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Interview zum Thema Rollentausch bei Eltern

Im gerade erschienen Buch "Papa ist die Beste Mama" der Autorin Svenja Hofert ist ein kleines Interview mit mir zum Thema Konfliktentstehung und -bewältigung beim Rollentausch. Mehr zum Buch gibt es in einem separaten Beitrag, hier schonmal das Interview.

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Warum ist die Beziehung so viel schwerer, wenn beide arbeiten wollen?
Wenn beide arbeiten, sind im Gegenzug auch beide an der Erziehung und meist auch am Haushalt beteiligt. In so einer Konstellation ist viel Abstimmung nötig. Das erfordert jede Menge Kommunikation.

Also doch besser die klassische Rollenverteilung?
Am Anfang gibt es da wahrscheinlich weniger Reibereien. Auf Dauer entsteht aber Frust, wenn einer – meist die Frau – beruflich stark zurücksteckt. Und das sorgt letztendlich für die größeren Krisen. Bei einer partnerschaftlichen Erziehung reden Mann und Frau mehr miteinander – das ist gut, solange es nicht nur um Terminabstimmungen und Haushalt geht.

Wie verhindern Frau und Mann Konflikte?
Am besten schon vor der Familiengründung. Beide sollten sich bewusst für ein Kind entscheiden und sich über die Gründe dafür klar werden. Wenn Männer sich trotz anfänglich guter Vorsätze bald aus der Erziehung zurückziehen – was oft vorkommt – liegt das nicht selten daran, dass der Mann das Kind noch gar nicht richtig wollte. Für Männer ist es schwierig den Übergang von der alten Rolle zum „neuen Vater“ hinzukriegen. Sie machen einen Spagat zwischen der Realität und den Ansprüchen im Kopf.

Was steckt hinter dem Spagat?
Für Frauen ist die Familie noch immer ein Statusgewinn, für einen Mann bedeutet der berufliche Zurückzug einen Statusverlust, er wird nicht selten von Kollegen und Freunden bespöttelt und von anderen Hausfrauen misstrauisch beäugt. Das erzeugt schnell ein Gefühl von Außenseitertum und Isolation. Frauen haben die Veränderung ihres Rollenbildes gewollt und hart erkämpft, den Männern wurde die Entwicklung eher gegen ihren Willen abgerungen. Sie brauchen noch Zeit, um sich an die neue Situation anzupassen und mit neuen Rollenvorbildern wirklich anzufreunden. Kinderliebe, soziales Engagement und Einfühlungsvermögen waren für Männer über einige hunderttausend Jahre der Evolution einfach keine Schlüsselkompetenzen; wichtig waren vielmehr Status und ein gewisses Maß an Aggressivität. So eine Veränderung lässt sich nicht einfach in ein, zwei Generationen verordnen und vollziehen. 

Und die Frauen?
Die machen es ihren Männern auch nicht gerade leicht. So können viele Mütter nicht delegieren. Sie mischen sich in die Erziehung ein, halten sich für kompetenter und mäkeln am Verhalten ihrer Männer rum. Frauen müssen lernen, ihren Männern freie Hand zu lassen. Sie müssen es auch zulassen, wenn der Mann es anders macht.

Für Männer scheint es oft schwieriger, abhängig von der Partnerin zu sein, auch finanziell. Gibt es da Lösungen?
Diese Frage verlangt dem Paar viel Fingerspitzengefühl ab. Eine Patentlösung gibt es nicht. Das Paar sollte sich zusammensetzen und ausrechnen, was Tätigkeiten wie Haushaltsführung und Kinderbetreuung sie kosten würden, wenn sie von Externen erledigt werden würden. Das macht beiden den ganz reellen Wert seiner Tätigkeit noch mal deutlicher bewusst. Möglicherweise hilft auch eine langfristige Perspektive: im Augenblick zahlt sie den Löwenanteil, aber das wird sich ändern, sobald er zurück im Beruf ist. Viele Paartherapeuten raten auch zur Drei-Konten-Lösung: ein Konto für gemeinsame Ausgaben und den Haushalt, ein Extra-Konto für jeden Partner allein, über das er frei verfügt und keine Rechenschaft ablegen muss. Ganz wichtig ist in  jedem Fall, dass Geld nicht als Machtmittel in der Beziehung missbraucht wird. 

Kann ein Mann, der Hausmann ist, noch „Mann genug“ sein. Besteht nicht die Gefahr des Attraktivitätsverlusts und wie kann man dem entgegensteuern?
Da machen sich viele Männer ganz unnötige Sorgen. Umfragen zeigen, dass die meisten von ihnen immer noch glauben, Frauen wollten vor allem sportliche Männer, die sie finanziell gut absichern und ihnen große Geschenke machen. In Wirklichkeit nennen Frauen aber heute Humor, Kinderliebe und Technikkompetenz als die drei Eigenschaften, die einen Mann für sie besonders attraktiv machen! Und ganz allgemein: Attraktiv ist, wer mit sich selbst und seinem Leben zufrieden ist und sich wohl fühlt!

Viele Männer scheinen eifersüchtiger zu werden, wenn sie erfolgreiche Frauen haben... Was tun?
Dahinter stecken oft Minderwertigkeitsgefühle aufgrund des eigenen vermeintlichen Statusverlustes und ein Streben nach mehr Kontrolle und Macht in der Beziehung. Berufstätige Frauen müssen auch mehr auf ihr Äußeres und ihr Auftreten achten - und je attraktiver eine Frau wirkt, desto mehr muss ihr Partner natürlich fürchten, dass er Konkurrenz bekommt. Wichtig ist, dass die Partner über solche Ängste miteinander sprechen und sich über ihre gegenseitigen Vorstellungen zum Thema Treue klar sind. Soweit möglich, sollte die Frau ihren Partner an ihrem Berufsalltag teilnehmen lassen, z. B. durch Erzählungen, indem sie ihn auch mal um einen Rat bittet oder er sie vielleicht zu einem Betriebsfest begleitet. Wenn er einige der Kollegen kennt, mit denen sie täglich zu tun hat, entspannt das die Situation oft sehr. In jedem Fall sollten die Partner die Eifersucht des Mannes als ein Signal begreifen, dass grundlegende Bedürfnisse nach Bestätigung und Sicherheit in der Beziehung bei ihm offenbar nicht befriedigt werden und gemeinsam nach Veränderungsmöglichkeiten dafür suchen. 

Was sollten Eltern tun, um nicht nur Eltern, sondern auch Paar zu bleiben?
Ich verordne einmal die Woche einen Termin, bei dem die Partner nur sich selbst haben - die so genannte „Qualitätszeit“ für das Paar. Da wird nicht über Kinder und Erziehung gesprochen. Das ist gut für jede Partnerschaft, ganz egal ob beide sich Haushalt und Erziehung teilen oder einer allein verantwortlich ist.

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