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Die fünf Sprachen der Liebe

Vergangenen Freitag war ich auf einem Workshop des Paartherapeuten und Autors Hans Jellouschek und bin in diesem Zusammenhang über ein Buch gestolpert, das mir wirklich gut gefällt: Die fünf Sprachen der Liebe von Gary Chapman. Über den Stil kann man sicherlich geteilter Meinung sein - dieser „american way of writing“ ist nicht jedermanns Sache, klingt manchmal für europäische Ohren ein bisschen arg plakativ und/oder missionarisch - aber die Idee dahinter ist es wirklich wert, sich damit auseinanderzusetzen.

Chapmans wichtigste Aussage: „Die Menschen sprechen alle ganz unterschiedliche Sprachen der Liebe.“ Damit meint er nun nicht, dass ein Partner französisch redet und ein anderer englisch (obwohl vermutlich ziemlich viele genervte Menschen auf dieser Welt ihren Partner schon mal mit „rede ich eigentlich chinesisch oder warum verstehst du mich nie?!“ angefaucht haben), sondern er versteht unter dieser Sprache der Liebe die Art und Weise, wie ein Mensch seine Liebe zu einem anderen zum Ausdruck bringt bzw. wie er erwartet, dass sein Gegenüber ihm seine Liebe erklärt. Und - keinen Paartherapeuten der Welt wird‘s überraschen! - nun mal nicht immer automatisch dieselbe Sprache, die der Partner spricht. Denn unsere „Muttersprache der Liebe“, wie Chapman sie nennt, lernen wir schon als Kinder in unseren Familien und sie gehört zu uns wie unsere tatsächliche Muttersprache. Wir machen Erfahrungen mit den uns nahe stehenden Bezugspersonen Eltern und Geschwister und mit der Art, wie sie uns begegnen und uns ihre Zuneigung zeigen. Umgekehrt lernen wir: aha, das ist also die Art, wie wir in unserer Familie uns Liebe geben. Und von da an werden wir immer, wenn jemand in dieser „Sprache“ zu uns spricht, ihn mühelos verstehen können, so wie wir jemanden, der unsere Muttersprache spricht, einfach verstehen, ohne Wörterbuch, ohne Fremdsprachenkurs, ohne Übersetzung. Treffen wir dagegen auf jemanden, der eine andere Sprache als die unsere spricht, dann haben wir nur zwei Möglichkeiten: uns mit Händen und Füßen notdürftig verständlich zu machen (und dabei vermutlich jede Menge Missverständnisse und Unklarheiten zu produzieren, sobald das Thema komplexer wird) oder aber seine Sprache zu erlernen.

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Aber welche Sprachen der Liebe gibt es denn eigentlich? Chapman meint, es seien fünf (ergänzt aber, dass es natürlich noch „unzählige Dialekte“ dazu gibt):
  • Lob und Anerkennung
  • Zweisamkeit
  • Geschenke, die von Herzen kommen
  • Hilfsbereitschaft
  • Zärtlichkeit

Er wählt als Bild für die Befindlichkeit der Partner den „Liebestank“ (vielleicht ein bisschen plakativ, aber griffig, geht auf den „Tank für Gefühle“ von Ross Campbell zurück). Dahinter steckt das uns Menschen von Geburt an eigene Bedürfnis, von anderen geliebt zu werden. Wie wichtig dieses Bedürfnis für uns ist, wissen Psychologen schon lange - es ist sogar so wichtig, dass Kinder, die zwar in allen körperlichen Grundbedürfnissen umfassend versorgt und gepflegt werden, denen aber Zuwendung in Form von liebevollen Berührungen, körperlicher Nähe und verbale Ansprache vorenthalten werden, schwere Verhaltensstörungen entwickeln und sogar im Extremfall sterben können. Das Gefühl, geliebt, gewünscht und willkommen zu sein, gehört offenbar zu den buchstäblich lebensnotwendigen Bedürfnissen von uns Menschen. Bekommen wir, was wir diesbezüglich brauchen, ist unser „Liebestank“ immer gut gefüllt. Bekommen wir es nicht, sind wir irgendwann in der gleichen Lage wie ein Auto mit leerem Tank - und den Effekt auf die Partnerschaft kann man sich leicht ausmalen. Wer nichts hat, kann auch nichts geben. Tragischerweise ist das Problem des leeren Tanks aber vielleicht gar nicht unbedingt auf bösen Willen auf einer oder beiden Seiten der Partner zurückzuführen: Unter Umständen bemühst du dich jede Tag sehr, den Tank deines Partners aufzufüllen und umgekehrt ebenso. Nur leider nutzt das gar nichts, wenn du - um im Bild zu bleiben - krampfhaft Erdgas in einen Benziner pumpen, weil Erdgas nun mal deine Muttersprache der Liebe ist, aber nicht die deines Partners. Dann kannst du pumpen und pumpen .. und dich dann wundern, warum trotzdem nichts funktioniert. Es ist also eine gute Idee, wenn Partner gegenseitig die jeweilige Muttersprache des anderen erlernen - und ihm dann in dieser sagen, dass sie ihn lieben. Denn nur dann passt die Sache auch wirklich.

Die fünf Liebessprachen, die Chapman meint, sind eigentlich sehr einleuchtend:
  • Lob und Anerkennung: Komplimente, ermutigende Worte, kleine Freundlichkeiten zwischendurch, ein Grundmaß an Höflichkeit (das wir jedem X-beliebigen oft mehr entgegenbringen als dem- oder derjenigen, die uns am nächsten steht!), immer wieder mal sagen, was man am anderen schätzt und bewundert - alles das sind Facetten dieser Sprache der Liebe.

  • Zweisamkeit: Dazu gehört „Qualitätszeit“ - also Zeit, die die Partner nur miteinander verbringen und die (wichtig!) sie die ungeteilte Aufmerksamkeit des jeweils anderen genießen. (Also nicht die Zeit, in der ihr beide gemeinsam durch den Supermarkt hetzt oder gelangweilt vor einem DVD-Player herumfläzt!) Es ist die Zeit für Zwiegespräche, für Gedankenaustausch, echte Anteilnahme am anderen - und dafür, dass man sich selbst dem anderen mitteilt und öffnet. Es ist aber auch die Zeit, etwas bewusst gemeinsam zu tun; also etwas gemeinsam zu unternehmen, was beiden (!) Partnern Spaß (!) macht.

  • Geschenke, die von Herzen kommen: Schenken ist eine Geste, die in jeder menschlichen Kultur eine wichtige Rolle spielt. Schon kleine Kinder nutzen sie sehr früh, um jemandem ihre Zuneigung zu zeigen. Für viele Menschen, die mit dieser Muttersprache der Liebe aufgewachsen sind, sind Geschenke als sichtbare Zeichen der Zuneigung wichtiger als für andere, die eine andere Sprache der Liebe bevorzugen. „Geschenk“ bedeutet dabei auch keinesfalls immer „teuer“ - viele Geschenke können absolut kostenlos sein und trotzdem einen hohen ideellen Wert für den Beschenkten haben - wenn es z. B. ein selbst gepflückter Strauß ist oder auch einfach die Gegenwart des anderen, wenn man sie braucht.

  • Hilfsbereitschaft: Menschen, die diese „Sprache“ sprechen, fühlen sich dann geliebt, wenn der Partner ihnen etwas zuliebe tut, ihnen in irgendeiner Weise hilft. Und umgekehrt zeigen sie ihre Liebe weniger durch Worte, sondern eher, indem sie sich bemühen, dem anderen etwas Gutes zu tun. (Wobei speziell hier die „Dialekte“ tückisch sein können, denn was ich selbst als etwas „Gutes“ erlebe, muss nicht unbedingt deckungsgleich sein mit dem, was mein Partner als etwas „Gutes“ auffassen würde ...)

  • Zärtlichkeit: Wer in dieser Liebessprache sozialisiert wurde, für den sind Berührungen die deutlichsten Signale von Liebe und Zuneigung. Dazu gehört jede Form der körperlichen Zärtlichkeit, bis natürlich hin zur sexuellen Begegnung zwischen den Partnern. Für die Zärtlichkeits-Muttersprachler wird keine noch so beredte Beteuerung deiner Liebe dem Effekt gleichkommen, den du mit einer liebevollen Umarmung und einem Kuss erzielst.

Und, hast du dir schon überlegt, welche deine eigene „Liebes-Muttersprache“ sein könnte? Und ob du und dein/e Partner/in die gleiche oder verschiedene Sprachen sprechen? Oder vielleicht zumindest verschiedene „Dialekte“ derselben?

Wenn es dir / euch schwer fällt, gibt Chapman ein paar hilfreiche Fragen an die Hand, mit denen man meist relativ schnell eingrenzen kann, zu welchem Sprachraum man gehört:
  • Wodurch wird dir am deutlichsten bewusst, dass dein Partner dich liebt?
  • Wonach sehnst du dich am meisten?
  • Was kränkt dich ganz besonders am Verhalten deines Partners? (oft das Gegenteil der eigenen Liebessprache, also z. B. Kritik, wenn man selbst als Liebessprache „Lob und Anerkennung“ hat)
  • Worum hast du deinen Partner bisher am häufigsten gebeten? Was wolltest du unbedingt von ihm?
  • Wie bringst du selbst deine Liebe am häufigsten zum Ausdruck? (im Regelfall ist es das, wodurch man sich selbst auch am meisten geliebt fühlen würde)

Bei unterschiedlichen Muttersprachen der Partner besteht immer die Gefahr, dass man einander missversteht oder aneinander „vorbei liebt“. Vielleicht wartest du sehnsüchtig auf ein paar Komplimente und übersiehst dabei, dass dein Partner dir über konkrete Hilfen im Alltag die ganze Zeit sein „ich liebe dich“ zu übermitteln versucht. Oder du schenkst deiner Partnerin immer wieder etwas, um deiner Zuneigung zu ihr Gestalt zu verleihen, und sie ist trotzdem unzufrieden, weil du in ihren Augen zu wenig Zeit mit ihr verbringst. Das ist dann einfach nur schade, denn wenn ihr eure gegenseitigen Muttersprachen kennen und verstehen würdet, wüsstet ihr eure Signale eher zu deuten. Denn es ist natürlich nicht nur frustrierend, wenn man meint, man bekäme keine Liebe - es ist auch nicht toll, wenn man sich dauernd bemüht, sie dem anderen zu zeigen, ohne dass bei dem etwas davon anzukommen scheint!

Ich finde die Idee dieser unterschiedlichen „Liebessprachen“ eigentlich sehr schön und anschaulich. Und mir gefällt auch die Aussage, die mit drinsteckt: Auch, wenn eine Sprache nicht meine Muttersprache ist, kann ich sie doch lernen und mich früher oder später wunderbar drin verständigen. Wenn man einen bestimmten Level erreicht hat, macht es sogar Spaß und eröffnet einem ganz neue Welten. Sicher, erst mal braucht es ein bisschen Anstrengung und Konzentration. Und eine Menge guten Willens. Aber das sollte uns unsere Partnerschaft doch allemal wert sein, oder?

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