Essstörung
Ein Blick in den Kopf einer magersüchtigen jungen Frau
05.03.2007 von Diplom-Psychologin Felicitas
Heyne | Abgelegt in: Gesundheit
Vor einiger Zeit habe ich hier im Blog schon mal
über das Thema Magersucht
geschrieben. Dieser Tage bin ich im
Internet auf einen wirklich tollen Videoclip
zu dieser Problematik gestoßen, den ich
deshalb auch unbedingt hier verlinken will.
Der Clip lässt einen auf ungemein
eindringliche Weise einen Augenblick in den
Kopf einer betroffenen jungen Frau blicken -
mir zumindest hat er eine Gänsehaut über den
Rücken gejagt, obwohl ich mit dem
Krankheitsbild natürlich theoretisch vertraut
bin und auch mit Klientinnen gearbeitet habe,
die damit zu kämpfen hatten. Der Begriff der
„Körperschemastörung“ - man könnte auch sagen:
der Störung des Körperbildes - war mir
geläufig und ich wusste, dass er von den
diagnostischen Instrumenten ICD-10 bzw. DSM-IV
auch als eine Voraussetzung für eine Anorexie
angeführt wird. Unter einer
Körperschemastörung versteht man, dass
Betroffene sich selbst, wenn sie sich
anschauen, als dick wahrnehmen, auch wenn sie
objektiv betrachtet bereits untergewichtig
sind. Hautfalten erscheinen ihnen wie
Fettpolster, und lässt man eine von Magersucht
betroffene Frau die Umrisse ihres Körpers
aufzeichnen, kommt eine Silhouette dabei
heraus, die meilenweit von der Realität
entfernt ist. Das wusste ich alles - aber was
es für die Betroffene
wirklich bedeutet, das kann
ich mir, glaube ich, jetzt besser vorstellen.
Ich wünschte mir, dass möglichst viele
Angehörige und Freunde von betroffenen Frauen
diesen Clip sehen, dann würden sie verstehen,
wie sinnlos der Patientinnen gegenüber so oft
geäußerte Satz: „Nun iss doch endlich mal was
Vernünftiges!“ angesichts dieser subjektiven
Realität sein muss.
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Kein Forum für die Magersucht
16.01.2007 von Diplom-Psychologin Felicitas
Heyne | Abgelegt in: Gesundheit
Vor einiger Zeit hatte ich an dieser Stelle bereits
darüber berichtet, dass Spanien
dem Schlankheitswahn in der Mode den Kampf
angesagt hatte und zu dünne Models dort
nicht mehr auf die Laufstege dürfen. Jetzt
haben die Iberer zusätzlich zu dieser ohnehin
schon begrüßenswerten Maßnahme noch einen
drauf gesetzt und sich zu einer ziemlich
mutigen Zensur-Aktion im Internet
entschlossen. Im Netz der Netze gibt es
nämlich etliche hundert Websiten, die
Magersucht als erstrebenswertes Ziel und
speziellen Lebensstil verherrlichen. Und ein
erheblicher Teil davon meint das keineswegs
ironisch oder scherzhaft (was angesichts der
Todesrate unter Magersüchtigen ohnehin
geschmacklos genug wäre!), sondern völlig
ernst. Pro-Ana- oder Pro-Mia-Seiten nennen
sich solche Foren gerne: „Ana“ als Kosewort
für Anorexie, also Magersucht; „Mia“ für
Bulimie, also Fress-Brech-Sucht. Weiterlesen
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Wenn die Seele hungert
06.12.2006 von Diplom-Psychologin Felicitas
Heyne | Abgelegt in: Gesundheit
Neulich hat mich eine Zeitungsmeldung sehr gefreut:
Spanien sagt dem Schlankheitswahn den Kampf an! Auf
der Madrider Modewoche "Pasarela Cibeles" dürfen zu
dünne Models nicht mehr über den Laufsteg tigern.
Fast 30 - 40 % der Models, die noch letztes Jahr an
der Modenschau teilnahmen, sind dieses Jahr
gesperrt. Das Auswahlkriterium ist der BMI (Body
Mass Index), der bei mindestens 18 liegen muss.
Dünnere Models müssen zuhause bleiben. Die
Begründung: Zu schlanke Models seien ein schlechtes
Vorbild vor allem für Jugendliche und animierten
zur Magersucht. Weiterlesen
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