als du selbst? Oder entscheidest du dich für den anderen Weg – empfindest du das Anderssein deines Partners als Bedrohung für dich selbst, als ausschließlich unbequem und nicht zufrieden stellend für deinen Alltag und deine Beziehung und überhaupt schlicht und einfach als eine empörende Zumutung? Je nachdem, für welche Sichtweise du dich entscheidest, passiert etwas mit dir, mit deiner Sicht auf den Partner und mit deinem Verhalten im Alltag. Ich möchte dir an einem Beispiel zeigen, was ich meine. Es gibt in der Wahrnehmungspsychologie ein paar interessante Phänomene, die uns viel über unsere Sicht auf das Leben verraten. Dazu gehören auch die so genannten Kippbilder. Eins der berühmtesten ist der „Rubinsche Becher“ . In diesem Bild kann man zweierlei sehen - entweder einen (weißen) Kelch, oder die (schwarzen) Profile zweier sich ansehender Gesichter. Das ist ein gutes Sinnbild für eine einfache Sache: Es gibt Situationen im Leben, da müssen wir uns entscheiden. Du kannst nicht beide Bilder gleichzeitig im Blick behalten – die Gesichter und den Kelch. Du musst dich – zumindest für den Bruchteil einer Sekunde – immer neu entscheiden, welchem Bild du deine Aufmerksamkeit schenkst. Und aus dieser Entscheidung entsteht deine Wahrnehmung der Wirklichkeit – obwohl sich an dem Bild selbst nichts ändert. Es ist immer dasselbe Bild, das du dabei anschaust.

Das Gleiche gilt auch für deine Sicht auf den Partner. Wenn du dich dafür entscheidest, alles das, was du an ihm oder ihr als störend erlebst – weil es dir selbst fremd ist, weil es anders ist, als du bist, weil er oder sie sich anders verhält, als du es an seiner oder ihrer Stelle getan hättest – wenn du das immer als negativ siehst, dann entscheidest du dich jedes Mal neu für das gleiche Bild, das schwarze – und das andere, das weiße, das entgeht dir. Irgendwann schaffst du es gar nicht mehr, das andere, vielleicht schönere Bild von ihm wahrzunehmen, das genauso vorhanden ist.

Ich hätte da eine Übung für alle Unzufriedenen in Beziehungen: Konzentriere dich – nur für eine Woche – mal ganz bewusst auf die andere Seite des Kippbildes deiner Partnerschaft. Das erfordert Anstrengung, denn es ist nicht das, was du gewöhnlich tust. Wir alle neigen dazu, eher die Defizite im Blick zu behalten, als die guten Seiten. Es ist daher so ähnlich, als ob du in England Auto fahren müsstest. Du müsstest dir dabei ständig in Erinnerung rufen, dass du auf der linken Straßenseite bleiben musst. Und es würde sich sehr merkwürdig für dich anfühlen, denn es wäre nicht das, was du die ganze Zeit getan hättest. Aber es wäre für dich, deine Gesundheit und dein Auto äußerst förderlich! Und ich verspreche dir, genauso geht es der Gesundheit deiner Partnerschaft, wenn du mal eine Zeit lang ganz bewusst deren schönen Seiten und die positiven Aspekte deines Partners im Blick behältst. Erkläre dich mal ganz gezielt für eine Woche zum Fanclub-Vorsitzenden deines Partners, statt zu seinem schärfsten Kritiker. Du wirst erstaunt sein, wie viel sich dadurch zwischen euch beiden verändert.

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