Mental Load bewältigen: Praktische Strategien für jeden iPersonic-Typ

Mental Load bewältigen: Praktische Strategien für jeden iPersonic-Typ

Vor einiger Zeit habe ich hier ja schon einmal über das Thema Mental Load geschrieben (https://www.ipersonic.de/blog_files/mental-load-das-unsichtbare-gewicht-des-alltags.html). Mental Load ist das (zum großen Teil) unsichtbare Gewicht der Alltagsaufgaben, das wir mit uns herumschleppen. Meistens kriegen wir das auch irgendwie hin - in stressigen Zeiten kann das Ganze aber ausgesprochen erdrückend wirken und sich sehr negativ auf unser Wohlbefinden auswirken. Im schlimmsten Fall führt es sogar irgendwann in einen Burnout.

Ich hatte in meinem ersten Beitrag schon kurz erwähnt, dass es unter unseren iPersonic Persönlichkeitstypen vor allem die acht mit fühlender Präferenz sind, die besonders anfällig für eine Überlastung durch Mental Load sind. Deren ausgeprägtes Zugehörigkeits- und Fürsorgebedürfnis gegenüber anderen Menschen macht ihnen das Neinsagen einfach oft besonders schwer macht. Klar, dass es da mit der Abgrenzung gegenüber zu vielen Ansprüchen und Forderungen anderer oft nicht so weit her ist! Aber natürlich können auch die acht Persönlichkeitstypen mit logischer Präferenz durchaus irgendwann unter dem Gewicht ihrer Mental Load in die Knie gehen.

In diesem Artikel möchte ich dir deswegen, wie versprochen, nun ein paar praktische Strategien vorstellen, wie du - je nachdem, welchem iPersonic Persönlichkeitstyp du angehörst - vielleicht ein wenig besser und selbst-fürsorglicher mit Mental Load umgehen kannst. Ich habe die Strategien der Übersichtlichkeit halber gemäß der Eingruppierung der Typen nach logisch/fühlend sortiert.

Teil 1: Strategien für logische Persönlichkeitstypen



Zu den logischen iPersonic Typen gehören: Individualistischer Macher, Energischer Macher, Zielstrebiger Realist, Verlässlicher Realist, Analytischer Denker, Ehrgeiziger Denker, Innovativer Denker und Unabhängiger Denker.


1. Prioritäten setzen und planen


Analytischer Denker: Du bist aufgrund deiner spontanen Präferenz von Natur aus eher ein Last-Minute-Organisator und lebst nach der Devise „Das Genie beherrscht das Chaos“ - klar, dass das Stress verursachen kann. Aufgrund deiner Vorliebe für detaillierte Analysen bist du aber durchaus in der Lage, durch das Setzen von Prioritäten und Deadlines mehr Klarheit und Struktur in deinem Alltag zu schaffen, wodurch du Überlastung vermeidest. Erstelle z. B. eine To-Do-Liste für die Woche und ordne die Aufgaben nach ihrer Dringlichkeit. Arbeite dann zuerst die wichtigsten Punkte ab, wie die Fertigstellung eines wichtigen Berichts, bevor du dich kleineren Aufgaben zuwendest.

Zielstrebiger Realist: Deine aufgrund deiner planenden Präferenz ohnehin naturgegebene Fähigkeit, sich auf konkrete Ziele zu konzentrieren und Dinge zu strukturieren, ist deine größte Stärke im Kampf gegen zu viel Mental Load. Entwickle einen genauen Wochenplan mit fixen Zeitfenstern für berufliche Aufgaben, Haushalt und Freizeitaktivitäten. Halte dich daran, um den Überblick zu behalten und Stress zu vermeiden.

2. Delegieren und Zusammenarbeit


Individualistischer Macher: Deine größten Stärken liegen in der Problemlösung. Kombiniere das mit deiner durchaus beeindruckenden Durchsetzungsfähigkeit und binde andere aus deinem Team oder deiner Familie stärker in deine Aufgaben ein, als es deinem etwas einzelgängerischen Naturell vielleicht entspricht. Mehr Zusammenarbeit und Delegieren entlastet dich und erlaubt es dir, dich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren und deine Energie effizienter zu nutzen.

Innovativer Denker: Du bist hervorragend darin, kreative Lösungen zu finden. In der detailgetreuen Umsetzung bist du aber nicht gerade ein As - dafür umso mehr darin, andere für deine Ideen zu begeistern und Impulse zu setzen. Fokussiere dich eher darauf und versuche, den täglichen Kleinkram so weit als möglich an andere zu delegieren. Nutze beispielsweise Projektmanagement-Tools, um Aufgaben im Team zu verteilen und den Fortschritt zu überwachen, während du dich auf strategische Planungen konzentrierst.

Ehrgeiziger Denker: Einige der berühmtesten Feldherren der Geschichte gehörten zu deinem Persönlichkeitstyp! Führung liegt dir einfach im Blut. Du kannst andere gut für deine Ideen begeistern und mitreißen, und deine von Natur aus große Fähigkeit zur Planung und Organisation kommen dir beim Delegieren zusätzlich zupass. Identifiziere alle Aufgaben, die delegiert werden können, und nutze dein analytisches Denken und dein Charisma, um klare Anweisungen zu geben. Gute Zusammenarbeit mit anderen kann deine Mental Load am effektivsten reduzieren.

3. Effiziente Nutzung von Technologie


Energischer Macher: Deine praktische Präferenz prädestiniert dich dafür, technologische Hilfsmittel zu nutzen, die Routineaufgaben automatisieren und dir Zeit sparen - beispielsweise Apps, die dir dabei helfen, deine Aufgaben zu organisieren und Erinnerungen zu setzen, damit du nichts vergisst und effizienter arbeiten kannst. Scheue dich auch nicht, Aufgaben abzugeben, wo möglich. Du bist ein ausgezeichneter Teamleader und kannst diese Gabe, ebenso wie deine Fähigkeit zur Problemlösung nutzen, um andere mehr einzubinden und dir Entlastung zu schaffen.
Unabhängiger Denker: Auch du bist sehr technik-affin, und dazu aufgrund deiner planenden Präferenz auch noch von Natur aus gut strukturiert. Kalender-Apps, Reminder und Projektmanagement-Tools können dir dabei helfen, deinen Alltag effizienter zu gestalten und den Mental Load zu verringern. Nutze Analyse-Software oder Datenbanken, um aktuelle Projekte besser zu überwachen und fundiertere Entscheidungen zu treffen.

4. Faktenbasierte Stressbewältigung


Analytischer Denker und Unabhängiger Denker: Eure Stärke liegt im rationalen Denken und in logischen Schlussfolgerungen. Nutzt sie! Faktenbasierte Ansätze helfen euch, Situationen objektiv zu bewerten, Emotionen zu regulieren und Stress zu minimieren. Erstellt euch eine Liste der schlimmsten Stressfaktoren in eurem Leben und analysiert, welche davon beeinflussbar sind. Was genau verursacht Stress? Was könnt ihr ändern? Entwickelt dann spezifische Lösungsstrategien. Auf eine bevorstehende Präsentation zum Beispiel (etwas, was euch beiden aufgrund eurer introvertierten Präferenz nicht so zusagt) könnt ihr euch durch detaillierte Recherche und Proben ganz gezielt vorbereiten und so euren Mental Load senken.

5. Routinen etablieren


Zielstrebiger Realist: Deine Präferenz für praktische und umsetzbare Lösungen wird durch feste Routinen unterstützt, die Vorhersehbarkeit und Stabilität bieten. Entwickle zum Beispiel eine Morgenroutine, die Aktivitäten wie 15 Minuten Yoga, Frühstück und das Planen des Tages umfasst, um mit einem klaren Kopf in den Tag zu starten.

Verlässlicher Realist: Du bist durch Unvorhersehbares sehr schnell aus dem Tritt zu bringen. Von allen Persönlichkeitstypen bist du der sicherheitsliebendste - du willst einfach immer alles unter Kontrolle haben. Regelmäßige Routinen für wiederkehrende Aufgaben helfen dir, dich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren und unnötigen Stress zu vermeiden. Zusätzlich zu einer Morgenroutine (die du dir so wie der Zielstrebigen Realist oben einrichten kannst) solltest du deshalb auch noch eine feste Abendroutine etablieren, in der du deinen nächsten Tag vorbereitest und eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen nur noch entspannende Lektüre liest und nicht mehr an die Arbeit denkst!

Teil 2: Strategien für fühlende Persönlichkeitstypen



Zu den fühlenden iPersonic Typen gehören: Fürsorglicher Realist, Gutmütiger Realist, Spontaner Idealist, Verträumter Idealist, Harmoniebedürftiger Idealist, Engagierter Idealist, Lässiger Macher und Sensibler Macher.


1. Selbstfürsorge und Achtsamkeit

Harmoniebedürftiger Idealist und Engagierter Idealist: Eure großen Stärken - und gleichzeitig eure Achillesferse! - liegen in der Pflege von engen Beziehungen und eurem ständigen Streben nach Harmonie. Dabei kommt ihr selbst häufig viel zu kurz. Bewusste Selbstfürsorge hilft euch, euren inneren Frieden zu bewahren. Schafft euch täglich bewusst Zeiträume hierfür! Achtsamkeitsübungen, Meditation und Yoga helfen euch, zur Ruhe zu kommen und den Mental Load zu verringern. Plant täglich 15 Minuten dafür ein, um Stress abzubauen und euch wieder auf euch selbst zu besinnen.

Verträumter Idealist und Spontaner Idealist: Aufgrund eurer spontanen Präferenz neigt ihr gern mal dazu, euch zu verzetteln und dann - beruflich wie privat - irgendwann in Stress zu verfallen. Bessere Planung und Struktur kann mehr Ruhe in euren Alltag bringen. Setzt Prioritäten und lernt, eure Zeit realistischer einzuteilen. Apps und andere digitale Tools können euch dabei helfen. Eure künstlerische Natur profitiert außerdem zum Stressausgleich vor allem von Arten der Selbstfürsorge, die es euch erlauben, intensive Emotionen besser zu regulieren und eure kreative Energie zu kanalisieren. Nehmt euch deshalb am besten täglich Zeit zum Schreiben, Malen, Zeichnen oder Musizieren, um eure Gedanken und Gefühle auszudrücken.

2. Emotionale Unterstützung suchen

Fürsorglicher Realist und Gutmütiger Realist: Ihr fühlt euch oft im Übermaß verantwortlich für das Wohl anderer. Das macht euch zu zwei der liebenswürdigsten und verträglichsten Persönlichkeitstypen überhaupt. Leider gehört ihr deswegen aber auch zu denjenigen, die aufgrund ihrer ständigen Hilfsbereitschaft mit am gefährdetsten von Burnout sind. Nutzt euer gutes soziales Netz doch bitte stärker auch mal für euch selbst! Emotionale Unterstützung, das Gefühl des Verstandenwerdens und die Unterstützung von Freunden und Familie helfen euch, euch nicht zu überlasten. Verabredet euch deswegen regelmäßig zu Gesprächen mit einer vertrauten Person, um auch mal über eure eigenen Sorgen und Belastungen zu sprechen - nicht immer nur über die der anderen!

Sensibler Macher und Lässiger Macher: Ihr seid sehr empathisch und nehmt die Gefühle anderer deswegen intensiv wahr; gleichzeitig seid ihr sehr kreativer Problemlöser. Das macht euch zu gefragten und hilfreichen Kummerkastentanten (oder -onkeln) - schön für euer Umfeld, aber für euch oft genug auch ganz schön belastend! Scheut euch nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn ihr das Gefühl habt, dass der Mental Load zu groß wird. Vereinbart ruhig mal eine Sitzung mit einem Therapeuten oder Coach, um eure Gedanken und Gefühle zu verarbeiten und neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Und achtet auf euer Zeit- und Energiemanagement! Eure spontane Präferenz führt dazu, dass ihr euch nicht nur inhaltlich, sondern auch vom Umfang her viel zu viel gleichzeitig aufbürdet. Probiert mal aus, nur maximal 40% der euch zur Verfügung stehenden Zeit tatsächlich mit Aktivitäten oder Aufgaben zu verplanen, statt immer 100%. Ihr werdet sehen, das entspannt euren Alltag enorm!

3. Grenzen setzen und "Nein" sagen


Engagierter Idealist, Fürsorglicher Realist und Gutmütiger Realist: Euer Wunsch, für andere zu sorgen und die Welt zu einem besseren Ort zu machen, führt leider ziemlich oft dazu, dass ihr euch völlig überfordert. Lernt, eure Grenzen zu erkennen und klar zu kommunizieren. Es ist in Ordnung, "Nein" zu sagen und Aufgaben abzugeben. Nur, wer gut für sich selbst sorgt, kann das auch auf Dauer für andere tun. Achtet deshalb darauf, eure eigenen Bedürfnisse nicht immer hintenanzustellen. Priorisiert eure eigene Gesundheit und euer Wohlbefinden. Klare Kommunikation eurer Grenzen hilft euch, euch selbst zu schützen - dafür müsst ihr hie und da über euren harmoniebedürftigen Schatten springen! Ihr werdet schnell merken, dass ein „Nein“ nicht gleich das Ende einer Beziehung oder gar das Ende der Welt zur Folge hat. Traut euch zu sagen, wenn ihr merkt, dass eine weitere Aufgabe zu viel wird. Seht das „Nein“ zu jemand anderem doch bitte jedes Mal gleichzeitig als „Ja“ zu euch selbst, dann fühlt es sich vielleicht ein wenig besser an. Und nutzt euer natürliches Talent zu guter Planung und Organisation, um euch persönliche Freiräume zu sichern. Tragt zum Beispiel feste Zeiten für euch selbst in euren Kalender ein, in denen ihr keine zusätzlichen Verpflichtungen übernehmt und euch nur um euch kümmert, um eure Energie aufzuladen.

4. Positive Selbstgespräche und Affirmationen


Ein Teil von Mental Load resultiert oft aus negativen Selbstgesprächen oder inneren Dialogen, in denen wir sehr lieblos und überkritisch mit uns selbst umgehen. Vor allem manche Persönlichkeitstypen mit introvertiert/fühlender Präferenz neigen unter Druck dazu, sich innerlich in Stresszeiten auch noch mit Überlegungen wie „jetzt habe ich wieder nicht alles geschafft, was ich mir für heute vorgenommen hatte!“ oder „war ja klar, dass ich das nicht hinkriegen würde!“ zusätzlich fertig zu machen. Zu diesen gehören vor allem:

Verträumter Idealist und Harmoniebedürftiger Idealist: Ihr neigt eigentlich immer dazu, sehr viel zu grübeln - das ist Teil eurer großen Kreativität und eures Ideenreichtums. Achtet gerade in Stresszeiten darauf, ob euer innerer Kritiker zu viel Raum in eurem Kopf bekommt. Und wenn ja, dann bietet ihm bewusst Paroli! Stärkt euch selbst durch positive, ermutigende Gedanken. Schreibt euch beispielsweise positive Affirmationen auf und platziert sie an Orten, die ihr oft seht, wie den Spiegel oder den Computerbildschirm. Wiederholt diese Affirmationen täglich, um euer Selbstbewusstsein zu stärken.
Sensibler Macher und Gutmütiger Realist: Eure große Feinfühligkeit macht euch leider auch sehr empfänglich für negative Gedanken, gerade in Stresszeiten. Bewusstes Gegensteuern mithilfe positiver Affirmationen können euch durch stressige Zeiten begleiten und eure Resilienz fördern. Entwickelt deshalb ein ganz persönliches Mantra, das ihr in stressigen Momenten wiederholt, um euch zu beruhigen und eure innere Stärke und euren Optimismus zu aktivieren.

Engagierter Idealist, Harmoniebedürftiger Idealist, Fürsorglicher Realist und Gutmütiger Realist: Eure planende Präferenz und eure leichte Neigung zum Perfektionismus führt oft dazu, dass eure To-Do-Liste ins Unendliche wächst. Pro abgehakter Aufgabe tauchen dann oft schon wieder drei neue darauf auf. Dadurch werdet ihr schnell zu Getriebenen in einem Hamsterrad, die Erreichtes viel zu wenig feiern. Legt deshalb doch mal zusätzlich zu eurer To-Do-Liste bitte noch eine Ta-Da-Liste für euch an! Auf die schreibt ihr ab sofort jeden Abend alles, was ihr an diesem Tag erledigt habt.

5. Netzwerke und Gemeinschaften


Engagierter Idealist, Spontaner Idealist und Fürsorglicher Realist: Eure Stärke liegt im Aufbau und der Pflege von gelingenden, lebendigen Beziehungen. Ihr blüht auf, wenn ihr Teil einer unterstützenden Gemeinschaft seid. Netzwerke helfen euch, euch weniger allein mit euren Herausforderungen zu fühlen. Der Austausch mit Gleichgesinnten bietet euch wichtige emotionale und praktische Unterstützung. Überlegt, ob ihr nicht einer Interessengruppe oder einem Verein beitreten wollt, der zu euren persönlichen Leidenschaften passt, um regelmäßig mit anderen in Kontakt zu kommen. Oder ihr organisiert regelmäßige Treffen mit Freunden oder Kollegen, bei denen ihr euch über eure aktuellen Herausforderungen austauscht und gegenseitig unterstützt.

Harmoniebedürftiger Idealist, Verträumter Idealist und Gutmütiger Realist: Auch für euch sind gute soziale Beziehungen ein wesentliches Element eurer seelischen Balance. Allerdings geht bei euch Qualität vor Quantität. Am besten fühlt ihr euch im Zusammensein mit wenigen, echten Seelenverwandten, mit denen gemeinsam ihr für eine gute Sache kämpfen könnt. Der Austausch mit solchen Menschen lädt eure Batterien auf und mindert euren Mental Load. Alltagsärgernisse werden dann plötzlich viel unwichtiger und ihr lasst euch auch nicht mehr von Kleinigkeiten aus der Ruhe bringen. Schafft euch deshalb Freiräume, in denen ihr euch sozialen oder ehrenamtlichen Projekten widmen könnt, die euch am Herzen liegen. Das rückt eure Perspektive wieder zurecht, relativiert eure eigenen Belastungen und stärkt euch auch emotional.


Mehr Themen aus dem Blog