Ich will mein Leben ändern - Wie man Lebensträume verwirklicht

Ein Thema, das eigentlich in fast allen meinen Coachings, Seminaren oder Therapien früher oder später auftaucht, ist das Thema (in der Regel bis dahin unerfüllter) Lebensträume. Die meisten Menschen tragen einen oder mehrere solche Lebensträume mit sich herum; nur die wenigstens von uns schaffen es wirklich zu 100 %, genau das Leben zu führen, das sie sich immer gewünscht haben. Manchmal sind es (vermeintlich oder tatsächlich) äußere Gegebenheiten, die die Erfüllung eines Lebenstraums blockieren oder verhindern; sehr viel häufiger aber scheitert die Verwirklichung eher an inneren Widerständen aller Art: Bequemlichkeit, Angst, Unsicherheit, Unentschlossenheit ...

100 % Traumerfüllung sind sicher nicht unbedingt notwendig, um ein glückliches Leben zu führen (ich fand den Ausdruck „wunschlos glücklich sein“ schon immer eher besorgniserregend als ansprechend), aber wenn auch du zu den Menschen gehörst, die (seit kurzem oder auch schon lange) innerlich um eine Wunschvorstellung herumschleichen, sich aber nicht an die Realisierung trauen, dann können die nachfolgenden Vorschläge dir vielleicht dabei helfen, diese Situation zu verändern - in die eine oder andere Richtung. Denn wie du beim Weiterlesen merken wirst, ist die Erfüllung eines Lebenstraums nur eine mögliche Option. Eine manchmal ebenso sinnvolle Option kann es auch sein, einen vermeintlichen Lebenstraum als Wolkenkuckucksheim (und damit als bloßen Eskapismus) zu entlarven und ein für allemal zu den Akten zu legen. Auch das kann einen unter Umständen erheblich zufriedener machen.

Aber fangen wir mit der nahe liegenden Fragestellung an: „Ich würde gerne einen von mir gehegten Lebenstraum verwirklichen, weiß aber nicht, wie ich es angehen soll / traue mich nicht / habe Angst vor dem Scheitern.“ Dann kannst du entweder eines der diversen populären Bücher zum Thema Wünschen kaufen und das Beste hoffen (auf jeden Fall erfüllst du damit zumindest den Wunsch der jeweiligen Autoren nach guten Verkaufszahlen!), oder du probierst es einmal mit einer oder am besten mehreren der folgenden Strategien:

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Investiere ab sofort jeden Tag eine Stunde deiner Zeit in die Realisierung deines Wunsches. Hört sich im ersten Moment viel an, ist aber meist ziemlich einfach und ohne große Mühe zu machen, indem man z. B. seinen Fernseh-, Internet- oder sonstigen Medienkonsum etwas beschneidet. (Wenn es an einem Tag wirklich gar nicht geht, ist es auch erlaubt, am nächsten Tag stattdessen zwei Stunden dran zu bleiben. Zur Regel sollte die Aufschieberei aber nicht werden. Wenn dein Traum dir wichtig genug ist, wirst du diese Stunde pro Tag locker machen können - wenn dir das dauerhaft nicht gelingt, ist das ein Grund, sich mit dem Thema Widerstände (siehe zweiter Teil des Artikels) intensiver auseinanderzusetzen. In dieser Stunde tust du irgend etwas, was dich deinem Ziel näher bringt. Das kann am Anfang einfach Recherchearbeit sein, um erst mal genauer zu konkretisieren, was für deinen Traum notwendig ist; später sind es vermutlich immer praxisorientiertere Aktionen. Wenn dein Ziel das Auswandern in ein anderes Land ist, kannst du in dieser Stunde beispielsweise Vokabeln pauken oder im Internet Jobangebote dort sichten. Wenn du dir eine künstlerische Zweitkarriere wünschst, dann investierst du diese Zeit vielleicht in einen Online-Zeichenkurs oder ins Gitarreüben. Es spielt keine Rolle, welches dein Traum ist - mit einer Stunde pro Tag kannst du in jedem Fall anfangen. Stell dir den Wecker, hör nach 60 Minuten wieder damit auf. Mit dieser Vorgehensweise riskierst du absolut nichts - du kannst dein sonstiges Leben ganz normal beibehalten und dich schrittweise an dein Ziel herantasten. Unterwegs wird dir schnell klar werden, ob das, was du da tust, wirklich deiner Leidenschaft entspricht (dann wird dich das Klingeln des Weckers immer mit dem Gefühl des Bedauerns zurücklassen, weil du eigentlich gern weitermachen möchtest), oder ob du doch nicht so begeistert bei der Sache bist. Und der Weg zurück steht dir jederzeit offen. Du kannst also ganz entspannt loslegen - es ist vorab erst mal keine lebensverändernde Entscheidung notwendig.

Ein weiterer Schritt in dieselbe Richtung, etwas zeitaufwändiger, aber genauso risikoarm: Leb deinen Traum „auf Probe“, ohne gleich alle Brücken hinter dir abzubrechen. Das empfiehlt sich besonders dann, wenn dein Traum einen relativ radikalen Richtungswechsel in deinem Leben beinhalten würde (wie besagtes Auswandern oder auch ein Berufswechsel vom Bankangestellten zum Chef eines Bio-Bauernhofs). Häufig malen wir uns unsere Traumwelten ja deutlich rosiger und sonniger aus, als die Wirklichkeit. Da ist ein Realitäts-Check immer eine gute Idee.

Statt also gleich deinen derzeitigen Job hinzuschmeißen und alles auf eine Karte zu setzen, nur, weil dir dein Urlaub in Spanien oder auf dem Bauernhof immer so gefällt, starte mal einen Testlauf mit Rückfahrkarte. Bei vielen Jobs ist es heute möglich, eine längere, unbezahlte Auszeit (ein Sabbatical) über mehrere Monate zu nehmen, wenn man das mit dem Chef und den Kollegen rechtzeitig abspricht. Oder zumindest den kompletten Jahresurlaub auf einen Schlag zu verbraten (mit ein paar günstig liegenden Feiertagen und geschickter Planung kommt man da in manchen Jahren auch auf fast zwei Monate Auszeit). Das ist ausreichend, um tatsächlich mal die Nagelprobe zu machen und in dieser Zeit z. B. wirklich als Aushilfskraft auf einem Bauernhof zu arbeiten oder mehrere Wochen im Ausland zu leben. Wohlgemerkt: nicht unter Urlaubsbedingungen, sondern unter so realistischen Vorgaben wie möglich. Also schon morgens um fünf raus aus den Federn und widerspenstige Kühe melken und Stall ausmisten, bitte! Auch bei dieser Vorgehensweise bleibt dir der Rückweg in dein bisheriges Leben problemlos offen, solltest du während deiner Probezeit feststellen, dass sich dein Traum bei näherer Betrachtung von einem Wunsch- in einen Alptraum verwandelt ...

Noch eine gute Methode, einen Wunsch schrittweise zur Wirklichkeit werden zu lassen: Such dir eine ehrenamtliche Tätigkeit für deine Freizeit, die etwas mit deinem persönlichen Traum zu tun hat. Dabei reicht eine kleine Schnittmenge; es muss nicht hundertprozentig das sein, was dir vorschwebt, aber es sollte nahe dran sein. Du träumst davon, Schriftstellerin zu werden? Dann fang einfach mal mit einem Blog an, den du in deiner Freizeit schreibst und veröffentlichst. Auch eBooks oder Eigenverlage wie Book on Demand machen es heute für jedermann möglich, nebenbei zu publizieren, ohne gleich alle Brücken hinter sich abzubrechen und auf den großen Verkaufserfolg zu vertrauen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass so etwas prima funktioniert - ich bin genau auf diesem Weg zum Schreiben gekommen und habe mittlerweile mehrere Bücher veröffentlicht. Angefangen hat aber alles mit diesem Blog hier, den du gerade liest, und den ich zwei Jahre lang in meiner Freizeit und ohne Bezahlung aus Spaß an der Freude geschrieben habe, bis dann eine Anfrage von einer Literaturagentin kam, der meine Schreibe gefiel - und der Rest hat sich dann einfach entwickelt. Wenn es eher etwas Handwerkliches oder Kreatives sein soll: Plattformen wie DaWanda oder eBay lassen dir hier jede Menge Spielraum, in dem du dich ausprobieren und testen kannst, wie gut deine Ideen bei einem breiteren Publikum ankommen. Und alles, ohne mehr aufs Spiel zu setzen als ein bisschen deiner Freizeit!

Und wenn du noch gar nicht ganz sicher bist, wie du dich deinem Traum annähern kannst: Geh doch mal in eine Buchhandlung oder stöbere bei Amazon und schau, ob du Erfahrungsberichte, Bücher oder Biographien von Leuten finden kannst, die einen ähnlichen Traum wie den deinen umgesetzt haben. In Indien ein Heim für Waisenkinder gründen? Orang-Utans in Borneo retten? Computerspiele entwickeln, die Nintendo das Fürchten lehren? Die gefragteste Innenarchitektin Deutschlands werden? Eine eigene Heilkräuter-Kosmetik-Serie auf den Markt bringen? Egal, was es ist - irgendjemand hat irgendetwas Ähnliches bestimmt schon mal gemacht und im Idealfall auch noch ein Buch darüber geschrieben. Hervorragende Inspirationsquellen - und oft auch sehr nützlich, um Fehler der „Vorgänger“ nicht unbedingt zu wiederholen.

Eine letzte hübsche Anregung noch, die von Barbara Sher stammt (Buchtipp: „Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will“): Gründe mit ein paar guten FreundInnen ein „Erfolgsteam“ für eure Träume! Der Deal zwischen euch lautet: Ihr erzählt mir von euren Wunschträumen und ich euch von meinen. Und dann helft ihr euch gegenseitig und lasst euch gegenseitig keine Ruhe mehr, bis eure Träume alle wahr geworden sind! So ein Erfolgsteam, das sich regelmäßig trifft, kann im Idealfall eine unbezahlbare Quelle von Inspiration, Information und Unterstützung sein. Wer jemals in einer guten Projektgruppe mitgearbeitet hat, weiß, was ich meine. Man feuert sich gegenseitig an, spricht sich Mut bei Rückschlägen zu, diskutiert Ideen, findet gemeinsam Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten, wo man alleine festhängen würde, entwickelt Visionen und Lösungen für Probleme und Widerstände auf dem Weg zum Ziel ... und das Ganze natürlich mit viel mehr Schwung und Spaß, als man es alleine tun könnte! Außerdem sorgen die regelmäßigen Treffen dafür, dass man an seinem Traum dranbleibt (in dieser Hinsicht funktioniert ein Erfolgsteam also als zusätzlicher Verstärker von Punkt 1 dieser Liste).

Und wenn es irgendwie nicht klappt? Wenn du immer wieder Gründe findest, keinen einzigen der oben genannten Wege in Richtung Lebenstraum auch nur ein Stück weit zu beschreiten? Wenn du feststellst, dass du nie Zeit hast ... oder irgendwie immer was dazwischen kommt ... oder irgendein Widerstand dich davon abhält, es zu versuchen?

Dann ist es vielleicht wichtig, diesen Widerstand mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht hat er ja gute Gründe, dich von deinem Traum fern zu halten? Probiere doch mal folgendes:

Versuche, diesem Widerstand in dir eine Form zu verleihen, ihn zu personalisieren. Ist das eher ein Klotz an deinem Bein? Eine Wand vor dir? Ein Felsbrocken auf deinem Weg? Eine drohend vor dir aufgebaute Gestalt, die dich am Weitergehen hindert? Ein Abgrund? Hat er einen Namen? Wie groß oder klein ist der Widerstand? Fest oder flüssig? Rund, eckig, scharfkantig, fluffig-weich, hell, dunkel ...? Je klarer das Bild vor deinem inneren Auge, umso besser.

Ist das Bild deutlich genug, dann probiere mal, ob du mit deinem Widerstand ins Gespräch kommen kannst. Ich weiß, das klingt erst mal albern, funktioniert aber oft überraschend gut! Frag ihn doch beispielsweise mal, wovor er dich schützen will? (Denn wir können in jedem Fall davon ausgehen, dass der Widerstand es gut mit dir meint, er will dir ganz sicher nichts Böses!) Wenn man sich auf diesen inneren „Dialog“ wirklich einlässt, kommen dabei häufig ziemlich verblüffende Erkenntnisse ans Tageslicht!

Mach dir ganz ehrlich und ausführlich bewusst, welchen Preis du zahlen müsstest, wenn du deinen Traum verwirklichen würdest (und zwar erfolgreich verwirklichen würdest!). Wenn man einen Lebenstraum umsetzt, gewinnt man zwar vieles, aber man verliert gleichzeitig auch anderes, bzw. man muss auf anderes verzichten. Wenn du dich gerne selbständig machen möchtest, gibst du gleichzeitig die relative Sicherheit auf, die ein Angestelltenverhältnis mit sich bringt und vermutlich wirst du künftig auch deutlich weniger Freizeit zur Verfügung haben (das Wort selbständig setzt sich zusammen aus „selbst“ und „ständig“, das kann dir jeder selbständig Arbeitende bestätigen). Wenn du Model werden willst, dann heißt das: adieu, Fritten und Burger und Pizza, und zwar auf Dauer. Wenn du gerne erfolgreich sein und dein eigenes Ding machen willst, riskierst du unter Umständen Sympathien - es wird immer jemanden geben, der neidisch auf dich sein wird, oder jemanden, dem es lieber wäre, dass du dich mehr um ihn/sie kümmerst als um dich und dein neues Projekt; der dir vorwirft, dass du egoistisch handelst oder verantwortungslos ...

Alle diese Dinge gehören auf deine Liste mit der Überschrift „Der Preis des Erfolgs“ (und es sollte eine reale Liste sein, schreib dir diese Dinge wirklich auf!). Lass dir Zeit für diese Liste und sei ehrlich mit dir selbst dabei. Und dann schau sie dir genau an und frag dich: Ist mir mein Traum das alles wirklich wert? Oder ist mir die Sache vielleicht doch schlicht zu teuer? (Dann kann es eine sehr vernünftige Entscheidung sein, den Traum eben nicht zu realisieren, sondern zu den Akten zu legen.)

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