Salutogenese: warum es gesund ist, seinem Leben einen Sinn zu geben

In der aktuellen emotion ist ein kurzer Artikel zu finden, in dem der Begriff der „Salutogenese“ erklärt wird. Das Wort Salutogenese ist zusammengesetzt aus dem lateinischen Wort salus (= Unverletzheit, Glück) und dem griechischen Wort génesis (= Entstehung). Es bedeutet also Gesundheitsentstehung und wurde von dem israelisch-amerikanischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky in den 70er Jahren geprägt. Antonovsky suchte nach einer Erklärung für seine Beobachtung, dass viele Überlebende des Holocausts unter schwer wiegenden Spätfolgen zu leiden hatten (körperliche und seelische Erkrankungen), manche aber überhaupt keine solchen Symptome aufwiesen. Er wollte herausfinden, welche Faktoren ausschlaggebend dafür waren, ob ein Mensch dieselben Traumata besser oder schlechter verkraftete als ein anderer. Ihn interessierte also die Entstehung (bzw. Erhaltung) von Gesundheit - auch unter schwierigen und belastenden Bedingungen.

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Das war ein ganz neuer Ansatz, denn bisher hatte sich die Forschung vor allem mit der Frage nach der Entstehung und Behandlung von Krankheiten beschäftigt (Pathogenese). Antonovsky fand, diese Herangehensweise ähnele dem Versuch, Menschen mit hohem Aufwand aus einem reißenden Fluss zu retten, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie sie da hineingeraten sind und warum sie nicht besser schwimmen können. Er betrachtete den Fluss als den Strom des Lebens, und schrieb in seinem Buch „Salutogenese. Zur Entmystifizierung der Gesundheit“: "Niemand geht sicher am Ufer entlang. Darüber hinaus ist für mich klar, dass ein Großteil des Flusses sowohl im wörtlichen wie auch im herkömmlichen Sinn verschmutzt ist. Es gibt Gabelungen im Fluss, die zu leichten Strömungen oder in gefährliche Stromschnellen und Strudel führen. Meine Arbeit ist der Auseinandersetzung mit folgender Frage gewidmet: 'Wie wird man, wo immer man sich in dem Fluss befindet, dessen Natur von historischen, soziokulturellen und physikalischen Umweltbedingungen bestimmt wird, ein guter Schwimmer?'"

Ein besonders wichtiger Faktor, der einen „guten Schwimmer“ von einem „schlechten Schwimmer“ unterscheidet, so fand er heraus, ist das so genannte Kohärenzgefühl. Das Kohärenzgefühl beschreibt eine Grundhaltung des Menschen gegenüber der Welt und dem eigenen Leben. Je ausgeprägter das Kohärenzgefühl einer Person ist, desto gesünder ist sie bzw. desto schneller wird sie gesund und bleibt es. Menschen mit einem hohen Kohärenzgefühl sehen einen Sinn in ihrem Leben, sie erleben es insgesamt als stimmig und glauben daran, dass sie darin auftauchende Krisen und Belastungen aus eigener Kraft bewältigen können. Sie begegnen der Welt deshalb mit einer zuversichtlichen, optimistischen Grundeinstellung - auch und gerade dann, wenn die Dinge schwierig laufen. Ein stark ausgeprägtes Kohärenzgefühl sorgt dafür, dass ein Mensch flexibel auf Anforderungen reagieren kann. Es hilft ihm, die für diese spezifische Situation notwendigen und passenden Ressourcen zu aktivieren und führt deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu, dass er die Situation auch tatsächlich bewältigen kann - und dass damit auch wiederum eine Bestätigung seiner positiven Weltsicht stattfindet.

Das Spannende daran: Dieses Kohärenzgefühl scheint sogar wichtiger für unsere körperliche und seelische Gesundheit zu sein, als viele andere, leichter greifbare und messbare Faktoren, die sie beeinflussen. Es ist sozusagen eine Art Basis, die uns widerstandsfähiger und belastbarer werden lässt. Um den schon genannten emotion-Artikel zu zitieren: „Für die Gesundheit eines Menschen kann es entscheidender sein, dass er in einer erfüllten Partnerschaft lebt oder dass ihm sein Beruf Spaß macht, als dass er strikte Ernährungsregeln und Sportempfehlungen befolgt. Denn Ersteres gibt ihm ein Gefühl von Stimmigkeit in seinem Leben - und das stärkt seine Widerstandskraft. Ebenso wird jemand, der sich zwar von grünem Tee, Salat und magerem Putenfleisch ernährt, sich aber jeden Tag ins Büro quält, weil er seine Arbeit als sinnlos erlebt, seiner Gesundheit mehr schaden als die Kinderbuchautorin, die erfüllt drei Monate die Nächte durcharbeitet und beim Schreiben jede Menge Gummibärchen und Chips nascht.“ (emotion 10/09, S. 73)

Das heißt jetzt natürlich nicht, dass du dich fortan von Gummibärchen und Chips ernähren und die neu erworbenen Joggingschuhe wegwerfen sollst! Aber es zeigt sehr deutlich, wie wichtig es ist, dass wir dieses Gefühl von Stimmigkeit in unserem Leben für uns finden und entwickeln. Deshalb freuen mich auch Rückmeldungen wie die von Warren aus Australien so, der mir kürzlich schrieb: „Der iPersonic Job Coach hat hunderprozentig gepasst und mich zu einer positiven Veränderung in meinem Berufsleben inspiriert. Mir ist klar geworden, dass ich mich humanitärer Arbeit widmen will.“

Und wie steht es bei dir - hast du für dich schon ein gutes Kohärenzgefühl entwickelt? Falls nicht, dann können dir unsere iPersonic Ratgeber ein gutes Stück weiterhelfen.

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