Ein paar psychologische Tipps zum Umgang mit der Coronakrise speziell für deinen Persönlichkeitstyp



Die Corona-Pandemie hat für jeden von uns den Alltag radikal verändert, und das mehr oder weniger von heute auf morgen. Gab es das jemals zuvor, dass ein einziges Thema wirklich die ganze Welt in dieser Form in Atem hielt? Das Leben in so vielen ganz unterschiedlichen Ländern für so viele Menschen gleichzeitig zu einem totalen oder teilweisen Stillstand brachte?

Diejenigen, die gerade an vorderster Front gegen die Krise und das Virus kämpfen - all die Menschen in Gesundheits- und Pflegeberufen natürlich, aber auch all diejenigen, die unsere Versorgung trotz allem aufrecht erhalten, vom Lkw-Fahrer über den Paketboten bis hin zur Supermarktkassiererin - haben momentan natürlich kaum Zeit zum Atemholen. Gleichzeitig gibt es aber die große Anzahl anderer Menschen, die durch Maßnahmen wie Betriebsschließungen, Kontaktverbot, Ausgangsbeschränkungen und anderes plötzlich dazu verdammt sind, die meiste Zeit zu Hause zu sitzen. Diese eingeschränkte Bewegungsfreiheit sind wir nicht gewohnt, genauso wenig wie den Stillstand des sozialen Lebens, den uns die Krise gerade aufzwingt. So viele liebgewonnene Rituale, sinnstiftende Aktivitäten und ablenkende Tätigkeiten wurden uns gleichzeitig auf einen Schlag weggenommen. Auf so viele schöne Vorhaben mussten und müssen wir verzichten. Und was haben wir im Austausch dafür bekommen? Jede Menge neuer Ängste und Sorgen - um unsere Gesundheit, und um die unserer Lieben in erster Linie. Aber natürlich auch um unsere wirtschaftliche Zukunft, vielleicht sogar um unsere ganze Existenz. Was macht das mit uns? Wie können wir damit jetzt umgehen?

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Wie in fast jeder Situation spielt unsere Persönlichkeit auch in so einer Krise wie der jetzigen eine nicht unerhebliche Rolle bei der Beantwortung dieser Fragen. Ich möchte deshalb - ohne Anspruch auf Vollständigkeit! - nachfolgend ein paar Tipps und Ideen für unterschiedliche iPersonic Persönlichkeitstypen zusammentragen, die dir vielleicht dabei helfen können, mit der Coronakrise ein bisschen besser fertig zu werden. Solltest du noch nicht wissen, welcher dein eigener iPersonic Persönlichkeitstyp ist, dann mach doch einfach schnell noch hier den kostenlosen Test - dauert nur 60 Sekunden! Wenn du deinen iPersonic Persönlichkeitstyp schon kennst, kannst du in den tabellarischen Übersichten, die den nachfolgenden Abschnitten jeweils vorangestellt sind, jeweils auf einen Blick erkennen, zu welcher Präferenzgruppe dein Typ gehört.

Corona & Energiedimension: extrovertiert oder introvertiert?


Den direktesten und am einfachsten zu verstehenden Effekt auf deinen Umgang mit der derzeitigen Situation hat sicherlich die so genannte Energiedimension: Für extrovertierte Persönlichkeitstypen sind Maßnahmen wie ein Kontaktverbot und Ausgangsbeschränkungen gerade ein erheblich größeres Problem als für introvertierte Persönlichkeitstypen. Das Lebenselixier Extrovertierter ist das Zusammensein mit anderen und intensive, regelmäßige Kommunikation mit vielen verschiedenen Menschen. Social distancing, das Gebot der Stunde, ist für sie deshalb die Höchststrafe. Introvertierte dagegen kommen nicht nur viel besser mit dem Alleinsein und dem sozialen Rückzug zurecht als Extrovertierte, sie brauchen diese Zeit für sich sogar dringend, um ihre Batterien regelmäßig aufzuladen. Sie beschäftigen sich gut und gerne alleine und empfinden allzu viele Sozialkontakte sogar als anstrengend. Für sie erzeugen die momentanen Regelungen daher im ersten Moment deutlich weniger Einschränkung und psychischen Stress als für die Extrovertierten. Aber auch für introvertierte Menschen kann die Krise mittelfristig zur Belastung werden.

Zu den extrovertierten iPersonic Persönlichkeitstypen gehören: Energischer Macher, Lässiger Macher, Zielstrebiger Realist, Fürsorglicher Realist, Spontaner Idealist, Engagierter Idealist, Innovativer Denker, Ehrgeiziger Denker


Was dir als extrovertiertem Persönlichkeitstyp in dieser Situation jetzt helfen kann:


  • Die moderne Technik ist in so einem Moment unschätzbar wertvoll. Es gibt zum Glück so viele Möglichkeiten, auch auf Distanz Kontakte zu pflegen. Chatte, skype, telefoniere, was das Zeug hält, verschicke WhatsApp-Nachrichten und eMails. Geteiltes Leid ist halbes Leid! Und mit „social distancing“ ist ja nur physischer Abstand gemeint.

  • Nutze ruhig auch die sozialen Netzwerke, um die Verbindung zu anderen zu halten, aber bewahre dir eine gesunde Skepsis hinsichtlich eventuell dort verbreiteter Corona-Informationen. Es gibt leider eine Menge Falschmeldungen zum Thema, denen du besser keinen Glauben schenkst. Je größer dein persönliches Netzwerk, desto wahrscheinlicher, dass darin auch Fake-News kursieren.

  • Wenn du mit anderen Menschen zusammenwohnst: Initiiere, wo es geht, gemeinsame Freizeitaktivitäten trotz Ausgangsbeschränkungen. Jetzt ist der richtige Moment, um wieder mal ganz klassische Brettspiele, Kartenspiele, Tischfußball oder Ähnliches aus der Mottenkiste zu holen. Vielleicht finden sich ja auch Bastel- oder häusliche Renovierungsprojekte, die man gemeinsam in Angriff nehmen könnte? Selbst ein gemeinsamer, ausgiebig zelebrierter Filmabend - so richtig mit selbst gemachtem Popcorn! - ist allemal besser, als wenn jeder alleine in seinem Zimmer netflixt.

  • Auch die Mahlzeiten bieten sich natürlich zum geselligen Beisammensein an: Gemeinsames Kochen und Essen machen nicht nur mehr Spaß, es fördert auch den Zusammenhalt und wirkt sich positiv auf die allgemeine Stimmung aus. Bestehe deshalb nach Möglichkeit darauf, dass es zu den Essenszeiten regelmäßige Gelegenheiten zum Austausch miteinander gibt.

  • Such dir Möglichkeiten, dich in der Krise für andere zu engagieren. In vielen Orten werden zum Beispiel gerade Initiativen ins Leben gerufen, bei denen Jüngere für ältere Menschen ehrenamtlich Einkäufe und Besorgungen übernehmen. Überleg auch mal, ob es in deinem Umfeld vielleicht Menschen gibt, die sich jetzt besonders isoliert oder verängstigt fühlen müssen (z. B. weil sie allein stehend oder chronisch krank sind) und die für einen Anruf von dir und ein wenig Ablenkung von ihren Sorgen dankbar wären. Oder surf ein wenig im Internet - es gibt viele Möglichkeiten für so genanntes online volunteering in unterschiedlichsten Bereichen. Das Gefühl, dich auf diese Weise mit anderen zu vernetzen und an einem Strang zu ziehen - und sei es „nur“ virtuell, wird dir helfen.

  • Wenn du mit introvertierten Menschen zusammenlebst: Respektiere bitte, dass diese ein größeres Rückzugsbedürfnis haben als du - auch wenn dir das eigentlich unverständlich ist und vielleicht schwer fällt. Vermutlich fällt eure Unterschiedlichkeit in normalen Zeiten nicht so sehr ins Gewicht, weil ihr weniger Zeit miteinander verbringt und du mehr Ausweichmöglichkeiten hast. Die momentane Situation kann diese Charakterunterschiede jetzt aber sehr viel schärfer hervortreten lassen und birgt damit natürlich unter Umständen zusätzliches Konfliktpotenzial. Nimm es nicht persönlich, wenn der Introvertierte nicht so viel Rede- und Kontaktbedarf im Alltag hat wie du. Das bedeutet nicht, dass du ihm nicht wichtig wärst oder er dich gar ablehnt. Lass ihn zwischendurch immer wieder zur Ruhe kommen und sich in seine Innenwelt zurückziehen. Danach kann er auch wieder besser auf dich zu- und eingehen.

Zu den introvertierten iPersonic Persönlichkeitstypen gehören: Individualistischer Macher, Sensibler Macher, Verlässlicher Realist, Gutmütiger Realist, Verträumter Idealist, Harmoniebedürftiger Idealist, Unabhängiger Denker, Analytischer Denker


Was dir als introvertiertem Persönlichkeitstyp in dieser Situation jetzt helfen kann:


  • Du bist zwar normalerweise durchaus gerne und oft mit dir alleine. Allerdings - das wird dir vielleicht erst nach einiger Zeit so richtig bewusst werden - ist es vom Gefühl her absolut nicht dasselbe, ob man sich freiwillig von anderen Menschen zurückzieht, oder deshalb, weil man das von oben verordnet bekommt. Mach dir deshalb immer wieder bewusst, dass die Hauptmotivation deiner derzeitigen Isolation durchaus eine freiwillige ist. Und die hat weniger mit Zwang, als vielmehr mit Verantwortungsübernahme für dich selbst und andere zu tun. Im Geist bist du also weiterhin frei. Du hast die Wahl, was du denken möchtest: „Ich bin daheim eingesperrt!“ oder „Ich bin daheim in Sicherheit!“

  • Je nach deiner aktuellen Wohn- und Lebenssituation können es die derzeitigen Ausgangsbeschränkungen für dich paradoxerweise vielleicht sogar schwerer machen, dein Rückzugsbedürfnis ausreichend zu befriedigen. Dann nämlich, wenn du nicht allein wohnst, und jetzt plötzlich gezwungenermaßen sehr viel mehr Zeit mit deinem Partner und deiner Familie auf engem Raum verbringen musst, als du das normalerweise tust. Dann ist es wichtig, dass du deine Bedürfnisse klar formulierst und ihr gemeinsam nach guten und praktikablen Lösungen für alle Beteiligten sucht. Und zwar bevor dich das Zusammenhocken derart an deine Grenzen bringt, dass du aus der Haut fährst!

  • Vor allem wenn du mit extrovertierten Menschen zusammenlebst, ist es wichtig, dass du frühzeitig das Gespräch suchst. Denk dabei daran, dass sie gerade durch die massive Beschneidung ihrer sozialen Bewegungsfreiheit sehr unter Stress stehen und ziemlich frustriert sind. Und verzweifelt nach alternativen Kontaktmöglichkeiten suchen - logisch, dass du da als erster ins Visier gerätst. Extrovertierte langweilen sich allein nicht nur schneller, ihnen ist es auch immer ein großes Bedürfnis, ihre Gefühle und Überlegungen ausführlich mit anderen Menschen zu teilen. Doppelt und dreifach natürlich in so einer Situation wie dieser, in der sie Ängste und Sorgen bewegen. Sie wollen dich damit nicht nerven, also reagiere bitte nicht gereizt. Setzt euch zusammen und macht euch eure unterschiedlichen Bedürfnisse bewusst - dann wird sich ein Weg finden, gut und respektvoll damit umzugehen.

  • Das Internet ist derzeit voll mit Memes, die die scheinbaren Vorzüge der Coronakrise für Introvertierte humorvoll hervorheben. Sprüche wie: „Soziale Kontakte meiden … endlich sind wir mal die Normalen!“ machen die Runde. Ganz klar, Introvertierte wie du können der momentanen Situation viel eher Positives abgewinnen als Extrovertierte - das ist tatsächlich ein großer Vorteil. Wenn deine Präferenz Introversion aber stark ausgeprägt ist, solltest du trotzdem darauf achten, dass du dich jetzt nicht völlig von anderen zurückziehst; vor allem dann, wenn du allein lebst. Regulierende Faktoren, die in normalen Zeiten dafür sorgen, dass du dich nicht ganz abkapselst (beispielsweise der Zwang, täglich ins Büro zu fahren und so unter Menschen zu kommen), fallen jetzt vielleicht gerade zum großen Teil und auf unbestimmte Zeit weg. Aber selbst für Introvertierte ist dauerndes Alleinsein nicht gut und birgt das Risiko, schleichend zu einer depressiven Verstimmung zu führen. Sieh deshalb zu, dass du wenigstens ein paar Kontakte täglich pflegst - und wenn es nur ein kurzes Gespräch von Balkon zu Balkon mit dem Nachbarn von gegenüber ist.

Corona & Wahrnehmungsdimension: praktisch oder theoretisch?


Diese Dimension kategorisiert Persönlichkeitstypen danach, in welcher Art und Weise sie ihre Umwelt wahrnehmen. Praktische Typen konzentrieren sich dabei vor allem auf das Hier und Jetzt; auf das was ist. Sie sind bodenständig und tatkräftig - deswegen ist es für sie jetzt schwer zu ertragen, vielleicht auf unabsehbare Zeit in ihren konkreten Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt zu sein. Normalerweise krempeln sie angesichts irgendwelcher Probleme einfach die Ärmel hoch und gehen die Dinge nach dem Motto „Versuch und Irrtum“ an. Jetzt stattdessen untätig im stillen Kämmerlein sitzen und abwarten zu müssen, bis der Sturm - vielleicht? irgendwann? - vorüberzieht, ist für sie schrecklich.

Theoretische Typen dagegen ziehen es immer vor, sich mit dem zu befassen, was sein könnte. Sie sind die typischen Ideengeber, die sich von ihrer Intuition und Fantasie leiten lassen und überall tiefere Bedeutungen und Zusammenhänge suchen. Angesichts von Problemen setzen sie erst einmal ihre Denkerkappe auf und grübeln lange und sorgfältig, ehe sie aktiv werden. Die Coronakrise ist für sie deshalb kurioserweise in gewisser Hinsicht (trotz allem, was sie an Negativem mit sich bringt) ein gefundenes Fressen: Nicht nur, dass sich hier mehr oder weniger der ganzen Welt gleichzeitig ein völlig neuartiges Problem stellt, über das man noch relativ wenig weiß und das ihnen deswegen jede Menge Spekulationsmöglichkeiten bietet. Es gibt auch täglich, oft stündlich neue Fakten und Informationen zu entdecken. So viel Futter für ihren Intellekt in so kurzer Zeit!

Zu den praktischen iPersonic Persönlichkeitstypen gehören: alle Macher, alle Realisten


Was dir als praktischem Persönlichkeitstyp in dieser Situation jetzt helfen kann:


  • Du hast ein sehr gutes Körpergefühl und - im Vergleich zu theoretischen Typen - auch einen größeren Bewegungs- und Frischluftdrang als diese. Physische Aktivität ist für dich ein wichtiges Stressventil. Das gilt in Zeiten wie diesen eher noch mehr als sonst. Schaff dir also unbedingt Möglichkeiten dafür! Trotz Ausgehbeschränkungen sind Dinge wie Spazierengehen in der freien Natur, Radfahren oder Gartenarbeit erlaubt - nutze jede Gelegenheit dafür.

  • Youtube ist voll von Fitness-Tutorials. Gerade jetzt kommen viele neue hinzu, die speziell für die jetzige Situation konzipiert wurden und die prima Anregungen dafür liefern, wie man sich daheim statt im Fitnessstudio auspowern kann. Du hast nur die Qual der Wahl und kannst ganz nach deinen persönlichen Präferenzen entscheiden. Egal was - Hauptsache, du bewegst dich, spürst deinen Körper und kommst wenigstens einmal täglich ins Schwitzen.

  • Rein vom Kalender her: Frühjahrsputz stünde ja eigentlich ohnehin an, oder? Wunderbar! Fensterputzen, Schränke aus- und umräumen, Keller entrümpeln - das sind alles energieraubende Tätigkeiten, für die du jetzt endlich mal Zeit hast und die deinen Körper ordentlich fordern. Gar nicht zu reden von dem Gefühl der Befriedigung, das sich hinterher auch noch einstellt. Also ran an die Putzlappen! Und falls du damit zu fix fertig bist: vielleicht könnte deine Küche ja mal wieder einen neuen Anstrich vertragen? Überhaupt hat YouTube für Hobby-Heimwerker eine Menge Anregungen zu bieten (schau mal bei „Franks Shed“ oder „Konterholz“ rein!).

  • Als praktischer Typ hast du eine sehr intensive Sinneswahrnehmung und bist vor allem im Hier und Jetzt verankert. Das macht dir die momentane Situation schwer, da das Hier und Jetzt gerade viel Unschönes und Besorgniserregendes bietet. Eine gute Gegenmaßnahme: Verwöhne deinen Körper mehr als sonst. Die Drogeriemärkte sind geöffnet - gönn dir ein ausgedehntes Pflegebad, eine besondere Bodylotion, ein neues Parfüm oder was sonst immer dir ein gutes (Körper-)Gefühl verleiht. Zelebriere doch mal einen Wellnesstag daheim, inklusive Duftkerzen, schöner Musik und allem, was sonst noch dazu gehört. Wenn du mit einem Partner zusammenlebst: wie wäre es mit gegenseitigen Massagen mit Aromaölen?

  • Wo wir gerade bei Sinneswahrnehmungen sind: Gutes Essen und Trinken sind jetzt noch wichtiger als sonst. Weit und breit ist diesbezüglich zum Glück kein Versorgungsengpass in Sicht (abgesehen vom leidigen Klopapier-Thema!). Bekoch dich also selbst extra schön und sorg dafür, dass die Mahlzeiten echte, intensive Genussmomente beinhalten! Dann besteht auch weniger Gefahr, dass du in Frust-Essen abgleitest und deinen Budenkoller mit Schoko- und Eisorgien bekämpfst. Die würdest du hinterher auf der Waage bereuen! Für neue Inspirationen gibt’s ja jede Menge Rezept-Plattformen wie chefkoch.de Oder du schaust auf YouTube mal bei ZDFbesseresser rein - dort gibt es derzeit die Sendung „Kochen in Quarantäne“ mit Nelson Müller zu sehen.

  • Sex gehört natürlich auch zum Thema angenehme Sinneswahrnehmung. Endlich mal genügend Zeit dafür, und keine Gefahr, dass unerwarteter Besuch das Schäferstündchen stört! Die Online-Erotikshops sind übrigens auch weiterhin geöffnet und melden bereits eine Verdopplung ihrer Verkaufszahlen seit Beginn der Krise … viel Spaß also beim Stöbern und Ausprobieren!

  • Zur Entspannung zwischendurch sind für dich ebenfalls eher körperbetonte Verfahren das Richtige: Progressive Muskelentspannung könnte dir liegen; vielleicht ja auch Yoga oder Tai-Chi. Anleitungen dafür findest du online zuhauf, probiere es doch mal aus!

Zu den theoretischen iPersonic Persönlichkeitstypen gehören: alle Denker, alle Idealisten


Was dir als theoretischem Persönlichkeitstyp in dieser Situation jetzt helfen kann:


  • Für dich ist es kein Problem, dich aus der Realität kurz mal „wegzubeamen“. Das ist zur Entspannung zwischendurch ausgesprochen wichtig. Gönn dir also Tagträume, Fantasiereisen und andere kleine Auszeiten für die Seele. Techniken wie Autogenes Training könnten dir liegen, ebenso wie geführte Meditationen. Vielleicht probierst du es mal aus - Anleitungen fidest du online.

  • „Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen“ - den Spruch kennst du sicher. Persönlichkeitstypen wie du sind die Windmühlenbauer, die unsere Welt jetzt braucht. Im Pläneschmieden und Ideenentwickeln bist du unschlagbar, das ist jetzt ein großes Plus. Deine Kreativität ermöglicht es dir, auch innerhalb der Krise Positives zu bewerkstelligen und eine Perspektive für die Zeit „danach“ zu entwickeln. Ein gutes Mittel gegen Hilflosigkeits- und Ohnmachtsgefühle.

  • Dir tut es immer gut, wenn du Neues lernen und entdecken kannst. Schau also jetzt vielleicht auch nach Weiterbildungsmöglichkeiten in irgendeiner Form für dich. Es gibt so viele Angebote online: Zeichen- und Malkurse, Sprach -und Musikkurse, „Terra X Lesch & Co“, „100 Sekunden Physik“ … die Liste ist endlos und bietet für jeden Geschmack etwas. Hauptsache, du hältst dein Gehirn auf Trab und lässt keine Langeweile aufkommen.

  • Eine etwas schwierige Kehrseite deiner theoretischen Ader: Deine blühende Fantasie kann auch der Nährboden von Ängsten und Sorgen. Theoretische Persönlichkeitstypen neigen viel stärker als praktische zum Grübeln. Deshalb driften sie auch schneller als diese in dunkle Gedanken, vielleicht sogar eine depressive Abwärtsspirale ab. Eine Situation wie die derzeitige leistet mit ihrer Unsicherheit und Bedrohlichkeit solchen destruktiven Prozessen natürlich besonders viel Vorschub. Drei Punkte sind deshalb für dich jetzt besonders wichtig:

  • Kanalisiere, selektiere und begrenze den Informationsfluss für dich ganz bewusst. Als theoretischer Typ kannst du dich hervorragend in Themen verlieren. Das ist in normalen Zeiten nicht unbedingt ein Problem, momentan kann das aber gefährlich werden, weil so viel Information gleichzeitig zu einem einzigen Thema auf dich einprasselt. Vieles davon widerspricht sich, anderes ist heute zwar richtig, morgen aber schon wieder überholt. Und die schiere Masse an Nachrichten zum Thema Corona ist einfach überwältigend. Wenn du merkst, dass du in einer Art „Dauerinformationsschleife“ gefangen bist, solltest du die Bremse ziehen. Deaktiviere Liveticker, WhatsApp-Benachrichtigungen und andere Dienste. Informiere dich stattdessen zwei-, höchstens dreimal täglich zu fixen Zeitpunkten auf immer denselben Quellen über den aktuellen Stand der Dinge. Das ermöglicht dir dringend nötige Ruhepausen und Abstand vom Thema Corona.

  • Lass dich nicht in den Strudel der derzeit kursierenden Verschwörungstheorien und Katastrophenfantasien hinein ziehen. Sei kritisch bei der Auswahl deiner Informationsquellen. Checke regelmäßig Seiten wie mimikama.at oder correctiv.org, damit du keinen Falschmeldungen aufsitzt.

  • Theoretischen Typen hilft es oft bei der Bewältigung aktueller Geschehnisse, wenn sie diese für sich in einen größeren Zusammenhang einordnen; ihnen einen transzendenten Sinn verleihen können. Es gibt viele Möglichkeiten, einen alternativen Blickwinkel auf die Coronakrise einzunehmen. Könnte sie - bei allem Leid - langfristig möglicherweise auch gute gesellschaftliche Entwicklungen anstoßen, die zu einer besseren Welt führen würden? Überleg einfach mal, ob es hierzu eine Idee gibt, die es dir leichter machen würde, die derzeit schwierige Situation zu akzeptieren und durchzustehen.

Corona & Entscheidungsdimension: logisch oder fühlend?


Die Entscheidungsdimension verrät etwas darüber, wie ein Mensch seine Schlüsse aus seinen Wahrnehmungen zieht und Entscheidungen trifft. Logische Typen lassen sich dabei vor allem von ihrem Verstand leiten. Sie sind Kopfmenschen, die gern objektiv und sachlich entscheiden. Ob sie dabei für sich oder andere unbequem werden, kümmert sie weniger. Sie sind unschlagbar, wenn es in einer Situation vor allem um Problemlösung und Sachorientierung geht. Auch in der Coronakrise fällt es ihnen daher vergleichsweise leicht, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich an den Fakten zu orientieren.

Fühlende Persönlichkeitstypen dagegen messen Gefühlen einen weit höheren Stellenwert zu - den eigenen ebenso wie die anderer. Bei jeder zu treffenden Entscheidung wägen sie daher sorgfältig deren Auswirkungen auf ihre Mitmenschen ab. Zwischenmenschliche Harmonie ist ihnen sehr wichtig, und sie können sich ausgezeichnet in andere hineinversetzen. Das macht sie zu sehr einfühlsamen und rücksichtsvollen Zeitgenossen, sorgt aber in manchen Situationen - vor allem in so stressigen und angstbesetzten wie der Coronakrise - dazu, dass sie von ihren Emotionen geradezu überschwemmt werden.

Zu den logischen iPersonic Persönlichkeitstypen gehören: Denker: alle, Macher: Energischer Macher und Individualistischer Macher, Realisten: Zielstrebiger Realist und Verlässlicher Realist


Was dir als logischem Persönlichkeitstyp in dieser Situation jetzt helfen kann:

  • Grundsätzlich ist deine logische Präferenz in so einer Krise wie der derzeitigen ein großes Plus. Deine Faktenorientierung bewahrt dich davor, emotional überzureagieren und unnötige Ängste zu kultivieren. Gut so! Kühle Köpfe wie du sind in diesen Zeiten gefragter denn je.

  • Halte dich hinsichtlich der aktuellen Entwicklungen an seriöse Informationsquellen. Johns Hopkins University oder das Robert-Koch-Institut ebenso wie die Verlautbarungen in den öffentlich-rechtlichen Medien sind vertrauenswürdig und verbreiten keine unangebrachten Panik- oder Falschmeldungen. Sie liefern dir für alle nötigen Entscheidungen sicher eine gute Orientierung.

  • Etwas herausfordernd kann für dich momentan vor allem das Zusammenleben bzw. die Kommunikation mit fühlenden Persönlichkeitstypen sein. Schon in guten Zeiten passiert es dir vermutlich öfter, dass du auf diese durch deine sachliche Art etwas überkritisch, distanziert oder unsensibel wirkst. Selbst wenn du es gar nicht beabsichtigst, fühlen sie sich gelegentlich von dir vor den Kopf gestoßen. In einer Krise wie dieser, wo speziell bei sehr emotionalen Menschen das Gefühl quasi ständig auf „Alarm“ geschaltet ist und allgemein viel Verunsicherung und Angst herrschen, liegen die Nerven natürlich allerorten ziemlich blank. Deshalb hier ein paar Tipps für dich, wie du in diesen Zeiten unnötige Konflikte mit fühlenden Menschen um dich herum vermeiden kannst:

  • Versuch zu verstehen, dass nicht jeder Mensch so tickt wie du. Manchen fällt es jetzt sehr schwer, Ruhe zu bewahren. Wenn dein Partner emotional angespannter reagiert als du, hilfst du ihm durch Reaktionen wie Rationalisieren („An der Grippe sterben schließlich auch jedes Jahr Tausende!“) oder Verharmlosen („Es wird schon nicht so schlimm werden.“) nicht sehr. Was er jetzt stattdessen von dir braucht, ist das Gefühl, dass er sich bei dir aufgehoben und von dir unterstützt fühlen kann. Beruhige ihn deshalb (dafür ist dein Faktenwissen prima!), aber rede seine Ängste nicht klein. Nimm ihn lieber in den Arm und sag ihm: „Ich verstehe, dass du dir Sorgen machst, aber ich bin für dich da. Gemeinsam schaffen wir das!“

  • Meide für den Moment, wo es geht, kontroverse Themen, bei denen es zwischen dir und deinem unmittelbaren Umfeld typischerweise gern mal kracht. Schon klar, dass dir Unstimmigkeiten normalerweise nicht so viel ausmachen und du einen ordentliche Diskussion hier und da gar nicht so übel findest. Jetzt gerade sollte die oberste Prämisse aller im Zusammenleben auf engem Raum aber die sein, sich das Leben gegenseitig so leicht wie möglich zu machen - auch wenn das für dich vielleicht hie und da mal Nachgeben bedeutet, wo du lieber weiter argumentieren würdest.

  • Gib dir ein bisschen mehr Mühe als sonst, zwischen den Zeilen dessen zu lesen, was dein fühlendes Gegenüber dir sagt. Das ist nicht unbedingt deine größte Stärke, und in normalen Zeiten findest du das auch nervig und überflüssig - die Leute sollen deiner Meinung nach lieber direkt sagen, was sie wollen. In Zeiten großer Anspannung können viele fühlende Typen das aber noch weniger als sonst. Suche nach der (emotionalen) Beziehungsbotschaft hinter einer Kritik oder einem Vorwurf, statt gleich reflexartig in Verteidigungshaltung zu gehen. Hinter dem Satz: „Ständig hängt die Kinderbetreuung an mir, du kümmerst dich überhaupt nicht!“ steckt - wenn du genauer hinhörst - zum Beispiel ein sehr unglückliches: „Bitte hilf mir doch, ich fühle mich allein gelassen und völlig überfordert gerade mit allem!“ Versuche, diese versteckte Botschaft zu hören und auf diese (liebevoll und zugewandt) zu reagieren.

  • Humor ist ein sehr guter Helfer in kritischen Zeiten. Es kursieren ja auch jede Menge wirklich lustiger Corona-Witze und -Cartoons, mit denen man sich wenigstens für einen Moment die Seele frei lachen kann. Das ist eine prima Sache, solange du mit deinem fühlenden Gegenüber gemeinsam lachen kannst. Sehr, sehr vorsichtig solltest du gerade aber mit Dingen wie spöttischen oder sarkastischen Bemerkungen, Frotzeleien oder Sticheleien sein. Eine Bemerkung, die dein Gegenüber in normalen Zeiten vielleicht lachend wegstecken würde, kann in so einem angespannten Umfeld wie momentan wie ein Funke in einem Pulverfass wirken.

Zu den fühlenden iPersonic Persönlichkeitstypen gehören: Idealisten: alle, Macher: Lässiger Macher und Sensibler Macher, Realisten: Fürsorglicher Realist und Gutmütiger Realist


Was dir als fühlendem Persönlichkeitstyp in dieser Situation jetzt helfen kann:

  • Als emotionaler Persönlichkeitstyp solltest du sehr genau darauf achten, wie viele und welche Nachrichten zum Thema Corona du dir täglich zumuten kannst und willst. Es ist natürlich wichtig, informiert zu bleiben. Allzu viel ist aber gerade für dich in so einer Situation ungesund - dann kommst du innerlich gar nicht mehr zur Ruhe, und damit ist niemandem geholfen. Such dir ein, zwei seriöse (!) Nachrichtenquellen aus, über die du dich zu festen Zeiten zwei- bis höchstens dreimal täglich auf den neuesten Stand bringst. So kannst du zwischendrin immer mal wieder auf Abstand gehen und dich anderen Dingen zuwenden. Lass dich nicht von den in sozialen Netzwerken grassierenden unbegründeten Panikreaktionen anstecken.

  • Schaff dir gezielt und regelmäßig Möglichkeiten, positive Emotionen zu empfinden. Das ist angesichts der häufig negativen und beängstigenden Meldungen, die uns alle derzeit dauernd zu überschwemmen drohen, zwar schwierig, aber umso wichtiger. Beschäftige dich bewusst mit Schönem, mit Dingen, die dich freuen, die dich zum Lachen bringen. Konzentriere dich auf die positiven Aspekte der Situation (z. B.: „Endlich mal Zeit für die Dinge, zu denen man nie kommt!“). Mach dir immer wieder bewusst, wofür du - trotz aller berechtigten Sorgen! - alles dankbar sein kannst und wem es jetzt mit Sicherheit gerade schlechter geht als dir (Stichwort: Obdachlose, schwer Erkrankte, Menschen in Ländern ohne / mit schlechter funktionierendem Gesundheitssystem …)

  • Überleg dir, wo deine eigenen „Reizpunkte“ liegen, speziell angesichts der derzeit ja eingeschränkten Bewegungsfreiheit und dadurch teilweise vielleicht erzwungenen Nähe zu anderen Menschen. Gerade fühlende Menschen wie du sind in dieser unsicheren Zeit oft sehr angespannt und explodieren dann oft angesichts scheinbarer Nichtigkeiten im Alltag. Das liegt daran, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse wegen ihres Harmoniebedürfnisses meist zu lange zu weit hintanstellen. Es ist sinnvoller, wenn du dir schon vorab aktiv überlegst, was dich typischerweise stresst. Dann kannst du deine eigenen Bedürfnisse klar und in Ruhe (ohne anzuklagen) formulieren und gemeinsam mit den Menschen um dich herum überlegen, was ihr tun könnt, damit es am besten gar nicht zum Streit kommen muss.

  • Versuche, nicht ganz so dünnhäutig zu sein. Du nimmst Dinge immer schnell persönlich und bist dann leicht sehr heftig gekränkt. Denk dran, dass die anderen Menschen um dich herum momentan alle auch gereizter, angespannter und vielleicht dadurch weniger achtsamer miteinander sind. Leg deshalb gerade jetzt nicht jedes Wort und jeden Blick auf die Goldwaage. Es ist vieles einfach den Umständen geschuldet und hat mit dir gar nichts zu tun.

  • Wenn du mit einem Partner zusammenlebst - vor allem, wenn es einer vom logischen Persönlichkeitstyp ist: erklär ihm in einem ruhigen Moment, dass für dich gerade jetzt die Zeit für emotionale Verbundenheit mit ihm extrem wichtig ist, damit du dich sicher(er) fühlen kannst. Bitte ihn, regelmäßig schöne Paar-Zeit mit dir einzuplanen. Sag ihm direkt - ohne ihn dabei unter Druck zu setzen - was du dir von ihm wünschst (erwarte nicht, dass er es von selbst errät!). Wenn du etwas kritisieren musst, tu es in Form von Ich-Botschaften, nicht von Du-Botschaften - letztere wirken wie ein Angriff und provozieren fast immer daher nur reflexhafte Verteidigung.

  • Süchte aller Art können in dieser Situation ein Problem speziell für fühlende Persönlichkeitstypen werden. Alkohol oder anderes (von Zigaretten über Essen bis Onlinespielen) sind eine Möglichkeit, unangenehmen Gefühlen wenigstens kurz zu entfliehen. Gleichzeitig fällt für viele von uns gerade das Regulativ weg, am anderen Morgen fit und pünktlich im Büro erscheinen zu müssen. Sei also besonders vorsichtig, wenn du zu dieser Art von dysfunktionaler Stressbewältigung neigst.

  • Wenn du merkst, dass bei dir Gefühle wie Angst, Wut oder Sorge stark überhand nehmen und du mit Selbstberuhigung nicht mehr weit kommst: Viele Therapeuten bemühen sich gerade deutschlandweit sehr aktiv darum, Online-Angebote bereitzustellen (für Einzelne ebenso wie für Paare und Familien). Such dir rechtzeitig Hilfe und Unterstützung, damit du gut durch die Krise kommst!

Corona & Handlungsdimension: spontan oder planend?


Die Handlungsdimension beschreibt, wie Persönlichkeitstypen an die Dinge des Lebens herangehen. Spontane Typen sind am glücklichsten, wenn sie in ihrem Leben möglichst viele Freiheiten haben. Routine und Struktur empfinden sie als einengend. Ihre Stärken liegen in ihrer großen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an Unvorhergesehenes. Das kommt ihnen in der Corona-Krise natürlich einerseits jetzt sehr zugute, kann aber gleichzeitig unter Umständen auch ihre Achillesferse sein.

Planende Persönlichkeitstypen hassen es, wenn die Dinge nicht so laufen, wie sie sie eigentlich geplant haben. Sie wollen maximale Kontrolle über ihr Leben haben, empfinden feste Strukturen als angenehme Orientierungshilfe und sind von Natur aus ordentlich und zuverlässig. Ungewissheit aller Art ist ihnen ein Graus. Eine Situation wie die Coronakrise - in der von einem Tag auf den anderen nichts mehr sicher, berechen- und planbar ist - ist für sie daher schlicht der Super-GAU.

Zu den spontanen iPersonic Persönlichkeitstypen gehören: Macher: alle, Idealisten: Spontaner Idealist und Verträumter Idealist, Denker: Innovativer Denker und Analytischer Denker


Was dir als spontanem Persönlichkeitstyp in dieser Situation jetzt helfen kann:


  • Du kannst mit Unerwartetem weit besser umgehen als planende Typen. Das ist in dieser Krise, in der man im Grunde von Tag zu Tag, oft genug von Stunde zu Stunde mit immer neuen Informationen und Situationen konfrontiert wird, von entscheidendem Vorteil. Dir macht das wenig Angst, denn du weißt, dass du wendig und flexibel genug bist, um dich auch auf kurzfristig auftauchende Gegebenheiten immer gut einstellen zu können. Auch mit Unwägbarkeiten aller Art - wie lange wird das alles noch dauern? - tust du dich vergleichsweise leicht. Das lässt dich sicherer und gelassener mit den Ereignissen umgehen.

  • Schon klar: insgeheim findest du es gar nicht so schlecht, dass derzeit wahrscheinlich manche ungeliebten Zwänge und Routinen in deinem Leben wegfallen. Vielleicht kannst du jetzt ja endlich mal im Home Office ganz deinem eigenen Biorhythmus folgen und als bekennende Nachteule die Projektunterlagen zwischen Mitternacht und Morgengrauen fertigstellen, statt dich um neun Uhr morgens halbwach von irgendwelchen Erbsenzählern zum Meeting nötigen zu lassen. Verständlich, dass dir das gefällt. Genieß es - aber achte darauf, dass sich nicht alles in die Strukturlosigkeit auflöst. Grenze trotz allem klar ab: Wann arbeitest du, wann machst du Pausen, wann ist Freizeit, wann gehst du ins Freie? Check nicht neben dem Essen die Nachrichten oder eMails. Versuche, regelmäßig zu schlafen und (gesund) zu essen. Wenn irgend möglich, schaff eine räumliche Trennung zwischen Arbeits- und Freizeitbereich daheim. Und wechsele nicht nur und ausschließlich vom Schlaf- in den Jogginganzug und wieder zurück!

  • Wenn du mit planenden Persönlichkeitstypen zusammenlebst: Nimm bitte etwas mehr Rücksicht als sonst auf deren größeres Ordnungs- und Strukturbedürfnis. Notgedrungen verbringt ihr jetzt mehr Zeit als sonst miteinander, da ist etwas mehr Behutsamkeit im Umgang miteinander angesagt. Übernimm etwas mehr von den Gemeinschaftsaufgaben, als du eigentlich müsstest. Zwing dich zu etwas mehr Ordnung und regelmäßigem Aufräumen in den Räumlichkeiten, die ihr gemeinsam nutzt. So vermeidest du viele unnötige Konflikte schon im Vorfeld - das ist jetzt wichtig, wenn man sich nicht gut aus dem Weg gehen kann.

  • Am meisten zu schaffen macht dir an der Coronakrise vermutlich die Einschränkung deiner Selbstbestimmung und Bewegungsfreiheit. So etwas können spontane Persönlichkeitstypen gar nicht leiden - das Gefühl, an die Kette gelegt zu werden, lässt sie automatisch bocken und aufbegehren. Hier hilft nur, dir immer wieder ins Bewusstsein zu rufen, dass das jetzt ein vorübergehender Zustand ist, der dem Wohl vor allem gefährdeter Menschen dient. Und dich dran zu erinnern, dass die Gedanken frei sind: Reisereportagen katapultieren dich zwischendrin mental in eine ganz andere Welt, spannende Online-Games lassen dich ebenfalls die dir momentan auferlegten räumlichen Grenzen kurzzeitig völlig vergessen.

Zu den planenden iPersonic Persönlichkeitstypen gehören: Realisten: alle, Idealisten: Engagierter Idealist und Harmoniebedürftiger Idealist, Denker: Ehrgeiziger Denker und Unabhängiger Denker


Was dir als planendem Persönlichkeitstyp in dieser Situation jetzt helfen kann:

  • Für dich ist die schlagartige Aushebelung vieler deiner lieb gewonnenen Gewohnheiten und Routinen durch die Coronakrise ein richtig dickes Problem. Mit ihnen fehlt dir teilweise der feste Grund unter den Füßen, den du für deine seelische Ausgeglichenheit dringender brauchst als spontane Typen. Umso wichtiger, dass du möglichst schnell für dich neue Strukturen und Rituale entwickelst, die mit der derzeitigen Situation kompatibel sind. Bewahre dir beispielsweise - trotz vielleicht Home Office - einen festen Alltagsrhythmus: steh zu festen Zeiten auf, trenne Arbeit und Freizeit klar voneinander, iss zu regelmäßigen Zeiten etc. Wenn du normalerweise zweimal die Woche ins Fitnessstudio oder zum Musikunterricht gegangen bist, verbring möglichst dieselben Zeitfenster jetzt mit Übungen zuhause (Tutorials und Ideen findest du zuhauf online). Wenn du den Kontakt zu deinen Kollegen und/oder Freunden vermisst, reg doch regelmäßige Video-Konferenzen zu fixen Zeitpunkten an. Mit Diensten wie WhatsApp oder Zoom ist das überhaupt kein Problem.

  • Sicherheit ist für dich ganz wichtig - und die wird bei jedem von uns durch die Krise gerade ziemlich erschüttert. Die Klopapier- und sonstigen Hamsterkäufe waren (aus psychologischer Sicht) der verzweifelte Versuch vieler Menschen, sich wenigstens ein bisschen Kontrolle über ihren Alltag zurückzuerobern. Natürlich nicht gerade die beste Methode! Was du stattdessen tun kannst:

  • Schaff dir Sicherheit, wo möglich: such dir für deine Informationen wirklich verlässliche, nicht-reißerische Quellen wie die Verlautbarungen des Robert-Koch-Instituts, der Bundesministerien, der öffentlich-rechtlichen Medien. Achte darauf, dass sich deine Gedanken und Befürchtungen nicht verselbständigen und du dich an Fakten und Tatsachen orientierst. Beteilige dich nicht an Spekulationen und Gerüchten in sozialen Netzwerken. Erinnere dich selbst auch immer wieder an frühere Krisen in deinem Leben und wie du diese bewältigt hast - mit diesen Kompetenzen kannst du auch diese Krise durchstehen.

  • Stell deine persönliche Risikobewertung auf den Prüfstand! Wir Menschen neigen beispielsweise dazu, neue Bedrohungen in ihrer Gefährlichkeit dramatisch zu überschätzen, vor allem wenn sie eher abstrakt daher kommen. Corona macht uns gerade große Angst, weil wir es noch nicht kennen und es eine wenig fassbare Bedrohung für uns darstellt. Dinge wie Autofahren oder Rauchen dagegen, die im Alltag für uns eigentlich weit gefährlicher sind, nehmen wir dagegen gelassen hin, weil wir an sie gewöhnt sind. Das heißt jetzt nicht, dass du Corona auf die leichte Schulter nehmen oder dich leichtsinnig im Alltag über Sicherheitsempfehlungen hinweg setzen sollst - aber irrationale Angst ist definitiv nicht angebracht. Eine sehr interessante Buchempfehlung zu diesem Thema: „Risiko“ (von Gerd Gigerenzer).

  • Such dir Ziele und Aufgaben, die du auch jetzt verfolgen kannst. Schreib dir für jeden Tag oder auch für die ganze Woche eine To-Do-Liste mit dem, was du dir vornimmst und hake dann jeden erledigten Punkt ab. Das gibt dir ein Gefühl der Kontrolle zurück und verschafft dir Erfolgserlebnisse. Deine Ziele müssen natürlich realistisch und den Umständen angemessen sein, aber da gibt es trotz aller Einschränkungen viele Möglichkeiten. All die Arbeiten zum Beispiel, die sonst im Alltagsstress doch immer liegen bleiben (vielleicht deine digitalen Fotos endlich mal ordnen und vielleicht sogar ein paar Fotobücher anlegen? oder die kleinen Reparaturen in der Wohnung erledigen, die du schon lange vor dir herschiebst? oder die noch immer wartende Steuererklärung?). Putzaktionen sind auch gut geeignet. Auch zum Aufräumen und Ausmisten findet sich eigentlich bei jedem von uns reichlich Material - falls du hier Inspiration brauchst, hol dir Anregungen von Aufräum-Päpstinnen wie Karen Kingston oder Marie Kondo. Der schnelle und sichtbare Erfolg macht dich zufrieden und signalisiert deinem Unbewussten: ich habe die Situation im Griff.

  • Die Kontrolle über das eigene Leben übernehmen kann übrigens auch heißen, dass du die momentane Krise zum Anlass nimmst, Dinge wie eine Patientenverfügung oder eine Vorsorgevollmacht endlich anzugehen. Vielleicht möchtest du auch ein Testament verfassen? Ja, alles keine schönen Themen, mit dem keiner von uns sich gerne beschäftigt. Und im ersten Augenblick beunruhigt der Gedanke an so etwas einen natürlich eher noch mehr. Aber gerade planenden Persönlichkeitstypen wie dir kann es in einer Krise tatsächlich sehr helfen, wenn sie das Gefühl haben, für alle Eventualitäten bestmöglich vorgesorgt zu haben. Auf diese Weise tust du das allemal vernünftiger als mit dem Horten von Klopapier …




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