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(Alb-)Träume und ihre Bedeutung

Ein Thema, mit dem Klienten gerne in Therapiestunden zu mir kommen, sind Träume. „Ich habe das und das geträumt - was bedeutet das?“ - „Ich träume immer wieder denselben Traum, was will mir der sagen?“ So oder so ähnlich lauten meist die Fragen dazu. Und natürlich sind Träume ein interessantes Thema, nicht nur in Psychotherapien, sondern ganz allgemein. Viele Menschen fragen sich, was Träume bedeuten, viele Forscher haben sich schon immer mit dem Schlafen und natürlich auch mit dem Träumen beschäftigt.

Über die Jahrtausende gab es die verschiedensten Theorien und Erklärungsansätze für das Phänomen des Traums. Seit der Antike galt er als Weg, auf dem die Götter den Menschen Botschaften sandten, um ihnen die Zukunft vorherzusagen oder sie vor Gefahren zu warnen. So erzählt die Sage, Hekabe, die Frau des Priamos und Königin von Troja, habe während ihrer Schwangerschaft geträumt, sie werde eine Fackel gebären, die Troja in Brand stecken werde. Priamos ließ seinen neu geborenen Sohn Paris daraufhin aussetzen, um die Stadt vor dem Verderben zu bewahren - leider fanden Hirten den Knaben, zogen ihn groß, und indem er später die schöne Helena aus Griechenland raubte, brachte Paris als Erwachsener dann tatsächlich Feuer und Krieg über Troja.

Im 19. Jahrhundert erklärte Sigmund Freud den Traum zum „Hüter des Schlafs“ und sah in diesem „Königsweg zum Unbewussten“ ein wichtiges Vehikel, um die Triebimpulse aus unserem Unbewussten zu kontrollieren. Manche heutigen Forscher sehen im Traum nur ein bedeutungsloses Neuronengewitter, ein unwichtiges Überbleibsel aus der Evolution, das in der nächtlichen Ruhephase, in der das Gehirn keinen äußeren Stimuli ausgesetzt ist, einfach sinnlose Bilder ohne Logik oder Zusammenhang produziert, sozusagen ein „Leerlaufphänomen“. Andere dagegen sind davon überzeugt, dass unsere Trauminhalte uns bedeutungsvolle Schlüssel für offene Fragen in unserem Leben liefern können, oder entscheidender Bestandteil von kreativen Denk- und Problemlösungsprozessen sind. Der Chemiker August von Kekulé soll zum Beispiel von einer Schlange geträumt haben, die sich in den eigenen Schwanz beißt - und beim Aufwachen gewusst haben, dass genau dies die Lösung für den ringförmigen Benzolaufbau ist.

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Verarbeiten wir vielleicht nachts Dinge, die uns tagsüber besonders beschäftigen, auf eine im Wachzustand so nicht mögliche Weise? Dienen Träume vor allem dazu, Informationen aus dem Kurzzeitspeicher in den Langzeitspeicher unseres Gehirns zu übertragen und so das Gedächtnis zu festigen? Oder haben wir über unsere Träume gar Zugriff auf Informationen oder parallele Realitäten, die uns tagsüber verschlossen bleiben? Manche Esoteriker glauben fest daran, dass Träume eine Form von Astralreisen darstellen, also Seelenreisen in andere Welten. Nichts davon ist bisher wirklich wissenschaftlich hieb- und stichfest belegt, nichts aber auch wirklich widerlegt worden. Der Traum und seine Funktion bleibt trotz ausgiebiger Forschung in vielerlei Hinsicht noch immer ein Rätsel.

Sicher ist: Alle Menschen träumen, und alle Menschen träumen auch in etwa gleich viel und gleich häufig. Wer also behauptet: „Ich träume nie!“, irrt sich einfach - und zwar deshalb, weil wir uns nicht alle gleich gut an unsere Träume erinnern. Frauen erinnern sich übrigens der Forschung zufolge häufiger an ihre Träume an Männer. Der Großteil der Träume, die wir haben, findet während unseres REM-Schlafs statt, eine Schlafphase, die ungefähr 20 - 25 % des Gesamtschlafs ausmacht und die unter anderem von schnellen Augenbewegungen des Schlafenden gekennzeichnet ist (rapid eye movement). In den 60er Jahren stellte man fest, dass Menschen auch im Non-REM-Schlaf teilweise träumen, aber diese Träume sind in der Regel weniger lebhaft, werden seltener erinnert und insgesamt vom Träumer als weniger bedeutsam wahrgenommen als REM-Träume.

Es gibt interessanterweise bestimmte typische Traumthemen, die viele Menschen kennen und die bei nicht wenigen auch als Wiederholungsträume immer wieder auftreten. Traumforscher der Universität Montreal stellten fest, dass bei 81,5 % der Menschen dazu Verfolgungsträume gehören, und 72,4 % der Befragten berichteten von Träumen, die mit Prüfungen, Schule und Lehrern in Verbindung standen. Andere Traumklassiker sind Zuspätkommen, Fallen, Fliegen, Nacktsein oder der Tod von wichtigen Bezugspersonen. Träume mit diesen Motiven finden sich bei vielen Menschen überall auf der Welt, unabhängig von Alter, Nationalität, Bildungsstand oder Kulturkreis. Heißt das nun, dass diese Träume tatsächlich so etwas wie eine „Botschaft“ beinhalten - sei es nun von welchen Göttern auch immer oder auch von unserem eigenen Unbewussten?

Grundsätzlich rate ich Klienten, die mit der Frage nach der Bedeutung ihrer eigenen Träume zu mir kommen, immer, ihre Träume als so etwas wie einen Kinofilm zu betrachten - und sich selbst in der Rolle des Regisseurs zu sehen. Auch in echten Kinofilmen wählt der Regisseur nicht immer eine konkrete, sondern eine eher symbolhafte Sprache, um das, was er dem Zuschauer mitteilen will, in Bilder zu kleiden. Und wie beim Traum auch ist das eine sehr subjektive Sache - ein Quentin Tarantino wird dabei eine ganz andere Bildsprache wählen als ein Werner Herzog, und ein Film von Lars von Trier wirkt völlig anders als einer von Fatih Akin. Die Persönlichkeit, Erfahrungswelt und Vorstellung des Regisseurs beeinflusst die Wahl, die er hinsichtlich der Umsetzung seiner Ideen bei den Bildern trifft. So ist das meiner Meinung nach auch bei unseren Träumen, und deswegen finde ich es so schwierig, wenn ich manchen Traumforen oder Traumdeutungsbüchern pauschale Antworten nach Traumsymbolen gegeben werden. Wenn es da beispielsweise kategorisch heißt, dass eine Pistole im Traum als Symbol für die männliche Sexualität gesehen werden müsse (und dass eine Frau, die davon träumt, erschossen zu werden, damit ihren Wunsch nach sexueller Aggression zum Ausdruck bringt), oder dass ein mit Edelsteinen besetztes Halsband eine Erbschaft von einem entfernten Verwandten ankündigt, dann schüttelt es mich deshalb ziemlich. Ich glaube nämlich, dass unsere Träume viel zu individuell sind, um dermaßen in Schubladen abgelegt zu werden. Ein Hund im Traum kann für jemanden, der Hunde mag, vielleicht ein Symbol für Anhänglichkeit, Treue und Zuwendung sein - für jemanden, der vor Hunden Angst hat, steht so ein Traumbild aber sicher viel eher für etwas Bedrohliches, Aggressives. Ein Flugtraum kann sich toll und beglückend anfühlen - oder vor allem von der Angst vor dem Absturz begleitet sein.

Deswegen versuche ich mit meinen Klienten dann immer herauszufinden, was ein bestimmtes Traumbild oder ein Trauminhalt speziell für sie für eine Bedeutung beinhaltet - und das ist dann oft sehr interessant und führt zu spannenden weiteren Überlegungen: Warum beschäftigt mich gerade dieses Thema vielleicht im Moment so sehr? Worauf lenkt es meine Aufmerksamkeit? Ist es eher etwas, was mich im Wachzustand auch gerade sehr beschäftigt, oder steht es im Gegenteil eher für etwas, was ich im Wachzustand eher verdränge bzw. was in meinem Leben derzeit vielleicht zu kurz kommt?

Natürlich gibt es bestimmte Traummotive, deren Aussage meist in eine ähnliche Richtung geht: So ist es immer lohnend, sich zu fragen, wofür im Traum beispielsweise ein Verfolger symbolisch stehen könnte - was gibt es da im eigenen Leben, was einen „verfolgt“, was einen nicht zur Ruhe kommen lässt, wovor man lieber davonlaufen als sich ihm stellen würde? Wenn ich immer wieder von Prüfungssituationen träume: Wo und wann habe ich den vielleicht Eindruck, vom Leben „geprüft“ zu werden? Wo fühle ich mich auf dem Präsentierteller, unter Druck, vielleicht auch schlecht oder gar nicht vorbereitet? Wo fühle ich mich als „Schüler“, als Unwissender, als Suchender? Wo bin ich vielleicht in einer Schwellen- oder Übergangssituation in meinem Leben, die diese „Prüfung“ symbolisieren könnte? Aber in diesen grundsätzlichen strukturellen Ähnlichkeiten erschöpft sich dann meiner Meinung nach auch schon der generelle Symbolcharakter von Traumbildern - alles andere muss wirklich ganz individuell betrachtet, mit Sinn gefüllt und „entschlüsselt“ werden.

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang übrigens auch das Thema Albträume - also Träume, die wir als sehr erschreckend oder bedrohlich erleben. Solche Träume haben die meisten Menschen hier und da. Wohl fast jeder von uns ist mitten in der Nacht schon einmal schweißgebadet aufgewacht oder hat gar seinen friedlich nebenan schlummernden Bettnachbarn durch einen Angstschrei gleich mit aus dem Schlaf gerissen. Manche Menschen leiden aber unter chronischen Albträumen, Studien zufolge etwa 2 - 5 % der Erwachsenen in Deutschland. Das kann so weit gehen, dass die Betroffenen sich davor fürchten, ins Bett zu gehen - sie könnten ja träumen! - und ausgewachsene Schlafstörungen entwickeln. Ursprung der Albträume ist manchmal ein traumatisches Erlebnis, aber bei weitem nicht immer. So oder so sind Albträume, speziell wiederkehrende Albträume, natürlich sehr unangenehm, auch wenn sie nicht so häufig auftreten.

Eine relativ neue Methode aus der Verhaltenstherapie verspricht hier nun Abhilfe, die so genannte Image Rehearsal Therapy (IRT). In Pilotsitzungen hat sich die Methode als sehr wirksam und zudem als schneller Weg zum Erfolg erwiesen: Nur vier Therapiesitzungen reichen den meisten Patienten, um ihre chronischen Albträume damit loszuwerden - eine Traumquote, klingt schon fast nach Wunderheilung! Dabei ist die Sache eigentlich ganz einfach und - das sagen die Therapeuten der Universität Frankfurt, die mit der Methode arbeiten, auch selbst - durchaus auch ohne Psychologen an der Seite anzuwenden:

Erst einmal muss der chronische Albtraum natürlich möglichst genau beschrieben werden. Das fällt den wenigsten Betroffenen schwer, schließlich sind gerade Angstträume extrem eindrücklich und werden deswegen oft auch sehr detailreich erinnert. Der Patient „durchlebt“ dann den Albtraum gemeinsam mit dem Therapeuten noch einmal so lebhaft und anschaulich wie möglich. Dann denken sich Therapeut und Patient gemeinsam ein anderes, ein „gutes“ Ende für den Angst machenden Traum aus: Wenn der Patient also beispielsweise in seinem Albtraum immer verfolgt wird, tritt nun vielleicht rechtzeitig eine schützende Gestalt auf den Plan und wehrt den Angreifer ab; wenn der Patient häufig von einer misslingenden Prüfung träumt, geschieht an der entscheidenden Stelle im Traum nun etwas, das ihm dabei hilft, die Prüfung gut zu bestehen usw. Therapeut und Patient schreiben also quasi das „Drehbuch“ des Traumes einfach um, so dass aus einem Albtraum ein „guter Traum“ wird. Im Schlaf erinnert sich der Patient dann an das alternative Drehbuch und träumt den Albtraum auf die von ihm vorab imaginierte Methode „gut“ zu Ende. Das klingt fast zu simpel, um wahr zu sein, aber es scheint hervorragend zu funktionieren: In einer Pilotstudie zu der Methode sank die Zahl der Albträume, von denen die Patienten berichteten, durch den Einsatz von IRT von dreieinhalb auf einmal pro Woche zurück - ein beeindruckender Erfolg und für die Betroffenen eine immense Erleichterung. Die Therapeuten betonen, dass die Methode natürlich nicht bei Patienten hilft, bei denen die Albträume Symptom einer zugrunde liegenden schwereren psychischen Störung sind (z. B. Folge einer akuten Traumareaktion sind). Allen anderen aber sei sie als Hilfe zur Selbsthilfe hiermit einmal ans Herz gelegt! Es gibt auch schon online einen Leitfaden dazu, mit dem man die Methode ganz einfach ausprobieren und sich als Studienteilnehmer anmelden kann.

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