Die 20 besten Tipps für eine funktionierende Beziehung

Eine bei Journalisten sehr beliebte Fragestellung an prominente oder auch nicht-prominente Langzeitpaare ist ja gerne die nach dem Geheimnis ihrer dauerhaften Liebe. Wie stellen manche Paare es an, bis zur Goldenen Hochzeit (überwiegend) glücklich und zufrieden zusammen zu bleiben, während andere es nicht mal schaffen, bis zur Einschulung des ersten gemeinsamen Kindes durchzuhalten? Ist das einfach ein Geschenk der Götter, oder dem Glücksgriff zum „perfekten Partner“ im richtigen Moment geschuldet? Haben wir es selber in der Hand, ob unsere Liebe langfristig funktioniert, oder ist das einfach Schicksal?

Ich habe darüber an anderer Stelle schon öfter geschrieben, aber weil das für Paartherapeuten so ein Dauerbrenner ist, dachte ich, es wäre vielleicht eine ganz gute Idee, dazu noch mal etwas zu veröffentlichen. (Sowieso, wo gerade der Valentinstag hinter uns liegt!) Mein Lieblingszitat zum Thema Langzeitliebe ist eine spanische Volksweisheit: “El amor no se encuentra, se construye“, auf Deutsch: „Liebe findet man nicht, man erschafft sie.“ Was hervorragend auf den Punkt bringt, wie ich die obigen Fragen beantworten würde. Bleibt aber natürlich die Frage: wie erschafft man denn bitte Liebe? Beziehungsweise: wie sorgt man dafür, dass sich - sobald der Hormonrausch der Verliebtheit verflogen ist - aus der ersten Leidenschaft füreinander so etwas wie eine lebenslange Liebe überhaupt entwickeln kann? Und wenn man das geschafft hat - wie bekommt man es hin, dass diese Liebe frisch und lebendig bleibt? Genau dafür habe ich die nachfolgenden 20 Tipps zusammengestellt und in zwei Kategorien aufgeteilt - 10 Dos, die einer Beziehung gut tun, und 10 Don‘ts, mit denen man zuverlässig auch die schönste Partnerschaft mittelfristig ruiniert.

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Die 10 Dos in einer Beziehung


  1. Begreife dich und deinen Partner immer (!) als Team- und Kooperationspartner in jeder Hinsicht. Es gilt das Motto: dein Sieg ist auch mein Sieg! Das bedeutet: dein Partner muss sich jederzeit auf deine Rückendeckung verlassen können; vor allem natürlich gegenüber anderen Personen, aber auch ansonsten. Seine Interessen müssen dir genauso wichtig sein wie deine eigenen und umgekehrt. Wenn ihr merkt, dass der Stress des Alltags euch häufig gegen euren Willen zu Gegnern macht, weil es euch zu viel wird, und ihr Schwierigkeiten habt, Lösungen zu finden, die euch beiden gerecht werden, sichert euch rechtzeitig Unterstützung von außen: z. B. eine Putzfrau, einen Babysitter, einen Gärtner usw. Ja, die kosten alle Geld, aber das tun Scheidungsanwälte auch, und über die emotionalen Kosten einer Trennung wollen wir erst gar nicht reden!

  2. Wählt eure Schlachten klug. Selbstverständlich muss man in einer Partnerschaft auch streiten - aber nicht über jede Kleinigkeit. Seid großzügig miteinander, seht über Dinge hinweg, die nicht so wichtig sind, statt euch daran aufzureiben. Streitet nur über Wichtiges miteinander - aber das konstruktiv, problemlösungsorientiert und fair. Seid kompromissbereit, wo immer möglich.

  3. Mit eurem Auto fahrt ihr regelmäßig an die Tankstelle, in die Werkstatt und zum TÜV, oder? Macht euch klar, dass auch eine Beziehung wie ein Auto Pflege, Wartung und Zuwendung braucht, wenn sie auf Dauer funktionieren soll. Reserviert darum regelmäßig Zeit und Energie nur füreinander: Quality-Paarzeit ohne Störungen und Alltagsaufgaben, in der ihr nur Schönes miteinander unternehmt und Gelegenheit für intensive Gespräche habt. Minimum ein Abend pro Woche, gerne sehr viel mehr! (Ja, auch als junge Eltern - siehe Punkt 1).

  4. Sprecht Konflikte, Unbehagen, Sorgen und Ängste, die euch umtreiben, rechtzeitig und ehrlich an (egal, ob sie etwas mit eurer Beziehung zu tun haben oder nicht) und sucht gemeinsam nach Lösungen dafür. Bleibt miteinander im Gespräch, auch und gerade über Dinge, bei denen ihr schon alles übereinander zu wissen glaubt. Stellt euch weiterhin die Fragen, die man sich am Anfang einer Beziehung stellt: „Was denkst du gerade?“ - „Wie fühlst du dich?“ - „Bist du glücklich?“ - „Was würdest du an unserem Leben gerne ändern?“

  5. Bewahrt euch beide ein bisschen die „rosa Brille“ eurer Anfangszeit: konzentriert euch gezielt auf die positiven Seiten eures Partners und macht euch immer wieder bewusst, was ihr am anderen liebt und warum ihr ihn eigentlich ursprünglich als Partner gewählt habt. Überseht kleinere Fehler am anderen großzügig, seid versöhnlich.

  6. Lobt euch gegenseitig, so oft sich die Gelegenheit dafür bietet. Ermutigt einander. Macht einander, wann immer es geht, Geschenke und Komplimente - unter vier Augen, aber auch sehr gerne in Anwesenheit von Dritten.

  7. Bleibt physisch miteinander in Kontakt, auch und gerade in schwierigen, stressigen Zeiten. Nehmt euch nach einem anstrengenden Tag in den Arm; räumt euch genügend Zeit und Energie für Zärtlichkeit und Sexualität ein. Haltet beim Spazierengehen Händchen, begrüßt euch beim Heimkommen mit einem liebevollen (keinem flüchtigen!) Kuss, knutscht an der roten Ampel herum wie die Teenager ...

  8. Bewahrt euch jeder ein bisschen Individualität und Eigenständigkeit: pflegt z. B. jeder ein Hobby ohne den Partner, habt jeder ein paar eigene Freunde, verfolgt Interessen auch mal ohne einander. So bleibt ihr interessant füreinander und habt euch immer wieder Neues zu erzählen.

  9. Fangt immer wieder neue Dinge miteinander an: schafft euch immer wieder gemeinsame, neue und spannende Ziele, auf die ihr hinarbeitet und für die ihr gemeinsam brennen könnt. Verleiht eurer Beziehung einen gemeinsamen Sinn und gebt ihr eine gemeinsame Richtung; findet immer wieder Projekte und Unternehmungen, die euch verbinden. Ob ihr einen Tanzkurs macht, ein Haus baut oder gemeinsam Orang-Utans im Regenwald retten gehen wollt, spielt dabei keine Rolle - Hauptsache, ihr habt Spaß und seid mit Leidenschaft dabei!

  10. Pflegt Rituale, die eure Beziehung immer wieder bestätigen: feiert euren Kennenlern- oder Hochzeitstag; überlegt euch eine kleine Überraschung für den Valentinstag; veranstaltet einen „Weißt-du-noch?“-Abend mit alten Fotos und Filmen; zelebriert ein Paar-Wochenende pro Monat nur für euch.

Die 10 Don‘ts in einer Beziehung


  1. Begreift einander als Gegner nach dem Motto: Wenn du gewinnst (bei einer Diskussion, einer Entscheidung, einem Streit), verliere ich und umgekehrt! Fallt einander in den Rücken, um euch einen Vorteil zu sichern. Macht einander vor Dritten lächerlich, kritisiert einander vor anderen, streitet vor anderen. Beklagt euch bei anderen übereinander, statt miteinander zu reden. Beharrt darauf, alles unbedingt alleine bewältigen zu wollen, was euren Alltag stressig macht, weil Unterstützung (in Form von Putzfrauen, Babysittern oder anderen bezahlten Helfern) zu viel Geld kostet, das ihr lieber in wichtigere Sachen investieren wollt (z. B. ein neues Handy).

  2. Streitet bei jeder Gelegenheit über Unwichtiges miteinander. Versucht, jede Schlacht dabei auf Biegen und Brechen zu gewinnen (siehe auch Punkt 1). Tut das vorzugsweise in destruktiver Form: sendet Du-Botschaften („Du bist ...“ - „Du machst immer ...“); macht aus Mücken wo möglich Elefanten; geht verletzend miteinander um. Ihr kennt die wunden Punkte eures Partners besser als jeder andere, deswegen könnt ihr auch am gezieltesten zuschlagen.

  3. Verlasst euch darauf, dass eine anfangs gute Beziehung auch von selbst gut bleibt. Nehmt deshalb alle und alles andere wichtiger als euren Partner: den Job, die Kinder, den Haushalt, den Tennisverein, die Gartenarbeit. Ihr werdet zwar am Ende des Tages/der Woche keine Kraft und Zeit mehr füreinander übrig haben, aber das macht ja nichts, denn eure Beziehung war ja schon immer gut und deswegen wird sie das auch bleiben, ohne dass ihr etwas dafür tut.

  4. Behaltet Konflikte, Unbehagen, Sorgen und Ängste, die euch umtreiben, so lange wie möglich für euch, besprecht sie nicht miteinander (weil ihr den anderen nicht belasten wollt; weil ihr denkt, der andere würde euch ohnehin nicht verstehen; weil es euch zu anstrengend erscheint, darüber zu reden ...). Staut diese Gefühle sorgfältig so lange auf, bis sie sich in einer emotionalen Explosion oder gleich in einem Seitensprung entladen. Hört frühzeitig (möglichst direkt nach der unmittelbaren Balzphase) auf, miteinander über Grundsätzliches zu reden, wie beispielsweise Zukunftspläne, Träume, Ängste, Sehnsüchte. Ihr wisst ja sowieso schon alles übereinander; etwas Neues könnte ihr dabei nicht erfahren.

  5. Setzt - ebenfalls frühzeitig, möglichst direkt nach der unmittelbaren Balzphase - die „rosa Brille“ ab und stattdessen ein Vergrößerungsglas auf. Konzentriert euch mit seiner Hilfe auf die Macken und Fehler eures Partners und führt innerlich sorgfältig und akribisch eine „Schwarze Liste“ darüber. Registriert jede kleine Verfehlung unerbittlich darauf und vergesst nicht, sie - gern auch mehrfach, wenn sich die Gelegenheit bietet! - anzuprangern. Wenn das vor Dritten geht, umso besser! Seid nachtragend, archiviert eure Vorwürfe und wärmt sie so oft wie möglich wieder auf. Alles andere wäre Verschwendung.

  6. Wo wir schon dabei sind: Kritisiert euch gegenseitig, entmutigt euch, macht euch gegenseitig herunter, so oft es nur geht. Tut auch das, falls möglich, nicht nur unter vier Augen, sondern vor allem in Anwesenheit von Dritten. Der Effekt ist dann ungleich größer!

  7. Zieht euch körperlich und seelisch voneinander zurück. Schweigt euch an, mauert, hört auf, euch im Alltag zu berühren. Zärtlichkeiten und Sex sind nur etwas für gute Zeiten - speziell in schwierigen, stressigen Phasen sollten sie daher als erstes vom Stundenplan gestrichen werden. Gut lassen sich Berührungen aller Art vermeiden, indem ihr eure Tage und Wochen mit anderen Aktivitäten und Verpflichtungen so voll packt, dass ihr spätabends nur erschöpft nebeneinander (oder auch nacheinander) ins Bett fallt und schlafen wollt.

  8. Unternehmt alles immer nur gemeinsam. Setzt euren Ehrgeiz darein, zu einem „Wir-ling“ zu mutieren und nur noch als Hälfte eines Paares zu existieren. Das ist der sicherste Weg, irgendwann völlig uninteressant und langweilig für den Partner zu werden.

  9. Bewegt euch nach Möglichkeit immer nur in eingefahrenen Geleisen; tut nur das, was ihr schon immer getan habt, dort, wo ihr es schon immer getan habt, und so, wie ihr es schon immer getan habt. Entwickelt keine (neuen) gemeinsamen Ziele und Visionen davon, wie euer Leben künftig weiter gehen soll. Sucht euch als Paar weder einen gemeinsamen Sinn, noch eine gemeinsame Richtung. Lebt einfach nebeneinander her und das so statisch wie möglich.

  10. Pflegt keine Rituale, die eure Paarbeziehung bestätigen - Dinge wie Romantik-Wochenenden für zwei, Hochzeitstagsfeiern, Valentinstag etc. dienen ohnehin nur dem Kommerz! Wenn es sich machen lässt, bleibt stattdessen so unverbindlich wie möglich: Heiratet nicht, obwohl ihr seit Jahren zusammen seid („Wahre Liebe braucht keinen Trauschein!“), tragt keinen Ehering („Der stört mich bei der Arbeit!“), vergesst den Hochzeitstag („Floristen und Juweliere verdienen auch so schon genug!“) ...


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