Introvertiert - und glücklich in der Liebe!

Neben dem Beruf ist für die meisten Menschen eine Partnerschaft der wichtigste Bestandteil ihres Lebens. Die Forschung zeigt, dass eine dauerhafte, glückliche Liebesbeziehung tatsächlich einer der wichtigsten, wenn nicht sogar der wichtigste Schlüssel zur Lebenszufriedenheit ist. Instinktiv scheinen das die meisten von uns zu wissen, deshalb begeben sich auch - abgesehen von einigen wenigen sehr einzelgängerisch veranlagten Ausnahmen - die meisten Singles früher oder später irgendwann (wieder) auf die Suche nach einem (neuen) Partner. Introvertierte zögern damit allerdings häufig länger als Extrovertierte, zum einen deshalb, weil sie besser mit dem Alleinsein klarkommen und die Vorteile des Singledaseins aus diesem Grund oft höher schätzen als diese, zum anderen deshalb, weil es ihnen schwerer fällt, auf andere Menschen zuzugehen - und das ist natürlich die Voraussetzung schlechthin, wenn man einen neuen Partner sucht!

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Partnersuche für Introvertierte

Viele Introvertierte tun sich extrem schwer damit, sich nach einer Phase des Alleinseins gezielt auf die Partnersuche zu machen. Manchmal ist das auch wirklich gar nicht nötig - wenn sie Glück haben, existiert ein/e nette/r FreundIn oder KollegIn in ihrem Leben, der sie zu einer Veranstaltung mitschleppt und sie dabei mit jemandem in Frage Kommenden bekannt macht. Das kann aber natürlich nur funktionieren, wenn die (in der Regel ohnehin eher wenigen) Freunde und Bekannten des Introvertierten überhaupt wissen, dass dieser auf Partnersuche oder zumindest einer neuen Beziehung gegenüber nicht abgeneigt ist! Und das wiederum ist bei Introvertierten alles andere als selbstverständlich.

Während Extrovertierte ihr Herz sowieso die meiste Zeit auf der Zunge tragen und alle Welt deshalb auch bestens über ihren jeweils aktuellen Gemütszustand Bescheid weiß, verschließen Introvertierte ihre Gedanken und Gefühle nämlich die meiste Zeit so tief in sich, dass selbst gute Freunde oft gar nicht auf die Idee kommen, sie könnten (wieder) bereit für eine neue Beziehung sein. Der erste wichtige Rat in Sachen Partnersuche an dich als Introvertierten lautet deshalb: wenn du so weit bist und dir zumindest vorstellen kannst, dich (wieder) auf eine Beziehung einzulassen, dann sprich auch darüber! Damit gibst du den Menschen um dich herum eine Möglichkeit, dir dabei zu helfen. (Keine Angst, sie werden dich schon nicht täglich mit Scharen von potenziellen Bewerbern überrollen und von einer Kneipe zur nächsten zerren! Aber wer dem Glück keine Chance gibt, braucht sich auch nicht zu wundern, wenn es ausbleibt.)

Der zweite eher indirekte Weg zur Partnersuche, der für Introvertierte oft ideal ist, ist der über gemeinsame Aktivitäten und Interessen. Wenn man regelmäßig mit Menschen zusammentrifft, mit denen einen von vornherein schon einmal ein gemeinsames Interesse an einer bestimmten Sache verbindet, fällt die Kontaktaufnahme natürlich viel leichter. Man hat automatisch ein gemeinsames Gesprächsthema und ist zumindest in einem Punkt schon mal auf derselben Wellenlänge. Außerdem ist die Situation als solche ganz unverfänglich und ein allmähliches besseres Kennenlernen durch das regelmäßige, entspannte Zusammensein besonders gut möglich. Perfekte Voraussetzungen! Verordne dir deshalb selbst, wenn du dir einen neuen Partner wünschst, wenigstens einmal pro Woche (natürlich gerne häufiger, aber ich will dich ja nicht überstrapazieren!) eine Unternehmung, die diese Voraussetzungen erfüllt. Melde dich zu einem Kurs an, der dich interessiert, besuch eine Veranstaltung zu einem Thema, das dich reizt, engagiere dich ehrenamtlich für ein Projekt, das dir am Herzen liegt. Die Möglichkeiten sind wirklich vielfältig. Und die Chance, dort zumindest ein paar nette neue Kontakte zu knüpfen oder sogar die große Liebe zu treffen, ausgesprochen gut!

Funktioniert der indirekte Weg nicht oder bist du an einem Punkt in deinem Leben, an dem du die Dinge nicht mehr nur dem Zufall überlassen möchtest, dann kann auch Online-Dating gerade für dich als Introvertierten ein wirklich guter Weg zu einer neuen Partnerschaft sein. Entgegen vieler noch immer kursierender Vorurteile sind Online-Kontaktbörsen heutzutage weder das Auffangbecken für frustrierte Mauerblümchen, die auf anderem Weg niemanden abbekommen, noch ein Tummelplatz für Psychopathen mit finsteren Absichten. Sicher, beide Typen kommen auch in Online-Dating-Angeboten vor, aber nicht in größerer Häufung als im wirklichen Leben. Und wo könntest du schneller und bequemer an so eine große Auswahl ebenfalls bindungswilliger Menschen kommen als hier?

Es ist gut möglich, dass du dich als Introvertierter im Netz leichter als im wirklichen Leben tust, auf andere Menschen zuzugehen. Die sozialen Netzwerke im Internet sind voll von eigentlich Introvertierten, die sich - den sicheren Bildschirm zwischen sich und dem Gegenüber - im virtuellen Raum viel kontaktfreudiger geben können als im normalen zwischenmenschlichen Alltag. Wenn das bei dir so ist, dann kannst du prima auch Kontaktanzeigen-Angebote im Internet nutzen (z. B. http://www.datingcafe.de, http://www.icony.de). Hier erstellst du nach der Registrierung dein eigenes Profil mit Angaben über dich selbst und einem (oder mehreren) Fotos und flirtest dann auf eigene Faust los - d. h. du kannst sämtliche anderen Nutzer nach Lust und Laune durchsuchen und kontaktieren und umgekehrt auch von ihnen kontaktiert werden. Das ist die eher preiswerte Alternative.

Wenn du aber aus Erfahrung weißt (oder vielleicht auch während des Suchprozesses feststellst), dass dir auch virtuell das aktive Zugehen auf andere nicht so sehr liegt, dann solltest du wahrscheinlich besser auf eine der großen Online-Partnervermittlungen zugreifen (z. B. http://www.elitepartner.de, http://www.parship.de oder http://www.edarling.de). Sie verlangen zugegebenermaßen höhere Mitgliedsgebühren, aber dafür wirst du auch während des Kontaktaufnahmeprozesses sehr viel stärker betreut und an die Hand genommen als bei den Kontaktanzeigenangeboten. Nach Ausfüllen eines Fragebogens wird ein psychologisches Profil von dir erstellt, das wiederum mit den Angaben der anderen Partnersuchenden abgeglichen (gematcht) wird. Auf dieser Basis bekommst du eine Reihe von Partnervorschlägen und die Möglichkeit, mit diesen Mitgliedern in Kontakt zu treten (und umgekehrt). Du bist dir also weniger selbst überlassen und bekommst einen Teil der Arbeit vom Anbieter abgenommen.

Bei den seriösen Anbietern beider Formen gibt es die Möglichkeit einer Probemitgliedschaft. Du kannst also in aller Ruhe austesten, ob du dir diesen Weg der Partnersuche für dich vorstellen kannst. Und wenn du gern weitere Tipps und Infos zum Thema Online-Dating lesen möchtest, dann schau doch mal bei der Internetseite Saferdating (http://www.saferdating.de) dazu vorbei.

Introvertiert liebt extrovertiert - kann das gut gehen?

„Auf jeder Party trifft man zwei Sorten von Leuten an - diejenigen, die gern heimgehen würden und diejenigen, die gerne bleiben würden. Das Problem ist, dass die beiden in der Regel miteinander verheiratet sind.“ (Ann Landers)

Das Zitat von Ann Landers beschreibt eine Situation, der die Wahrheit der gern zitierten Volksweisheit: „Gegensätze ziehen sich an!“ zugrunde liegt. Ausgesprochen häufig trifft man auf Paare, bei denen einer der beiden Partner extro-, der andere aber introvertiert ist. Die Quasselstrippe und der große Schweiger, der Partylöwe und das stille Wasser an seiner Seite. Nicht zuletzt die Andersartigkeit des Partners ist es bei diesen Paaren oft, die für die anfängliche gegenseitige Faszination gesorgt hat: „Wie aufregend - du bist ja ganz anders als ich! Du verkörperst die Seiten, die bei mir selbst zu kurz kommen, von denen ich selbst vielleicht gerne mehr hätte, die ein neues Element in mein Leben bringen! Ich bin begeistert!“ Und in der Tat kann aus einer solchen Gegensätzlichkeit sehr viel Gutes erwachsen, wenn die Partner mit ihr umzugehen wissen. Man kann sich gegenseitig neue Welten erschließen, den Blickwinkel des anderen ergänzen und erweitern und vielleicht sogar an sich selbst völlig neue Facetten aufspüren und kultivieren. Der Partylöwe entdeckt an der Seite des stillen Wassers vielleicht plötzlich, wie schön ein gemütlicher Abend zu zweit vor dem Kamin sein kann und wie sehr er ein tiefgründiges Gespräch nach all dem Smalltalk sonst zu schätzen weiß. Das stille Wasser wiederum wagt sich an seiner Seite vielleicht öfter mal unter Menschen und hin und wieder auch in den Mittelpunkt des Geschehens und bemerkt überrascht, dass sie das in gewissen Dosen sogar genießt. Wunderbar, solange das so funktioniert!

Leider sorgt die Gegensätzlichkeit von extro/intro-Paaren im Alltag nach einer Weile aber auch für eine Menge Reibungsfläche aufgrund der unterschiedlichen Verhaltensweisen und Bedürfnisse. Der Extrovertierte findet es nach einiger Zeit frustrierend, dass er seinen introvertierten Partner zu jeder geselligen Unternehmung erst mühsam überreden muss. Den Introvertierten erschöpft es, sich seinem extrovertierten Partner zuliebe viel häufiger und länger in Situationen begeben zu müssen, die er selbst als reizüberflutend und anstrengend empfindet. Der Extrovertierte überlegt zunehmend öfter, ob er sich besser mal ein Austernmesser kaufen sollte, um seinen introvertierten Partner damit zu knacken und dazu zu bringen, dass er sich ihm häufiger öffnet und sich weniger oft in sich zurückzieht. Der Introvertierte dagegen fühlt sich gelegentlich wie ein gehetztes Wild angesichts der nimmermüden Anstrengungen des Extrovertierten, ständig im Kontakt zu bleiben und in jeder wachen Minute über alles und nichts mit ihm zu plaudern.

Es ist für solche Paare äußerst wichtig, ihre Gegensätzlichkeit auf dieser Persönlichkeitsdimension zu verstehen und - vor allem! - diese nicht als Unwilligkeit oder Affront des jeweils anderen gegen sich selbst zu begreifen. Extra- und Intraversion lassen sich in Ansätzen bereits bei Neugeborenen nachweisen, man kann also mit Fug und Recht annehmen, dass es sich hier um einen angeborenen Charakterzug handelt, für den man ebenso wenig kann wie für seine Augen- oder Haarfarbe, und der auch nur bis zu einem gewissen Grad veränderbar ist. Natürlich, wir sind vernunftbegabte, lernfähige Menschen und keine willenlosen Spielbälle unserer genetischen Veranlagung.

Auch ein Introvertierter kann, wenn es nötig ist, lernen, vor einer größeren Gruppe von Menschen eine Rede zu halten, ohne dabei in Ohnmacht zu fallen, ebenso wie ein Extrovertierter durchaus in der Lage ist, sich ein wenig im Mundhalten und Zuhören zu trainieren. Oft ist es auch gar keine so schlechte Idee, wenn man gerade die Seiten an sich selbst, die von Natur aus nicht so stark ausgeprägt sind, ein bisschen aufpoliert und ihnen mehr Aufmerksamkeit schenkt als dem, was einem ohnehin liegt. Trotzdem muss man ehrlicherweise festhalten, dass diesen Veränderungsbemühungen gewisse Grenzen gesetzt sind. Ein Intro kann vielleicht lernen, sich unter bestimmten Umständen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu behaupten, wenn ihm das sinnvoll erscheint - er wird sich dabei aber nie so wohl wie ein Extrovertierter fühlen. Und ein Extro kann genauso üben, das Alleinsein hin und wieder zu genießen oder einen ganzen Abend lang mal nur den Zuhörer zu spielen - aber diese Dinge werden ihn immer bis zu einem gewissen Grad anstrengen, weil sie wider seine Natur sind.

Wie man es als Introvertierter seinem extrovertierten Partner leichter machen kann

Fühl dich nicht von dem ständigen Bedürfnis nach Kommunikation deines Extros unter Druck gesetzt. Extros reden einfach gerne, oft ist das auch nur ihre Art, laut zu denken. Schwer vorstellbar wahrscheinlich für dich, der du deine Worte so wohl und lange überlegst! Es genügt in vielen Fällen, wenn du deinen Extro reden lässt und ab und zu Signale des Interesses aussendest: Augenkontakt halten, nicken, lächeln, „mhm“ oder „aha“. Wenn tatsächlich eine Antwort von dir erwartet wird, du aber noch über diese nachdenken möchtest, dann schweig am besten nicht einfach, sondern sag etwas wie: „Gute Frage - kann ich einen Moment darüber nachdenken?“ Dann weiß dein Partner, dass er dir Zeit geben soll und fühlt sich von der Pause im Gesprächsfluss weniger irritiert. Wenn du einfach nichts sagst, glaubt dein extrovertierter Partner unter Umständen nämlich, dass du keine Lust zu antworten hast, desinteressiert, verärgert oder mit den Gedanken ganz woanders bist. Das ist eine typische Fehlinterpretation, die daher kommt, dass er von seinem eigenen Verhalten auf deines schließt. Wenn Extros wie er nämlich schweigen, dann kann man tatsächlich mit einiger Berechtigung davon ausgehen, dass es irgendein Problem gibt!

Sprich in einer ruhigen Minute noch einmal mit deinem extrovertierten Partner und erkläre ihm, wie wichtig Zeiten des Rückzugs und des Alleinseins für dich sind. Betone dabei, dass das nichts ist, was sich gegen ihn richtet - für einen Extro wäre das umgekehrt nämlich genau so! Wenn ein Extrovertierter sich von jemandem zurückzieht, dann deshalb, weil er wütend auf diesen ist, ihm nichts an diesem liegt oder er den Betreffenden mit Zuwendungsentzug strafen will. Auch hier passiert deshalb oft diese fehlerhafte Übertragung - der Extro nimmt an, dass es bei dir genauso ist und fühlt sich durch deinen Rückzug dann bedroht oder gekränkt. Im Extremfall fürchtet er sogar um den Fortbestand der Beziehung. Es ist wichtig, dass du ihm diese Angst nimmst, dann kann er dir deine Freiräume auch besser lassen.

Handelt ein Kontingent an Sozialkontakten aus, das für dich gerade noch aushaltbar ist und das ihr gemeinsam pflegen könnt. Ermutige deinen Extro, darüber hinaus ohne dich weitere Kontakte und Aktivitäten zu pflegen, während du die Zeit dann ohne schlechtes Gewissen nutzt, um deine Batterien aufzuladen. Wenn er zurückkommt, interessiere dich für das, was er unternommen hat und lass ihn nach Herzenslust erzählen. Freu dich mit ihm, wenn er Schönes erlebt hat! Interpretiere du seine Unternehmungslust und seinen Drang in die Außenwelt auch nicht fälschlicherweise als mangelnden Wunsch nach Intimität mit dir. Das eine schließt das andere nämlich keineswegs aus! Es ist nur einfach so, dass er in Summe mehr Menschen in seinem Leben braucht als du, um sich glücklich zu fühlen.

Verliert beide nicht aus den Augen, was euch ursprünglich aneinander angezogen und fasziniert hat und warum! Eure unterschiedlichen Charaktere können eine Quelle gegenseitiger Bereicherung und Inspiration sein, wenn ihr es zulasst. Kultiviert und schätzt eure Andersartigkeit, statt sie irgendwann zu bekämpfen und zu hassen. In eurer Beziehung wird es immer mehr Spannung geben als in einer zwischen zwei ähnlich gelagerten Partnern, aber gerade das sorgt auch für Lebendigkeit und Weiterentwicklung bei euch! Ihr müsst es nur schaffen, euch mit Respekt und Toleranz zu begegnen und ständig im Austausch über diesen Punkt eurer Beziehung zu bleiben. Dann kann eure Liebe auch auf Dauer wunderbar funktionieren!

Introvertiert liebt Introvertiert - die beste aller Möglichkeiten?

Wenn man den obigen Abschnitt über die klassischen Kommunikationsprobleme zwischen extro- und introvertierten Partnern gelesen hat, könnte man zu dem Schluss kommen, die einfachste Lösung bestünde für Introvertierte darin, sich einen ebenfalls introvertierten Partner zu suchen. Mit einem Schlag wären dann auch die ganzen Streitereien hinsichtlich Freizeitgestaltung und Freundeskreis vom Tisch. Klingt ideal, oder?

Nun, ja und nein. Einerseits empfehlen wir von iPersonic ja durchaus, sich eher einen Partner zu suchen, der einem selbst in wesentlichen Punkten möglichst ähnlich ist, und das aus gutem Grund. Nicht nur der Volksmund weiß, dass sich gleich und gleich gerne gesellt, auch die Paarforschung legt nahe, dass ähnliche Partner auf Dauer meist glücklichere und beständigere Beziehungen führen als Gegensatzpaare. Und in der Tat findet man unter den Introvertierten viele, die sehr glücklich mit einem anderen Introvertierten zusammenleben. Andererseits kann man sich ja nicht immer aussuchen, in wen man sich verliebt - und die Anziehungskraft der Gegensätze ist nun mal nicht zu leugnen. Außerdem haben auch Intro/Intro-Paare mit durchaus typischen Problemen zu kämpfen, die manchmal nicht ganz harmlos sind.

Die Vorzüge einer Intro/Intro-Beziehung liegen auf der Hand: Instinktiv spürt ein Partner, wenn der andere das Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug hat und respektiert es, ohne Fragen zu stellen oder gekränkt zu reagieren. Die Wünsche beider Partner hinsichtlich Freizeitgestaltung und Sozialkontakten ähneln sich weitgehend; langatmige Diskussionen darüber, ob und wie lange man zu welcher Party nun gehen sollte, erübrigen sich. Jenseits oberflächlichen Geplauders wächst gerade im schweigenden Verstehen, das beide Partner verbindet, aber auch in ruhigen, gehaltvollen Gesprächen über Gott und die Welt eine intime Verbundenheit zwischen ihnen, die in ihrer Qualität und Tiefe oft unübertrefflich ist.

Der wesentliche Nachteil einer Intro/Intro-Beziehung ist dagegen weniger offensichtlich, dafür aber dennoch nicht zu unterschätzen: Zwei Introvertierte neigen in einer Partnerschaft stärker als Paare anderer Konstellationen dazu, sich in einer „Wir beide gegen den Rest der Welt“-Haltung einzuigeln und zu sehr um sich und die Beziehung zu kreisen. Sie genießen die Intimität miteinander in vollen Zügen und stilisieren ihre Beziehung gerne als den sicheren Hafen, in den sie sich in jeder freien Minute flüchten und zurückziehen. Dabei gehen ihnen auf Dauer aber oft wertvolle Impulse von außen verloren, die jeder einzelne und jede Beziehung braucht, um sich weiterzuentwickeln und zu wachsen.

Wie das Sprichwort so treffend feststellt: „Ein Schiff im Hafen ist sicher. Aber dafür werden Schiffe nicht gebaut.“ Das Resultat dieses manchmal übertriebenen Cocooning zweier Introvertierter kann dann persönliche und gemeinsame Stagnation sein - und irgendwann sogar Langeweile und Überdruss. Wer immer aufeinander hängt und kaum etwas ohne einander oder mit anderen unternimmt, der wird für den Partner nämlich irgendwann uninteressant. Die für eine lebendige Beziehung notwendige Spannung kommt abhanden, die Erotik stirbt. Zu viel Intimität kann eine Beziehung deshalb genauso zuverlässig ruinieren wie zu wenig.

Dieser Prozess verläuft schleichend - anfangs ist es einfach so wunderbar, sich gemeinsam von allem zurückzuziehen und in die gemeinsame kleine Welt (innerlich und äußerlich) abzutauchen, und später verfestigen sich Rituale und Gewohnheiten einfach und lassen keine Außenöffnung mehr zu. Deshalb verpassen viele Intro/Intro-Paare den Moment, an dem es wichtig und gut gewesen wäre, wieder mehr Außenaktivität und -kontakt zu pflegen. Oder ein Partner registriert ihn zwar, traut sich aber nicht, den anderen darauf anzusprechen, aus Sorge, der andere könnte das als Loyalitätsbruch wahrnehmen. Denn da Introvertierte Intimität und Zweisamkeit so hoch schätzen, kann der Wunsch eines Partners nach mehr Außenöffnung natürlich leicht als Angriff auf dieses kostbare Gut missverstanden werden. Behalte deshalb, wenn du in einer Intro/Intro-Beziehung lebst, die Balance zwischen Intimität und Offenheit immer gut im Auge und suche rechtzeitig das ehrliche Gespräch darüber mit deinem Partner. Keine Angst - bei Euch beiden wird trotzdem immer mehr als genug Zeit und Raum für Nähe und Vertrautheit sein!

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